Heer - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Oberfeldwebel Josef Portsteffen

auf seiner Hoffmann-Postkarte 1535, mit sehr schöner Tintensignatur " Josef Portsteffen Oblt.", rückseitig ein Namensstempel, sonst Zustand 2.
200741
160,00

Heer - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Oberfeldwebel Josef Portsteffen

Die vorliegende Hoffmann-Postkarte Nr. 1535 mit der originalen Unterschrift von Oberfeldwebel Josef Portsteffen stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte des Zweiten Weltkrieges dar. Josef Portsteffen gehörte zu jenen Soldaten der Wehrmacht, die mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurden, einer der höchsten militärischen Auszeichnungen des Dritten Reiches.

Die Hoffmann-Postkarten waren während des Zweiten Weltkrieges weit verbreitete Propagandamaterialien, die von der Firma Heinrich Hoffmann, dem persönlichen Fotografen Adolf Hitlers, herausgegeben wurden. Diese Karten zeigten typischerweise Porträts von ausgezeichneten Soldaten, insbesondere von Trägern des Ritterkreuzes und seiner höheren Stufen. Sie dienten sowohl der Propaganda als auch der Heldenverehrung und wurden häufig von den abgebildeten Soldaten selbst signiert und als Andenken oder auf Anfrage von Sammlern verschickt.

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde am 1. September 1939 von Adolf Hitler als Wiedereinsetzung der im Ersten Weltkrieg verliehenen Auszeichnung gestiftet. Es war die höchste Auszeichnung für Tapferkeit und militärische Führungsleistung im Kampf. Im Verlauf des Krieges wurden verschiedene Stufen eingeführt: das Ritterkreuz, das Ritterkreuz mit Eichenlaub, mit Eichenlaub und Schwertern, mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten sowie schließlich das Ritterkreuz mit goldenem Eichenlaub, Schwertern und Brillanten. Insgesamt wurden etwa 7.300 Ritterkreuze verliehen.

Die Signatur auf dieser Karte zeigt die Bezeichnung “Oblt.” (Oberleutnant), was auf eine spätere Beförderung Portsteffens hindeutet. Dies war nicht ungewöhnlich, da viele Unteroffiziere, die das Ritterkreuz erhielten, anschließend zum Offizier befördert wurden. Die Beförderung vom Oberfeldwebel zum Oberleutnant stellte einen bedeutenden Karrieresprung dar und war oft eine Anerkennung besonderer Verdienste im Kampf.

Der rückseitige Namensstempel ist ein typisches Merkmal solcher signierten Postkarten. Viele Ritterkreuzträger verwendeten Stempel, um die Bearbeitung der zahlreichen Autogrammanfragen zu erleichtern. Die Kombination aus Stempel und handschriftlicher Signatur in Tinte deutet auf die Authentizität des Dokuments hin. Die beschriebene “sehr schöne Tintensignatur” unterstreicht den guten Erhaltungszustand und die Qualität dieses historischen Dokuments.

Im militärhistorischen Kontext dokumentieren solche signierten Postkarten nicht nur individuelle Lebensläufe und militärische Karrieren, sondern auch das umfassende Propagandasystem des Dritten Reiches. Die Wehrmacht und das NS-Regime nutzten die Verehrung von Kriegshelden systematisch zur Aufrechterhaltung der Moral an der Front und in der Heimat. Ritterkreuzträger wurden in Wochenschauen gezeigt, in Zeitungen porträtiert und ihre Taten in der Propaganda heroisiert.

Die Firma Hoffmann produzierte während des Krieges Tausende solcher Postkarten in verschiedenen Serien. Die Nummerierung der Karten, hier 1535, ermöglicht oft eine zeitliche Einordnung und zeigt die systematische Erfassung der Ritterkreuzträger. Diese Karten wurden sowohl für die Öffentlichkeit als auch für militärische Zwecke verwendet und waren ein wichtiger Bestandteil der visuellen Propaganda.

Aus heutiger Sicht sind solche Dokumente wichtige Quellen für die Militärgeschichtsforschung. Sie helfen, individuelle Karriereverläufe zu rekonstruieren und die Propaganda- und Ehrungspraxis des Dritten Reiches zu dokumentieren. Der angegebene Zustand 2 entspricht in der Sammlerbewertung einem sehr guten Erhaltungszustand mit möglicherweise minimalen Gebrauchsspuren, was bei Dokumenten aus dieser Zeit und mit dieser Nutzungsgeschichte bemerkenswert ist.

Solche signierten Postkarten von Ritterkreuzträgern sind heute gesuchte militärhistorische Sammlerstücke. Sie werden nicht wegen einer Verherrlichung der dargestellten Ideologie gesammelt, sondern als historische Dokumente, die eine wichtige, wenn auch dunkle Periode der deutschen und europäischen Geschichte bezeugen. Ihre Erhaltung und wissenschaftliche Dokumentation trägt zum Verständnis der Mechanismen von Propaganda, militärischer Ehrenkultur und individueller Lebensschicksale in Kriegszeiten bei.