Kriegsverdienstmedaille 1939.
Die Kriegsverdienstmedaille 1939 (KVM) stellt eine bedeutende Auszeichnung des nationalsozialistischen Deutschland dar, die während des Zweiten Weltkriegs verliehen wurde. Diese Medaille aus Buntmetall am Band repräsentiert einen wichtigen Aspekt des militärischen Auszeichnungswesens jener Zeit und dokumentiert die Anerkennung von Verdiensten im Krieg.
Die Stiftung der Kriegsverdienstmedaille erfolgte am 19. August 1940 durch Adolf Hitler. Sie wurde als Teil des Systems der Kriegsverdienstauszeichnungen eingeführt, zu dem auch das Kriegsverdienstkreuz in verschiedenen Klassen gehörte. Die Medaille diente der Anerkennung von Verdiensten im Krieg, sowohl für militärisches als auch für ziviles Personal, das sich im Dienst des Deutschen Reiches besonders hervorgetan hatte.
Die Medaille wurde in zwei verschiedenen Ausführungen verliehen: mit Schwertern für Verdienste im unmittelbaren Kampfbereich und ohne Schwerter für Verdienste in der Heimat oder im rückwärtigen Bereich. Diese Unterscheidung ermöglichte es, sowohl Frontsoldaten als auch Personen in der Rüstungsindustrie, der Verwaltung oder anderen kriegswichtigen Bereichen auszuzeichnen.
Das Design der Medaille zeigt auf der Vorderseite einen Stahlhelm, umgeben von einem Eichenlaubkranz. Die Rückseite trägt die Inschrift “FÜR KRIEGSVERDIENST” sowie das Datum “1939”, das auf den Beginn des Zweiten Weltkriegs verweist. Die Medaille wurde aus verschiedenen Materialien gefertigt, wobei Buntmetall (eine Kupferlegierung) das am häufigsten verwendete Material war, insbesondere in den späteren Kriegsjahren, als Edelmetalle knapp wurden.
Das Band der Kriegsverdienstmedaille war in den Farben Rot mit weißen Seitenstreifen und schwarzen Außenstreifen gehalten. Diese Farbkombination orientierte sich an den traditionellen deutschen Reichsfarben und war charakteristisch für die Kriegsverdienstauszeichnungen des Dritten Reiches.
Die Verleihungskriterien waren in verschiedenen Erlassen und Bestimmungen festgelegt. Die Medaille konnte für einzelne herausragende Leistungen oder für langjährige pflichtgemäße Erfüllung von Aufgaben im Rahmen des Kriegseinsatzes verliehen werden. Dabei musste die Leistung über das normale Maß dessen hinausgehen, was von einem Soldaten oder Zivilisten in seiner Position erwartet werden konnte.
Während des Krieges wurden Millionen dieser Medaillen verliehen, was sie zu einer der am häufigsten vergebenen Auszeichnungen des Dritten Reiches macht. Die hohe Anzahl der Verleihungen spiegelt sowohl die lange Dauer des Krieges als auch die Mobilisierung nahezu aller gesellschaftlichen Bereiche für die Kriegsanstrengungen wider.
Aus sammlerischer und historischer Perspektive sind diese Medaillen heute wichtige Zeitzeugnisse. Sie dokumentieren das Auszeichnungssystem des nationalsozialistischen Regimes und geben Einblick in die Propaganda- und Motivationsstrategien jener Zeit. Die Verwendung von Buntmetall statt Edelmetallen in vielen Exemplaren illustriert zudem die zunehmende Materialknappheit in Deutschland während des Kriegsverlaufs.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 in der Bundesrepublik Deutschland alle nationalsozialistischen Auszeichnungen für ungültig erklärt. Das Tragen dieser Medaillen wurde verboten, sofern nationalsozialistische Symbole wie das Hakenkreuz sichtbar waren. Diese rechtliche Regelung besteht bis heute fort.
Für die militärhistorische Forschung bleiben solche Objekte dennoch von großer Bedeutung. Sie ermöglichen es, das komplexe System militärischer Ehrungen und die gesellschaftliche Mobilisierung während des Zweiten Weltkriegs zu verstehen. Die Kriegsverdienstmedaille 1939 steht exemplarisch für die Versuche des NS-Regimes, durch Auszeichnungen Loyalität zu fördern und die Kriegsanstrengungen aufrechtzuerhalten.