U-Bootkriegsabzeichen

unmarkierte Fertigung von Schwerin-Berlin, Buntmetall, feuervergoldet mit aufpolierten Kanten, mit Resten des Schutzlackes.
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1.200,00

U-Bootkriegsabzeichen

Das U-Bootkriegsabzeichen stellt eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Auszeichnung wurde am 13. Oktober 1939 durch Großadmiral Erich Raeder, den damaligen Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, gestiftet und anerkannte die besonderen Leistungen und den außergewöhnlichen Mut der U-Boot-Besatzungen.

Das vorliegende Exemplar stammt aus der Fertigung von Schwerin-Berlin, einem der wichtigsten Hersteller militärischer Auszeichnungen während der Kriegsjahre. Die Firma, die ursprünglich unter dem Namen Gebrüder Schwerin firmierte, produzierte hochwertige Abzeichen und Orden für die Wehrmacht. Die unmarkierte Fertigung war während der Kriegszeit keine Seltenheit, da viele Hersteller aus verschiedenen Gründen auf eine sichtbare Herstellermarkierung verzichteten.

Die Verleihungsbedingungen für das U-Bootkriegsabzeichen waren streng geregelt. Gemäß der Verordnung vom 13. Oktober 1939 mussten U-Boot-Fahrer mindestens zwei Feindfahrten erfolgreich absolviert haben. Alternativ konnte die Auszeichnung auch für besondere Tapferkeit oder bei Verwundung während einer Feindfahrt verliehen werden. Kommandanten konnten das Abzeichen bereits nach einer erfolgreichen Feindfahrt erhalten. Im Laufe des Krieges wurden die Verleihungskriterien mehrfach angepasst, um den sich ändernden Kriegsbedingungen Rechnung zu tragen.

Das technische Design des Abzeichens zeigt ein U-Boot der Typ VII-Klasse in Frontansicht, umgeben von einem ovalen Eichenlaubkranz mit einer stilisierten Krone an der Spitze. Diese Darstellung symbolisierte die maritime Macht und den Stolz der U-Boot-Waffe. Die Fertigung in Buntmetall mit Feuervergoldung und aufpolierten Kanten entspricht der hochwertigen Ausführung, die besonders in den frühen Kriegsjahren üblich war. Der erwähnte Schutzlack diente dazu, die Vergoldung während der Lagerung und des Transports vor Oxidation zu schützen.

Die U-Boot-Waffe spielte eine zentrale Rolle in der deutschen Seekriegführung. Unter dem Kommando von Großadmiral Karl Dönitz, der ab 1936 die U-Boot-Waffe aufbaute und führte, entwickelte sich eine hochspezialisierte Elitetruppe. Die U-Boot-Fahrer genossen hohes Ansehen, trugen aber auch ein enormes Risiko: Von den rund 40.000 U-Boot-Fahrern überlebten etwa 30.000 den Krieg nicht, was eine der höchsten Verlustquoten aller Waffengattungen darstellt.

Die Produktion von Auszeichnungen unterlag während des Krieges strengen Qualitätskontrollen. Hersteller wie Schwerin-Berlin mussten bestimmte Standards einhalten, die vom Präsidialkanzlei des Führers und später vom Oberkommando der Wehrmacht überwacht wurden. Die Feuervergoldung war ein aufwendiges Verfahren, bei dem durch elektrochemische Prozesse eine dünne Goldschicht auf das Buntmetall aufgetragen wurde. Die aufpolierten Kanten verstärkten den dreidimensionalen Effekt und die optische Wirkung des Abzeichens.

Im Jahr 1944 wurden zusätzliche Varianten des U-Bootkriegsabzeichens eingeführt, darunter das U-Bootkriegsabzeichen mit Brillanten für außergewöhnliche Leistungen. Insgesamt wurden während des Zweiten Weltkriegs schätzungsweise 50.000 bis 60.000 U-Bootkriegsabzeichen verliehen, wobei die genaue Zahl aufgrund der Kriegswirren und unvollständiger Aufzeichnungen nicht exakt ermittelt werden kann.

Das Abzeichen wurde als Brustabzeichen an der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb der Ordensspange und über der Brusttasche. Die Trageweise war in den Uniformvorschriften der Kriegsmarine genau festgelegt. Das U-Bootkriegsabzeichen genoss unter allen Marineangehörigen hohes Prestige und symbolisierte die Zugehörigkeit zu einer verschworenen Gemeinschaft, die unter extremsten Bedingungen operierte.

Heute sind originale U-Bootkriegsabzeichen wichtige zeithistorische Dokumente, die Einblick in die Handwerkskunst, Militärgeschichte und maritime Kriegführung des Zweiten Weltkriegs geben. Sammler und Historiker unterscheiden verschiedene Fertigungsvarianten, Hersteller und Qualitätsstufen, wobei frühe Produktionen aus Buntmetall mit Feuervergoldung besonders geschätzt werden.

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