Kaiser Wilhelm II. : Goldene Herzförmige Auflage mit Brillanten für eine Geschenkdose anlässlich der Taufe des jüngsten Sohnes seines Bruders Prinz Heinrich von Preußen

Um 1900. Herzförmiges Wappenschild aus Gold mit 2 aufgelegten seitwärts blickenden preußischen Adlern, im Zentrum die mit Brillanten und Rubinen besetzte Chiffre von Wilhelm II.:  Kaiserkrone über "W". Höhe 65 mm, Gewicht 42,5 Gramm. Wunderschöne feinste Juweliersarbeit, die 93 Altschliff-Brillanten (ca. 2,75 Carat) in feiner Qualität, die 2 Rubine (ca. 06 Carat) in sehr schöner Qualität und Farbe.
Am 15. März 1900 überreichte Kaiser Wilhelm seinem Bruder Prinz Heinrich anlässlich der Taufe seines jüngsten Sohnes Heinrich (1900 - 1904) ein prächtiges goldenes Geschenketui. Die goldene Dose wurde nach dem 1. Weltkrieg eingeschmolzen, die Auflage wurde jedoch vorher abgenommen. Auf der Rückseite wurde eine feine Gravur zur Erinnerung angebracht "Kiel, 15. März 1900", darunter die gekrönte Chiffre des jungen Prinzen Heinrich, der im Kindesalter von nur 4 Jahren im Jahr 1904 bereits verstorben ist. (Die alten Befestigungsstifte für die Golddose sind auf der Rückseite noch vorhanden). Ein kaiserliches Geschenkobjekt von höchster Juweliersqualität. In hervorragendem Zustand.

Heinrich von Preußen (* 14. August 1862 in Potsdam; † 20. April 1929 in Hemmelmark).
Albert Wilhelm Heinrich von Preußen war ein Sohn des späteren Kaisers Friedrich III. und Enkel Kaiser Wilhelms I. Seine Mutter, Kaiserin Victoria, war die älteste Tochter der britischen Queen Victoria. Heinrich war der jüngere Bruder Kaiser Wilhelms II.

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Ein kaiserliches Geschenk: Die goldene herzförmige Auflage mit Brillanten von Kaiser Wilhelm II.

Unter den persönlichen Geschenkobjekten des Hauses Hohenzollern nimmt dieses außergewöhnliche Stück eine besondere Stellung ein. Es handelt sich um eine herzförmige goldene Auflage – ein Wappenschild, das ursprünglich auf einer prachtvollen goldenen Geschenkdose montiert war. Diese Dose wurde von Kaiser Wilhelm II. seinem jüngeren Bruder Prinz Heinrich von Preußen anlässlich der Taufe seines jüngsten Sohnes überreicht. Die Zeremonie fand am 15. März 1900 in Kiel statt, in der Nähe des Marinestützpunktes, an dem Prinz Heinrich stationiert war.

Das Objekt ist ein Unikat von höchster Juweliersqualität. Das herzförmige Wappenschild besteht aus Gold und trägt zwei aufgelegte, seitwärts blickende preußische Adler. Im Zentrum befindet sich die Chiffre Wilhelms II. – eine Kaiserkrone über dem Buchstaben „W“ –, die mit 93 Altschliff-Brillanten (ca. 2,75 Karat) in feiner Qualität sowie zwei Rubinen (ca. 0,6 Karat) in sehr schöner Qualität und Farbe besetzt ist. Das Stück misst 65 mm in der Höhe und wiegt 42,5 Gramm. Auf der Rückseite befindet sich eine feine Gravur mit der Inschrift „Kiel, 15. März 1900“ sowie die gekrönte Chiffre des jungen Prinzen Heinrich. Die originalen Befestigungsstifte, mit denen die Auflage auf der Golddose befestigt war, sind auf der Rückseite noch vorhanden.

Der Anlass: Die Taufe eines Prinzen

Der Anlass für dieses kaiserliche Geschenk war die Taufe des jüngsten Sohnes von Prinz Heinrich von Preußen, der den vollständigen Namen Prinz Heinrich Viktor Ludwig Friedrich trug und am 9. Januar 1900 geboren worden war. Die Taufe fand im Kieler Schloss statt. Solche mit Juwelen besetzte goldene Dosen waren typisch für die kaiserlichen diplomatischen und familiären Geschenktraditionen der wilhelminischen Ära. Sie waren Ausdruck der dynastischen Verbundenheit und des herrschaftlichen Repräsentationsbedürfnisses der Hohenzollern.

Die Geschichte des kleinen Prinzen Heinrich sollte jedoch tragisch enden. Der Junge war Bluter (Hämophilie), eine Erbkrankheit, die in mehreren europäischen Königshäusern verbreitet war. Im Alter von nur vier Jahren starb Prinz Heinrich am 26. Februar 1904 an einer Hirnblutung nach einem Sturz. Sein früher Tod verlieh dem Taufgeschenk seines kaiserlichen Onkels eine tiefe, melancholische Bedeutung als Erinnerungsstück an ein kurzes Leben.

Der Schenker und der Empfänger

Kaiser Wilhelm II. war das Oberhaupt des Deutschen Reiches und König von Preußen. Sein jüngerer Bruder, Albert Wilhelm Heinrich von Preußen (geboren am 14. August 1862 in Potsdam, gestorben am 20. April 1929 in Hemmelmark), war Großadmiral der Kaiserlichen Marine. Beide waren Söhne des späteren Kaisers Friedrich III. und Enkel Kaiser Wilhelms I. Ihre Mutter, Kaiserin Victoria, war die älteste Tochter der britischen Queen Victoria, was die enge dynastische Verflechtung zwischen dem deutschen und dem britischen Herrscherhaus verdeutlicht.

Prinz Heinrich hatte seine Karriere der Marine gewidmet und war in Kiel stationiert, dem wichtigsten Marinestützpunkt des Kaiserreichs. Die Wahl Kiels als Ort der Taufe war daher kein Zufall, sondern spiegelte die enge Verbindung des Prinzen mit der Flotte wider.

Das Schicksal nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Sturz der deutschen Monarchie im November 1918 veränderte sich die Lebenssituation der Hohenzollern grundlegend. Die einstmals regierende Dynastie sah sich mit dem Verlust ihrer politischen Macht und erheblichen finanziellen Einschränkungen konfrontiert. In diesem Zusammenhang wurde die goldene Geschenkdose eingeschmolzen – vermutlich aus finanziellen Gründen. Doch vor der Einschmelzung wurde die kostbare Juwelenauflage von der Dose abgenommen und bewahrt. Die Gravur auf der Rückseite wurde als Erinnerungsinschrift angebracht, um die historische Bedeutung des Stückes für die Nachwelt festzuhalten. So überlebte die Auflage als eigenständiges Objekt und trat später in den Sammler- und Antiquitätenmarkt ein.

Bedeutung für Sammler

Dieses Stück ist aus mehreren Gründen von außerordentlicher Bedeutung. Erstens handelt es sich um ein Unikat – es wurde nur ein einziges Exemplar für diesen spezifischen Anlass angefertigt. Zweitens dokumentiert es die höchsten Traditionen kaiserlicher Geschenkkultur in ihrer feinsten Ausprägung: die Verbindung von Gold, Edelsteinen und heraldischer Symbolik. Drittens ist die Geschichte, die sich mit diesem Objekt verbindet – die Geburt und der frühe Tod eines Prinzen, der Glanz und der Untergang einer Dynastie – von jener Art, die ein Sammlerstück über seinen materiellen Wert hinaus zu einem historischen Zeugnis erhebt.

Die Erhaltung der Auflage nach der Zerstörung der Dose zeugt davon, dass auch in Zeiten des Umbruchs der Wunsch bestand, ein Stück kaiserlicher Erinnerung zu bewahren. So steht dieses Objekt heute als stummes, aber beredtes Zeugnis einer untergegangenen Epoche – der wilhelminischen Ära in ihrem ganzen Glanz und in ihrer ganzen Tragik.

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