Kriegsmarine feldgraue Schirmmütze für den Ritterkreuzträger Otto Schulz und Kommandierenden Admiral im Schwarzen Meer

aus feldgrauen Tuch, dunkelgrüne Paspelierung, goldene  Mützenkordel an Marineknöpfen, mit Hoheitsadler und Eichenlaubkranz mit Kokarde in Metallfaden handgestickter Ausführung. Innen mit braunen Schweißleder, das Leder datiert 1942, blaues Futter und Zelluloidtrapez mit Herstellermarkierung "OKK Wilhelmshaven" und Trägeretikett "Otto Schulz", Kopfgröße 58. Kleines Loch am Hinterkopf, Zustand 2.

Otto Schulz trat am 4. April 1916[1] als Kriegsfreiwilliger in die Kaiserliche Marine ein. Bis August 1916 war er zur Grundausbildung an der Marineschule und ab 1. Juni 1916 auf der Freya. Er kam dann als Seekadett auf die Rheinland, wurde hier Fähnrich zur See (mit RDA 13. Januar 1917 ernannt)[1] und erhielt im März 1917 eine Kommandierung auf die Oldenburg, wo er bis August 1917 blieb. Bis November 1917 besuchte er einen Ausbildungskurs zum Navigationsoffizier, um für einen Monat auf die Oldenburg zurückzukehren und dann bis Februar 1918 erneut einen Lehrgang für Funkentelegraphie an der Funkentelegraphieschule Flensburg-Mürwik zu besuchen. Bis Kriegsende war er dann wieder auf der Oldenburg. Mit dem Gutachten der Offiziere wurde ihm am 18. April 1918 die Eignung als Offizier zugesprochen. Mit RDA vom 19. Juni 1918 wurde er zum Leutnant zur See ernannt. Von Anfang Dezember 1918 bis Anfang 1919 war er bei der XII. Marine-Artillerie-Abteilung. Bis 17. Februar 1919 war er dem Chef der Marinestation der Ostsee bzw. der Nordsee zur Verfügung gesetzt. Vom 17. Februar 1919 bis 26. Mai 1920 war er bei der II. Marine-Brigade. Hier diente er in der Offizier-Sturmkompanie, dann als Gewehrführer eines schweren MGs und dann als Ordonnanzoffizier eines Brigadeadjutanten. Anschließend wurde er in die Reichsmarine übernommen und es folgte bis 24. Mai 1921 sein Einsatz als Zugführer in der 3. Infanterie-Kompanie der I. Schiffsstammdivision der Nordsee. Er kam bis 22. September 1923 auf den Kreuzer Arcona, wurde am 1. April 1922 Oberleutnant zur See und diente hier bis 1. April 1923 als Funkenoffizier und ab 1. Oktober 1920 zusätzlich als Wachoffizier. Bis September 1923 folgte sein Einsatz als Wachoffizier und Divisionsoffizier. Von Bord der Arcona kam er bis 21. September 1925 als Marinenachrichtenoffizier nach List und war hier zugleich Adjutant bei der Kommandantur Cuxhaven. Von Anfang Februar 1925 bis Mitte März 1925 hatte er einen Wiederholungskurs für Funkenoffiziere an der Marinenachrichtenschule Flensburg-Mürwik besucht. Er kam zur Dienstleitung als Assistent in die Inspektion des Torpedo- und Minenwesens. Ab Ende September 1927 war er im Versuchskommando der Marine in Kiel und zeitgleich Kommandant des Peilbootes P III. Vom 30. September 1927 bis 25. September 1929 war er als I. Funkenoffizier und Wachoffizier auf der Elsass. Am 1. Februar 1929[2] war er in dieser Position zum Kapitänleutnant befördert worden und hatte im November/Dezember 1927 einen erneuten Wiederholungskurs für Funkenoffiziere besucht. Bis 24. September 1931 ging er als Wachoffizier auf die Schleswig-Holstein. Er kam als Referent in die Abwehrabteilung im Reichswehrministerium und blieb hier bis 29. September 1933. Anschließend wurde er, ab 1. April 1935 Korvettenkapitän[3], bis 24. September 1935 an die Marineakademie für eine Führergehilfenausbildung kommandiert, bevor er bis 29. September 1937 als Navigationsoffizier auf der Leipzig[3] diente. Es folgte weitere Stabsstellen und am 1. Oktober 1938 wurde er Fregattenkapitän. Vom 1. September 1939 bis 28. Februar 1940 war er Leiter der Abwehrstelle an der Marinestation der Nordsee, war zeitgleich dort Asto und dann dort bis Mitte März 1943 nur noch Asto. Am 1. April 1940 war er in dieser Position zum Kapitän zur See befördert worden. Von April 1943 an war er Kommandant der Seeverteidigung Krim, welche mit dem Fall von Sewastopol am 12. Mai 1944 aufgelöst wurde. Am 1. März 1944 wurde er Konteradmiral. Von Mitte Mai 1944 bis Ende Juni 1944 war er zur Verfügung des Kommandierenden Admirals Schwarzes Meer gesetzt und beurlaubt. Anschließend war er bis Kriegsende Chef der Abteilung Nachrichtenauswertung (3/Skl).[4][5] Nach dem Krieg war er anfangs als Abteilungschef Raum Mürwik erst in britischer, dann bis Mitte Juni 1947 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Am 17. Mai 1944 erhielt er für den Abtransport der „Krimkämpfer“ das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er war auch Träger des Spanienkreuzes in Bronze.
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Kriegsmarine feldgraue Schirmmütze für den Ritterkreuzträger Otto Schulz und Kommandierenden Admiral im Schwarzen Meer

Die feldgraue Schirmmütze der Kriegsmarine repräsentiert eine besondere Kategorie der deutschen Marineuniform während des Zweiten Weltkriegs. Diese spezielle Kopfbedeckung vereint mehrere historisch bedeutsame Elemente: die Zugehörigkeit zur Kriegsmarine, die persönliche Verbindung zu einem Ritterkreuzträger und die Verwendung im Schwarzmeerraum während einer der dramatischsten Phasen des Krieges.

Die feldgraue Ausführung der Marinemütze war eine Besonderheit, die von den üblichen dunkelblauen Uniformstücken der Marine abwich. Feldgrau war traditionell die Farbe des Heeres, doch in bestimmten Einsatzgebieten, insbesondere an Land und in gemischten Operationen, trugen auch Marineangehörige feldgraue Uniformteile. Die dunkelgrüne Paspelierung kennzeichnete dabei die Zugehörigkeit zum Admiralsstab und höheren Führungsstellen der Marine.

Die goldene Mützenkordel war ein wichtiges Rangabzeichen für Offiziere der Kriegsmarine. Während einfache Mannschaften und Unteroffiziere keine oder schwarze Kordeln trugen, kennzeichnete die goldene Schnur die Offizierslaufbahn. Die Befestigung an Marineknöpfen folgte den genauen Vorschriften der Marinedienstbekleidung, wie sie in den entsprechenden Anzugsordnungen festgelegt waren.

Der Hoheitsadler und Eichenlaubkranz mit Kokarde in handgestickter Metallfadenausführung zeigen die hohe Qualität dieser Kopfbedeckung. Die Handstickerei war typisch für Offiziersausführungen, während Mannschaftsdienstgrade meist maschinell gestickte oder geprägte Abzeichen trugen. Der Eichenlaubkranz war spezifisch für Marineoffiziere und unterschied sich damit von den Heeresmützen.

Die Herstellermarkierung “OKK Wilhelmshaven” verweist auf einen bedeutenden Produktionsstandort. Wilhelmshaven war einer der wichtigsten deutschen Marinestützpunkte und beherbergte zahlreiche Zulieferbetriebe für Marinebekleidung und -ausrüstung. Die Offiziers-Kleiderkasse (OKK) war eine Institution, über die Marineoffiziere ihre Uniformen und Ausrüstung beschafften.

Die Datierung 1942 im Schweißleder ordnet diese Mütze zeitlich in eine Phase ein, in der die deutsche Kriegsmarine ihre Operationen im Schwarzen Meer intensivierte. Nach dem Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 wurde das Schwarze Meer zu einem wichtigen Operationsgebiet. Deutsche Marineeinheiten unterstützten hier die Heeresoperationen und waren für die Sicherung der Küstenflanke und Nachschubwege verantwortlich.

Die Position des Kommandierenden Admirals im Schwarzen Meer war von höchster strategischer Bedeutung. Diese Kommandostruktur war verantwortlich für alle deutschen und verbündeten Seestreitkräfte in diesem Raum, einschließlich der Küstenverteidigung, Minenkampf, Geleitschutz und amphibische Operationen. Die Marineoperationen im Schwarzen Meer waren durch besondere Herausforderungen gekennzeichnet: die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit rumänischen und bulgarischen Verbündeten, die Dominanz der sowjetischen Schwarzmeerflotte zu Beginn und die schwierigen logistischen Bedingungen.

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes war eine der höchsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Reiches. Die Verleihung am 17. Mai 1944 für den Abtransport der “Krimkämpfer” bezieht sich auf eine der dramatischsten Evakuierungsoperationen des Krieges. Nach der Einschließung deutscher und rumänischer Truppen auf der Krim mussten im Frühjahr 1944 zehntausende Soldaten unter schwierigsten Bedingungen über das Schwarze Meer evakuiert werden. Diese Operation erforderte höchste nautische und organisatorische Fähigkeiten unter ständiger Bedrohung durch sowjetische Luft- und Seestreitkräfte.

Die Karriere von Otto Schulz spiegelt den typischen Werdegang eines Marineoffiziers wider, der beide Weltkriege miterlebte. Sein Eintritt als Kriegsfreiwilliger 1916 in die Kaiserliche Marine, die Übernahme in die Reichsmarine der Weimarer Republik und schließlich der Dienst in der Kriegsmarine zeigen die Kontinuität des deutschen Marineoffizierskorps. Seine verschiedenen Verwendungen als Navigationsoffizier, Funkenoffizier und in nachrichtendienstlichen Funktionen belegen eine breite fachliche Qualifikation. Die Beförderung zum Konteradmiral am 1. März 1944 markierte den Höhepunkt seiner militärischen Laufbahn.

Die Kopfgröße 58 und die Verwendung von braunem Schweißleder entsprechen den Standardanfertigungen für deutsche Offiziersschirmmützen dieser Zeit. Das blaue Futter war typisch für Marineuniformen und unterschied sich vom oft grünen oder beigen Futter bei Heeresmützen.

Diese Schirmmütze steht exemplarisch für die Verbindung von persönlicher militärischer Biographie, technischer Uniformkunde und den dramatischen Ereignissen des Seekriegs im Schwarzen Meer während des Zweiten Weltkriegs. Sie dokumentiert nicht nur die materiellen Aspekte der Marinebekleidung, sondern auch die strategische Bedeutung eines oft übersehenen Kriegsschauplatzes.