Signal - Sonderausgabe der " Berliner Illustrierten Zeitung " - Jahrgang 1940 Heft Nr. H 13 ( holländisch )

komplett mit den Farbseiten, Zustand 2.
311940
15,00

Signal - Sonderausgabe der " Berliner Illustrierten Zeitung " - Jahrgang 1940 Heft Nr. H 13 ( holländisch )

Signal - Die illustrierte Propagandazeitschrift des Dritten Reiches

Die vorliegende Ausgabe der Zeitschrift Signal, Heft Nr. 13 aus dem Jahrgang 1940 in holländischer Sprache, repräsentiert ein bedeutendes Beispiel der nationalsozialistischen Auslandspropaganda während des Zweiten Weltkriegs. Signal war keine gewöhnliche Militärzeitschrift, sondern ein sorgfältig konzipiertes Propagandainstrument, das von der Wehrmacht in Zusammenarbeit mit dem Reichspropagandaministerium unter Joseph Goebbels herausgegeben wurde.

Die Zeitschrift wurde erstmals im April 1940 vom Deutschen Verlag in Berlin veröffentlicht, der auch die renommierte Berliner Illustrierte Zeitung herausgab. Signal erschien zweiwöchentlich und wurde in bis zu 30 verschiedenen Sprachen übersetzt, darunter Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch und viele weitere europäische und außereuropäische Sprachen. Die Gesamtauflage erreichte zeitweise über 2,5 Millionen Exemplare pro Ausgabe, was sie zu einer der meistgelesenen illustrierten Zeitschriften Europas während des Krieges machte.

Die holländische Ausgabe von 1940 ist von besonderer historischer Bedeutung, da die Niederlande am 10. Mai 1940 von der Wehrmacht überfallen wurden und nach nur fünf Tagen Kampf kapitulierten. Die Ausgabe Nr. 13 aus diesem Jahr erschien während oder kurz nach der deutschen Besatzung der Niederlande, was sie zu einem wichtigen Dokument der frühen Besatzungspropaganda macht. Die Zeitschrift sollte die niederländische Bevölkerung von der vermeintlichen Überlegenheit und Unbesiegbarkeit der deutschen Wehrmacht überzeugen und gleichzeitig die “Neue Ordnung” in Europa propagieren.

Inhalt und Gestaltung

Signal unterschied sich deutlich von anderen Propagandapublikationen durch ihre hochwertige Aufmachung und professionelle Gestaltung. Die Zeitschrift war im Format 27 x 34 cm gehalten und umfasste typischerweise 48 bis 50 Seiten. Ein besonderes Merkmal waren die hochwertigen Farbseiten, die in einer Zeit, als Farbdruck noch kostspielig und aufwendig war, einen besonderen Luxus darstellten. Die Farbfotografien und -illustrationen zeigten meist militärische Erfolge, moderne Waffentechnik, idyllische Szenen aus dem “Großdeutschen Reich” und Porträts von Soldaten.

Die fotografische Qualität war außergewöhnlich hoch. Renommierte Fotografen und Kriegsberichterstatter der Propaganda-Kompanien (PK) lieferten das Bildmaterial. Die Zeitschrift vermied die aggressive, plakative Propaganda des Völkischen Beobachters oder des Stürmers und setzte stattdessen auf eine subtilere, ästhetisch ansprechende Darstellung, die an internationale Illustrierte wie die amerikanische Life oder die französische Match angelehnt war.

Propagandastrategie und Zielsetzung

Die Strategie hinter Signal war es, durch scheinbar objektive Berichterstattung und hochwertige Fotografie eine positive Darstellung Deutschlands und seiner militärischen Erfolge zu vermitteln. Die Zeitschrift sollte insbesondere die Eliten und gebildeten Schichten in den besetzten und neutralen Ländern erreichen. Anders als die inländische Propaganda verzichtete Signal weitgehend auf antisemitische Hetze und rassistische Ausfälle, um international akzeptabler zu wirken.

Im Jahr 1940, dem Jahr der deutschen Blitzkrieg-Erfolge in Skandinavien, Frankreich und den Benelux-Ländern, war die Zeitschrift voll von triumphalistischen Berichten über deutsche Siege. Die Ausgaben dieses Jahrgangs dokumentierten die Feldzüge in Norwegen, Dänemark, den Niederlanden, Belgien und Frankreich mit spektakulären Fotografien von Panzern, Flugzeugen und marschierenden Truppen.

Historische Bedeutung und Sammlerwert

Heute sind vollständige Ausgaben von Signal mit allen Farbseiten gesuchte Sammlerstücke und wichtige historische Dokumente. Sie bieten Einblick in die Propagandamethoden des NS-Regimes und zeigen, wie moderne Massenmedien für politische Zwecke instrumentalisiert wurden. Die holländischen Ausgaben sind besonders selten, da sie nur für den niederländischen Markt während der Besatzungszeit produziert wurden.

Der angegebene Zustand 2 bezeichnet in der Sammlernomenklatur einen sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit möglicherweise geringen Gebrauchsspuren, was bei fast 85 Jahre alten Zeitschriften bemerkenswert ist. Die Vollständigkeit mit allen Farbseiten erhöht den historischen und sammlerischen Wert erheblich, da diese Beilagen oft verloren gingen oder separat entfernt wurden.

Signal wurde bis März 1945 publiziert, als die Kriegslage keine weitere Produktion mehr zuließ. Insgesamt erschienen etwa 110 Ausgaben in zahlreichen Sprachversionen, die zusammen ein umfassendes visuelles Archiv der nationalsozialistischen Selbstdarstellung während des Zweiten Weltkriegs bilden.

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