Kriegsabzeichen der Marine-Artillerie

Feinzink, gefertigt bei Steinhauer & Lück.
447136
€ 300,00

Kriegsabzeichen der Marine-Artillerie

Das Kriegsabzeichen der Marine-Artillerie stellt ein bedeutendes Beispiel der deutschen Militärauszeichnungen des Zweiten Weltkrieges dar. Dieses aus Feinzink gefertigte Abzeichen wurde vom renommierten Hersteller Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid produziert, einem der bekanntesten Produzenten militärischer Auszeichnungen während der NS-Zeit.

Die Stiftung des Kriegsabzeichens der Marine-Artillerie erfolgte durch Großadmiral Erich Raeder am 24. Juni 1941 und wurde durch eine Verordnung im Marineverordnungsblatt bekannt gegeben. Diese Auszeichnung sollte die besonderen Leistungen und den Einsatz der Marineartilleristen der Kriegsmarine würdigen, insbesondere jener, die in Küstenbatterien, auf Flakstellungen und in Marineartillerieabteilungen Dienst taten.

Das Abzeichen zeigt in seiner Gestaltung ein ovales Eichenlaubkranz, in dessen Zentrum sich ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen und Hakenkreuz befindet. Darunter ist eine stilisierte Darstellung eines Geschützrohres mit Lafette zu sehen, die von Meereswellen umspült wird. Diese Symbolik vereint die Elemente der Marine mit denen der Artillerie und unterstreicht die besondere Rolle dieser Waffengattung im Seekrieg.

Die Verleihungskriterien waren klar definiert: Das Abzeichen konnte an Angehörige der Marine-Artillerie verliehen werden, die sich durch besondere Tapferkeit oder erfolgreiche Kampfhandlungen ausgezeichnet hatten. Konkret mussten die Kandidaten nachweisen, dass sie an einer bestimmten Anzahl von Kampfeinsätzen teilgenommen oder feindliche Ziele erfolgreich bekämpft hatten. Die genauen Bedingungen umfassten unter anderem die Teilnahme an mindestens acht Kampftagen oder den Abschuss feindlicher Flugzeuge beziehungsweise die erfolgreiche Bekämpfung von Seeschiffen.

Die Fertigung bei Steinhauer & Lück ist von besonderer Bedeutung für Sammler und Historiker. Diese Firma, gegründet im 19. Jahrhundert, etablierte sich als einer der Hauptlieferanten für militärische Auszeichnungen und Abzeichen. Die Verwendung von Feinzink als Material war während des Krieges üblich, da kriegswichtige Metalle wie Bronze und Kupfer für andere Zwecke benötigt wurden. Feinzink ermöglichte eine detaillierte Ausführung bei gleichzeitig kostengünstiger Produktion, was angesichts der großen benötigten Stückzahlen notwendig war.

Die Herstellermarkierung auf der Rückseite der Abzeichen, häufig in Form eines Herstellercodes, ermöglicht heute die genaue Zuordnung zur produzierenden Firma. Steinhauer & Lück verwendete verschiedene Markierungen, die im Laufe des Krieges variierten. Die Qualität der Fertigung bei diesem Hersteller galt als überdurchschnittlich, mit präzisen Details und sorgfältiger Verarbeitung.

Das Kriegsabzeichen der Marine-Artillerie wurde während des gesamten Zweiten Weltkrieges verliehen und dokumentiert die wichtige Rolle, die die Küstenverteidigung und die Flugabwehr für die deutsche Kriegsmarine spielten. Besonders im Atlantikwall, dem ausgedehnten Befestigungssystem entlang der europäischen Atlantikküste, sowie in den norwegischen Fjorden und an der Ostseeküste waren Marine-Artillerieeinheiten stationiert.

Die Träger dieses Abzeichens waren Teil einer spezialisierten Waffengattung, die sowohl seemännische als auch artilleristische Kenntnisse vereinen musste. Sie bedienten schwere Küstengeschütze, Flakbatterien und waren in die Seezielbekämpfung eingebunden. Ihre Aufgabe war es, feindliche Schiffe am Durchbruch zu hindern, Häfen und Marinestützpunkte zu verteidigen und Luftangriffe abzuwehren.

Aus heutiger Sicht ist das Kriegsabzeichen der Marine-Artillerie ein zeithistorisches Dokument, das Einblick in das Auszeichnungswesen der Wehrmacht gibt. Für die militärhistorische Forschung sind solche Objekte wichtige Quellen zum Verständnis von Motivation, Anerkennung und Hierarchie innerhalb der Streitkräfte. Sammler und Museen bewahren diese Stücke als Teil der Geschichtsüberlieferung, wobei stets der historische Kontext und die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit im Vordergrund stehen müssen.

Die Erhaltung solcher Objekte dient der Dokumentation und Aufarbeitung der Geschichte, nicht ihrer Verherrlichung. Sie erinnern an eine dunkle Periode der deutschen Geschichte und mahnen zur Wachsamkeit gegenüber totalitären Systemen.