III. Reich - Originalunterschrift von Reichskriegsminister Werner von Blomberg auf einer Ernennungsurkunde

für einen geprüften Beamtenanwärter zum Technischen Sekretär im Reichsdienst, ausgestellt in Berlin am 24.2.1936 mit sehr schöner Tintensignatur " v. Blomberg ". Das DinA4-Doppelblatt ist gelocht und gefaltet..
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III. Reich - Originalunterschrift von Reichskriegsminister Werner von Blomberg auf einer Ernennungsurkunde

Die vorliegende Ernennungsurkunde aus dem Jahr 1936 trägt die originale Unterschrift von Generalfeldmarschall Werner von Blomberg, der von 1933 bis 1938 als Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht diente. Dieses Dokument stellt ein authentisches Zeugnis der militärischen und administrativen Bürokratie des Dritten Reiches dar und gewährt Einblick in die Personalpolitik der nationalsozialistischen Verwaltung.

Werner Eduard Fritz von Blomberg (1878-1946) war eine zentrale Figur in der Frühphase der nationalsozialistischen Machtkonsolidierung. Am 30. Januar 1933, zeitgleich mit Hitlers Ernennung zum Reichskanzler, wurde Blomberg zum Reichswehrminister ernannt. Mit der Umbenennung der Reichswehr in Wehrmacht am 16. März 1935 wurde sein Amt entsprechend zum Reichskriegsminister umbenannt. In dieser Funktion spielte er eine entscheidende Rolle bei der Wiederaufrüstung Deutschlands und der Integration der Wehrmacht in den nationalsozialistischen Staat.

Das Dokument datiert auf den 24. Februar 1936, eine bedeutsame Zeit in der deutschen Geschichte. Nur wenige Wochen später, am 7. März 1936, würde die Wehrmacht das entmilitarisierte Rheinland besetzen, was einen eklatanten Bruch des Versailler Vertrages darstellte. In dieser Phase der intensiven Aufrüstung und Expansion des Staatsapparates wurden zahlreiche neue Beamte eingestellt und befördert.

Die Urkunde selbst betrifft die Ernennung eines geprüften Beamtenanwärters zum Technischen Sekretär im Reichsdienst. Die Laufbahn der technischen Beamten war im Deutschen Reich streng geregelt. Beamtenanwärter mussten zunächst eine mehrjährige Ausbildung durchlaufen und entsprechende Prüfungen ablegen, bevor sie in den regulären Beamtendienst übernommen werden konnten. Die Position eines Technischen Sekretärs gehörte zur mittleren Beamtenlaufbahn und war typischerweise für administrative und technische Aufgaben in den verschiedenen Reichsbehörden vorgesehen.

Die Tatsache, dass diese Ernennung vom Reichskriegsministerium ausgestellt wurde, deutet darauf hin, dass der betreffende Beamte in einer militärischen oder militärnahen Dienststelle tätig werden sollte. Das Reichskriegsministerium in der Bendlerstraße in Berlin war das administrative Zentrum der deutschen Wehrmacht und beschäftigte Tausende von Beamten in verschiedenen Abteilungen.

Die Unterschrift “v. Blomberg” in Tinte ist von besonderer historischer Bedeutung. Während der NS-Zeit wurden wichtige Ernennungsurkunden häufig mit Originalunterschriften der jeweiligen Minister versehen, wobei weniger bedeutende Dokumente oft mit Faksimile-Unterschriften oder von untergeordneten Beamten unterzeichnet wurden. Eine echte Tintensignatur auf einem Dokument aus dem mittleren Beamtendienst war durchaus üblich, da diese Ernennungen der ministeriellen Genehmigung bedurften.

Das Format des Dokumentes als DinA4-Doppelblatt, gelocht und gefaltet, entspricht den standardisierten Verwaltungsvorschriften der Zeit. Die Lochung deutet darauf hin, dass das Dokument zur Ablage in einer Personalakte vorgesehen war. Die Faltung war typisch für die Aufbewahrung in amtlichen Aktenordnern.

Blombergs Karriere endete abrupt im Februar 1938 mit der sogenannten Blomberg-Fritsch-Krise. Seine Heirat mit einer Frau, die eine polizeiliche Vorgeschichte hatte, wurde von Göring und Himmler genutzt, um ihn zum Rücktritt zu zwingen. Hitler nutzte diese Gelegenheit, um die Führungsstruktur der Wehrmacht umzugestalten und übernahm selbst den Oberbefehl. Das Amt des Reichskriegsministers wurde abgeschafft und durch das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) unter Wilhelm Keitel ersetzt.

Dokumente wie diese Ernennungsurkunde sind wichtige historische Quellen für die Erforschung der NS-Verwaltung und der Militärbürokratie. Sie belegen die rechtlichen und administrativen Prozesse der Zeit und bieten Einblick in die Personalpolitik des Dritten Reiches. Die Authentizität solcher Dokumente lässt sich durch verschiedene Merkmale verifizieren: das verwendete Papier, die Drucktype, die Stempelabdrücke und natürlich die Unterschrift selbst.

Aus militärhistorischer Perspektive dokumentiert diese Urkunde die systematische Expansion des deutschen Militärapparates in den 1930er Jahren. Die Einstellung und Beförderung von technischen Beamten war essentiell für die Funktionsfähigkeit der wachsenden Wehrmacht und ihrer komplexen Verwaltungsstruktur. Diese Beamten waren verantwortlich für logistische, technische und administrative Aufgaben, die für die militärische Organisation unverzichtbar waren.