Wehrmacht Erinnerungsteller an die 1. Flakscheinwerfer-Abteilung 149.

Durchmesser ca. 19,5 cm, Herstellermarkierung "F. Fürstenberg". Zustand 2.
436940
240,00

Wehrmacht Erinnerungsteller an die 1. Flakscheinwerfer-Abteilung 149.

Der vorliegende Erinnerungsteller der 1. Flakscheinwerfer-Abteilung 149 der Wehrmacht repräsentiert eine bedeutende Tradition militärischer Erinnerungskultur, die in den deutschen Streitkräften des 20. Jahrhunderts tief verwurzelt war. Solche Keramikteller dienten als materielle Zeugnisse der Kameradschaft und Zugehörigkeit zu einer militärischen Einheit während des Zweiten Weltkriegs.

Historischer Kontext der Flakscheinwerfer-Abteilungen

Die Flakscheinwerfer-Abteilungen waren spezialisierte Einheiten der deutschen Luftwaffe, die eine entscheidende Rolle in der Luftverteidigung des Deutschen Reiches spielten. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, feindliche Bomberverbände während nächtlicher Angriffe mit leistungsstarken Scheinwerfern zu erfassen und zu beleuchten, um den Flakgeschützen das gezielte Feuer zu ermöglichen. Die systematische Organisation dieser Einheiten begann in den späten 1930er Jahren im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht.

Die 1. Flakscheinwerfer-Abteilung 149 war eine von zahlreichen solcher Formationen, die im Rahmen der Heimatluftverteidigung eingesetzt wurden. Die Nummerierung deutet auf die umfangreiche Struktur der Flakverbände hin, die über das gesamte Reichsgebiet und die besetzten Gebiete verteilt waren. Diese Abteilungen bestanden typischerweise aus mehreren Batterien mit je vier bis sechs Scheinwerfern vom Typ Flakscheinwerfer 37 oder später Flakscheinwerfer 40, die eine Reichweite von mehreren Kilometern hatten.

Militärische Erinnerungskultur und Traditionsteller

Die Tradition, Erinnerungsteller oder Regimentsteller zu fertigen, reicht in Deutschland bis ins 19. Jahrhundert zurück und erreichte während der Kaiserzeit sowie der Weimarer Republik ihre erste Blütezeit. Diese Tradition wurde in der Wehrmacht fortgesetzt, wobei Soldaten und Offiziere solche Teller bei Versetzungen, Verabschiedungen oder besonderen Anlässen erhielten oder erwarben.

Die Teller wurden von verschiedenen Porzellan- und Keramikmanufakturen hergestellt, wobei F. Fürstenberg zu den bekannten Herstellern gehörte, die sowohl zivile als auch militärische Auftragsarbeiten ausführten. Die Manufakturen verfügten über die notwendige Expertise in der Keramikmalerei und konnten militärische Embleme, Wappen und Inschriften fachgerecht aufbringen.

Gestaltung und Symbolik

Typischerweise zeigten solche Erinnerungsteller die Einheitsbezeichnung, oft ergänzt durch militärische Symbole wie den Reichsadler, Einheitswappen oder spezifische Embleme der Waffengattung. Bei Flakscheinwerfer-Abteilungen waren häufig stilisierte Darstellungen von Scheinwerferstrahlen, Flugabwehrgeschützen oder Flugzeugen zu finden. Die Gestaltung folgte meist den heraldischen und gestalterischen Konventionen der Wehrmacht.

Die Durchmesser solcher Teller variierten üblicherweise zwischen 18 und 25 Zentimetern, wobei der vorliegende Teller mit etwa 19,5 Zentimetern eine gängige Standardgröße aufweist. Die Fertigung erfolgte in verschiedenen Qualitätsstufen, von einfachen Steingutausführungen bis zu hochwertigen Porzellanarbeiten.

Die Rolle der Flakscheinwerfer im Luftkrieg

Ab 1940 intensivierten sich die alliierten Bombenangriffe auf deutsche Städte erheblich. Die Battle of Britain, die nächtlichen Angriffe des britischen Bomber Command und später die Tagesangriffe der amerikanischen 8th Air Force stellten die deutsche Luftverteidigung vor enorme Herausforderungen. Die Flakscheinwerfer-Abteilungen arbeiteten eng mit den Flakartillerie-Einheiten, den Nachtjägern und den Funkmess-Stellungen zusammen.

Die Besatzungen der Scheinwerferstellungen leisteten ihren Dienst unter gefährlichen Bedingungen. Die hellen Lichtstrahlen machten die eigenen Stellungen für feindliche Bomber leicht identifizierbar, und viele Scheinwerferbatterien wurden gezielt angegriffen. Die Männer dieser Einheiten stammten zunehmend aus verschiedenen Jahrgängen, und gegen Kriegsende wurden auch Luftwaffenhelfer (Jugendliche), Frauen der Luftwaffen-Helferinnen sowie Kriegsgefangene zum Dienst herangezogen.

Sammlerwert und historische Bedeutung

Heute stellen solche Erinnerungsteller wichtige zeitgeschichtliche Dokumente dar. Sie ermöglichen Einblicke in die militärische Organisation, die Einheitengeschichte und die Alltagskultur der Wehrmacht. Der angegebene Zustand 2 deutet nach gängigen Sammlerbewertungen auf einen guten bis sehr guten Erhaltungszustand hin, mit möglicherweise geringen Gebrauchsspuren.

Die Herstellermarkierung ermöglicht eine genauere Datierung und Zuordnung. Viele dieser Objekte wurden während der Kriegsjahre 1939-1945 gefertigt, einige möglicherweise auch in der unmittelbaren Nachkriegszeit aus Restbeständen.

Für die historische Forschung sind solche Artefakte wertvoll, da sie helfen, die Strukturen und die Geschichte einzelner Einheiten zu rekonstruieren. In Verbindung mit Kriegstagebüchern, Personalunterlagen und anderen Quellen können sie zur Aufklärung von Einsatzorten und -zeiten beitragen. Gleichzeitig mahnen sie als Überreste einer dunklen Epoche zur kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs.