Preußen Kabinettfoto eines Soldaten im Husaren-Regiment Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg (2. Kurhessisches) Nr. 14

Standort Kassel, um 1910. Maße 5.8 x 11.7 cm. Zustand 2.
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25,00

Preußen Kabinettfoto eines Soldaten im Husaren-Regiment Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg (2. Kurhessisches) Nr. 14

Das Husaren-Regiment Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg (2. Kurhessisches) Nr. 14 gehörte zu den traditionsreichsten Kavallerieverbänden der preußischen Armee. Dieses um 1910 in Kassel angefertigte Kabinettfoto dokumentiert einen Soldaten dieser prestigeträchtigen Einheit in voller Uniform und bietet einen wertvollen Einblick in die militärische Fotografie und Uniformkunde des späten Kaiserreichs.

Das Regiment wurde ursprünglich im Jahr 1813 als Kurhessisches Husaren-Regiment gegründet und hatte seinen Sitz in Kassel. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen im Jahr 1866 wurde das Regiment in die preußische Armee eingegliedert und erhielt 1867 die offizielle Bezeichnung als 2. Kurhessisches Husaren-Regiment Nr. 14. Im Jahr 1888 wurde es zu Ehren des hessen-homburgischen Landgrafen Friedrich II. (1633-1708) umbenannt, der als bedeutender Militärführer im Dienste Brandenburg-Preußens galt.

Die Husaren bildeten eine besondere Waffengattung der leichten Kavallerie, die ursprünglich aus Ungarn stammte und sich durch ihre charakteristische, farbenprächtige Uniform auszeichnete. Die Husarenuniform bestand typischerweise aus einer Attila (einer kurzen, verschnürten Jacke), einem Pelz (einer über die Schulter getragenen Pelzjacke), einer eng anliegenden Hose mit dekorativen Schnüren und dem markanten Tschako oder Busby als Kopfbedeckung. Das Regiment Nr. 14 trug die preußischen Farben mit spezifischen regimental-charakteristischen Details.

Das Kabinettfoto als fotografisches Format etablierte sich in den 1860er Jahren und blieb bis in die 1920er Jahre populär. Mit seinen standardisierten Maßen von etwa 10 x 15 cm (auf Karton montiert) war es größer als die zuvor üblichen Visitkartenfotos und bot mehr Details. Soldatenfotos dieser Art wurden häufig in professionellen Ateliers angefertigt, besonders in Garnisonstädten wie Kassel. Die Fotografien dienten nicht nur als persönliche Erinnerungen, sondern auch als Dokumente des militärischen Stolzes und der sozialen Stellung.

Um 1910, zur Datierung dieses Fotos, befand sich das Deutsche Kaiserreich auf dem Höhepunkt seiner militärischen Macht. Die Armee genoss hohes gesellschaftliches Ansehen, und das Tragen der Uniform galt als Ehre. Fotografien von Soldaten waren beliebte Geschenke für Familienangehörige und wurden oft in aufwendig gestalteten Fotoalben aufbewahrt. Die professionellen Fotografen in Garnisonstädten spezialisierten sich auf Militärporträts und verfügten über entsprechende Requisiten und Hintergründe.

Das Regiment Nr. 14 war Teil des XI. Armee-Korps und hatte seine Friedensgarnison in Kassel. Die Stadt, als ehemalige kurhessische Residenz und bedeutende Garnisonsstadt, verfügte über eine ausgeprägte militärische Infrastruktur und Tradition. Die Präsenz des Regiments prägte das städtische Leben erheblich, von Paraden und militärischen Zeremonien bis zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Garnison.

Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 wurde das Regiment mobilisiert und an die Westfront verlegt. Wie viele Kavallerieregimenter musste es sich den veränderten Bedingungen des modernen Krieges anpassen. Die traditionelle Rolle der Kavallerie als Angriffs- und Aufklärungswaffe wurde durch Maschinengewehre, Artillerie und Schützengräben obsolet. Viele Husaren wurden abgesessen und als Infanterie eingesetzt.

Die Erhaltung solcher Kabinettfotos ist von erheblichem historischem Wert. Sie dokumentieren nicht nur Uniformdetails und militärische Ausrüstung, sondern auch individuelle Schicksale und die gesellschaftliche Bedeutung des Militärs im Kaiserreich. Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine gute Erhaltung hin, was bei über hundert Jahre alten Fotografien bemerkenswert ist. Typische Alterungserscheinungen können leichte Verfärbungen, minimale Randschäden oder Stempelabdrücke des Ateliers umfassen.

Für Sammler und Historiker bieten solche Fotografien wichtige Einblicke in die Uniformkunde, die Sozialgeschichte des Militärs und die Geschichte der Fotografie. Sie ergänzen offizielle Dokumente und Regimentsgeschichten um die persönliche Dimension und helfen, das Leben und die Identität der Soldaten im späten Kaiserreich zu verstehen.