Wehrmacht Heer Schiffchen eines Offizier und Wehrmachtsbeamten

Fertigung aus feldgrauem Tuch, umlaufend mit silberner Paspelierung, komplett mit Metallfaden-gewebten Schiffchenadler und Kokarde aus Feinzink, der Soutachewinkel in dunkelgrün. Innen mit braunen Schweißleder und grünen Seidenfutter, Kopfgrößenangabe 56. Mottenschaden, Lederfutter beschädigt, Zustand 2-.
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600,00

Wehrmacht Heer Schiffchen eines Offizier und Wehrmachtsbeamten

Das vorliegende Schiffchen (auch als Fliegermütze oder Lagermütze bezeichnet) stellt ein charakteristisches Kopfbedeckungsstück der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese spezielle Ausführung war für Offiziere und Wehrmachtsbeamte des Heeres bestimmt, was durch die silberne Paspelierung eindeutig identifizierbar ist.

Die Schiffchenmütze wurde in der Wehrmacht als praktische Alternative zur Schirmmütze getragen, insbesondere im Dienst innerhalb von Gebäuden, bei Tätigkeiten, wo die Schirmmütze unpraktisch war, oder im Feld. Ihre Einführung erfolgte bereits in der Reichswehr und wurde nach 1935 in die Wehrmacht übernommen. Die Heeresdienstvorschrift (H.Dv.) regelte präzise das Aussehen und die Tragebedingungen dieser Kopfbedeckung.

Die Fertigung aus feldgrauem Tuch entspricht der standardisierten Farbgebung der Wehrmacht für das Heer. Die umlaufende silberne Paspelierung war das charakteristische Kennzeichen für Offiziere und Wehrmachtsbeamte im Offiziersrang. Mannschaften und Unteroffiziere trugen Schiffchen ohne diese Paspelierung oder mit anderer Ausführung. Die Waffenfarbe wurde durch den sogenannten Soutachewinkel angezeigt – in diesem Fall dunkelgrün, was verschiedenen Truppengattungen zugeordnet sein konnte, darunter Gebirgstruppen, Panzergrenadiere oder bestimmte Verwaltungsdienste.

Die Abzeichen auf dem Schiffchen folgten strengen Vorschriften: Der Hoheitsadler der Wehrmacht wurde auf der rechten Seite angebracht, während die Kokarde in den Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot auf der linken Seite positioniert war. Bei diesem Exemplar sind beide Abzeichen als Metallfaden-Stickerei bzw. aus Feinzink gefertigt, was auf eine qualitativ hochwertige Ausführung hindeutet. Im Kriegsverlauf wurden zunehmend einfachere Materialien verwendet, da Metall und hochwertige Stoffe knapp wurden.

Die Innenausstattung mit braunem Schweißleder und grünem Seidenfutter entspricht der typischen Fertigung von Offiziersmützen. Das Schweißleder diente der Absorption von Feuchtigkeit und dem Tragekomfort, während das Seidenfutter ein Zeichen für die höhere Qualität von Offiziersausrüstung war. Die angegebene Kopfgröße 56 entspricht einem durchschnittlichen Maß.

Die Produktion solcher Schiffchen erfolgte durch verschiedene Heeresbekleidungsämter und private Zulieferer. Offiziere waren in der Regel verpflichtet, ihre Uniformen und Ausrüstungsgegenstände selbst zu beschaffen, was zu Qualitätsunterschieden führte. Wehrmachtsbeamte erhielten ihre Ausstattung hingegen oft zugeteilt.

Der angegebene Zustand mit Mottenschaden und beschädigtem Lederfutter ist typisch für Textilien aus dieser Zeit, die über Jahrzehnte gelagert wurden. Wolle war besonders anfällig für Mottenbefall, und Leder unterliegt natürlichem Verschleiß und Verfall durch Austrocknung.

Historisch betrachtet repräsentiert dieses Schiffchen die deutsche Militärtradition der differenzierten Uniformierung nach Rang und Truppengattung. Die Wehrmacht übernahm viele Traditionen der kaiserlichen Armee und der Reichswehr, modernisierte aber gleichzeitig Schnitt und Material. Nach 1945 wurden solche Uniformteile durch die Alliierten meist konfisziert oder vernichtet, weshalb erhaltene Exemplare heute Sammlerwert besitzen und wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte darstellen.