Das Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer, im Volksmund als Panzervernichtungsabzeichen bekannt, stellt eine der bemerkenswertesten Kampfauszeichnungen des Zweiten Weltkriegs dar. Von Adolf Hitler am 9. März 1942 gestiftet, wurde die Auszeichnung mit Wirkung vom 22. Juni 1941 rückwirkend eingeführt – dem Beginn des Unternehmens Barbarossa. Die Entstehung dieser Auszeichnung reflektiert die verzweifelte Situation der deutschen Streitkräfte an der Ostfront, wo die sowjetische zahlenmäßige Überlegenheit bei Panzern und der Mangel an deutschen Panzerabwehrwaffen die Infanterie zwangen, auf improvisierte Nahkampfmethoden zurückzugreifen.
Das vorliegende Exemplar in Silber zeigt die charakteristische Konstruktion: Eine brünierte Panzersilhouette aus magnetischem Eisenblech, die einen deutschen Panzer IV im Profil nach links darstellt, montiert auf einem Silbergespinst aus Aluminiumdraht. Die Silhouette zeigt acht kleine Laufräder, zwei größere Seitenräder, drei kleine Räder in gleichen Abständen darüber, den sichtbaren Kettenlauf und ein langes Kanonenrohr. Das Abzeichen misst etwa 90 mal 32 Millimeter gemäß der offiziellen Verordnung, mit schwarzen Bordstreifen von 3 Millimetern Breite. Drei flache Splinte durchdringen eine längliche Rückenplatte aus Eisen oder Zink und sind umgebogen, bedeckt mit dunkelblauer Tuchunterlage. Das Abzeichen wurde am rechten Oberarm der Uniformjacke getragen.
Die Verleihungskriterien waren streng definiert: Das Abzeichen wurde an einzelne Soldaten der Wehrmacht (Heer, Waffen-SS und Bodentruppen der Luftwaffe) verliehen, die im Nahkampf eigenhändig einen feindlichen Panzer oder gepanzerten Kampfwagen vernichtet hatten. Als Waffen zugelassen waren Panzerbüchsen, Gewehrgranaten, geballte Ladungen, Handgranaten, Hafthohlladungen, Panzerfäuste und Panzerschrecks (ab 18. Dezember 1943 als Nahkampfwaffen anerkannt), Sprengladungen, Molotowcocktails oder Panzerabwehrminen. Ausdrücklich nicht berechtigt waren Angehörige organisierter Panzerjägereinheiten. Die Verleihung erforderte Augenzeugenberichte und physische Beweise, genehmigt vom Bataillonskommandeur oder höheren Dienstgraden.
Der dramatische Nachlass von Feldwebel Karl Pflaum aus dem 3./Landes-Schützen-Bataillon 917 veranschaulicht die tödliche Realität hinter dieser Auszeichnung. Der 46-jährige Feldwebel vernichtete am 23. August 1944 bei den Abwehrkämpfen im Stadtgebiet von Barlad in Rumänien einen sowjetischen Panzer. Beim Heranarbeiten an weitere fünf feindliche Panzer kehrte er nicht mehr zurück und wird seither vermisst. Die posthume Verleihung erfolgte durch Bataillons-Befehl Nr. 145/44 vom 12. November 1944, eine von drei Verleihungen an jenem Tag. Das Einschreiben vom 14. Dezember 1944 übersandte der Familie die Auszeichnungen per Feldpost.
Es existierten zwei offizielle Klassen: Die Silberklasse für jede einzelne Panzervernichtung und die am 18. Dezember 1943 eingeführte Goldklasse für fünf Panzervernichtungen, wobei die vier silbernen Abzeichen dann durch ein goldenes ersetzt wurden. Der Rekordhalter war Oberstleutnant Günther Viezenz (1921-1999), Kommandeur der 10. Kompanie des Grenadier-Regiments 7 der 252. Infanterie-Division, der mit 21 Panzervernichtungen vier goldene und ein silbernes Abzeichen erhielt und am 7. Januar 1944 das Ritterkreuz verliehen bekam. Weitere Hochdekorierte waren Oberleutnant Friedrich Anding vom Panzergrenadier-Regiment Großdeutschland mit 18 Abzeichen, Willi Frey mit zwölf und Walter Kuhn, der vier Abzeichen an einem einzigen Tag verdiente.
Die Produktion erfolgte durch mehrere Hersteller, wobei nur Moritz Hausch AG in Pforzheim bestätigt ist. Aufgrund früher Materialengpässe an der Front wurden auch provisorische und selbstgefertigte Exemplare getragen. Die Auszeichnung wurde intensiv in der Reichspropaganda ab 1942 publiziert, die Träger als Panzerknacker gefeiert. Eine bemerkenswerte Besonderheit der Nachkriegszeit: Da das Abzeichen kein Hakenkreuz trug, durfte es ab 1957 von Bundeswehrangehörigen getragen werden, im Gegensatz zu den meisten NS-zeitlichen Auszeichnungen.