Österreich/K.u.K.-Monarchie 1. Weltkrieg feldgraue Feldbluse M 1915 für einen Generalmajor

Um 1916. Eleganter Rock aus feinem feldgrauen Tuch mit Stehkragen, rote Kragenspiegel als Generalmajor mit jeweils einem Silber gesticktem Rangstern. Auf der Brust mit 5 Schlaufen für das Anbringen von Orden bzw. Auszeichnungen an den Dreiecksbändern, auf der Brust links und rechts weiterhin Schlaufen für jeweils 1 Steckabzeichen. Innen mit olivgrünem Seidenfutter. Leicht getragen, Zustand 2.Sehr selten.
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Österreich/K.u.K.-Monarchie 1. Weltkrieg feldgraue Feldbluse M 1915 für einen Generalmajor

Die feldgraue Feldbluse M 1915 für einen Generalmajor der k.u.k. Armee repräsentiert einen bedeutenden Wendepunkt in der österreichisch-ungarischen Militärgeschichte während des Ersten Weltkriegs. Diese Uniform verkörpert den Übergang von den traditionellen, farbenprächtigen Uniformen des 19. Jahrhunderts zu den praktischen, feldgrauen Kampfuniformen, die durch die Erfordernisse des modernen Krieges notwendig wurden.

Die k.u.k. Armee (kaiserlich und königlich) trat 1914 noch in ihre charakteristischen hechtblauen Uniformen in den Krieg. Diese Tradition, die bis in die napoleonische Ära zurückreichte, erwies sich jedoch angesichts der modernen Waffentechnik und der Notwendigkeit der Tarnung als verhängnisvoll. Die leuchtenden Farben machten die Soldaten zu leichten Zielen, und bereits in den ersten Kriegsmonaten wurde die Notwendigkeit einer Uniformreform deutlich.

Das Modell 1915 markierte die offizielle Einführung der feldgrauen Uniform in der gesamten k.u.k. Armee. Die Entwicklung dieser Uniform erfolgte unter erheblichem Zeitdruck und unter dem Eindruck der hohen Verluste an der russischen und serbischen Front. Der gewählte Feldgrauton unterschied sich dabei vom deutschen Feldgrau und wies oft einen leicht grünlichen oder bräunlichen Unterton auf, was den unterschiedlichen Produktionsbedingungen in der Donaumonarchie geschuldet war.

Die hier beschriebene Feldbluse zeichnet sich durch mehrere charakteristische Merkmale aus, die sie als Generalsuniform kennzeichnen. Die roten Kragenspiegel waren das traditionelle Kennzeichen der Generalität in der österreichisch-ungarischen Armee und wurden auch bei der feldgrauen Uniform beibehalten. Der silbergestickte Rangstern auf jedem Kragenspiegel identifizierte den Träger als Generalmajor, den niedrigsten Generalsrang, der einem Brigadekommandeur entsprach.

Die Verwendung von feinem feldgrauen Tuch und das olivgrüne Seidenfutter weisen auf die höhere Qualität der Offiziersuniform hin. Während einfache Soldaten oft mit grobem Tuchmaterial und einfachem Futter auskommen mussten, wurden Offiziersuniformen häufig von privaten Schneidern nach militärischen Vorschriften, aber mit besseren Materialien angefertigt. Dies war besonders bei Generälen üblich, die ihre Uniformen oft auf eigene Kosten bei renommierten Militärschneidern anfertigen ließen.

Ein besonderes Merkmal dieser Feldbluse sind die fünf Schlaufen für Ordensauszeichnungen auf der Brust. Diese Konstruktion ermöglichte das Tragen von Orden an ihren Dreiecksbändern im Feld, ohne die vollständigen Ordensdekorationen tragen zu müssen. Dies war eine praktische Lösung, die sowohl den militärischen Vorschriften Rechnung trug als auch den Anforderungen des Felddienstes entsprach. Die zusätzlichen Schlaufen für Steckabzeichen links und rechts erlaubten das Anbringen weiterer militärischer Auszeichnungen oder Qualifikationsabzeichen.

Der Stehkragen entsprach der österreichischen Uniformtradition und unterschied die k.u.k. Uniformen von den deutschen mit ihrem charakteristischen preußischen Kragen. Dieser Stehkragen wurde während des gesamten Krieges beibehalten, obwohl er im Vergleich zu offenen Kragenformen weniger praktisch war.

Die Datierung dieser Uniform um 1916 ist besonders interessant, da sie in eine Phase fällt, in der die k.u.k. Armee massive Reorganisationen durchführte. Nach den schweren Verlusten von 1914 und 1915, besonders während der Kämpfe in Galizien und den Karpaten, musste die Armee neu strukturiert werden. Generalmajore spielten in dieser Phase eine entscheidende Rolle bei der Reorganisation und Ausbildung neuer Einheiten.

Die Erhaltung dieser Uniform in leicht getragenem Zustand ist bemerkenswert. Viele Uniformen aus dieser Zeit wurden entweder im Krieg zerstört, nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 entsorgt oder in der Zwischenkriegszeit umgearbeitet. Das Überleben solcher hochrangiger Uniformstücke ist relativ selten, da nach dem Ende der Habsburgermonarchie viele Träger ihre Uniformen aus politischen Gründen beseitigten.

Diese Feldbluse dokumentiert nicht nur die militärische Mode und Rangstruktur der k.u.k. Armee, sondern auch die soziale Hierarchie einer untergehenden Epoche. Die Donaumonarchie sollte den Krieg nicht überleben, und mit ihr verschwand eine jahrhundertealte Militärtradition. Solche Uniformstücke sind heute wichtige materielle Zeugnisse dieser historischen Periode und von erheblichem Wert für Sammler und Militärhistoriker.

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