Heer - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Generaloberst Walter Model

auf einer Verleihungsurkunde zum Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, für einen Gefreiten Stab II/Armee-Nachrichten-Regiment 511, ausgestellt am 6. September 1942 durch Generaloberst Walter Model,- Ritterkreuz am 9.7.1941, das 74. Eichenlaub am 17.2.1942, die 28. Schwerter am 2.4.1943, die 17. Brillanten am 17.8.1944, mehrfach gefaltet, Zustand 2
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Heer - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Generaloberst Walter Model

Die vorliegende Verleihungsurkunde zum Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse stellt ein bedeutendes zeitgeschichtliches Dokument aus dem Zweiten Weltkrieg dar. Ausgestellt am 6. September 1942 für einen Gefreiten des Stab II/Armee-Nachrichten-Regiment 511, trägt sie die Originalunterschrift des Generaloberst Walter Model, einer der bekanntesten und umstrittensten Heerführer der Wehrmacht.

Walter Model (1891-1945) war ein deutscher Heeresoffizier, der während des Zweiten Weltkriegs zu einem der wichtigsten Feldkommandanten aufstieg. Seine militärische Karriere war durch außergewöhnliche taktische Fähigkeiten und eine kompromisslose Führung gekennzeichnet. Model erhielt das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 9. Juli 1941 während der Operation Barbarossa. Seine weiteren Auszeichnungen dokumentieren seinen Aufstieg: das 74. Eichenlaub am 17. Februar 1942, die 28. Schwerter am 2. April 1943 und schließlich die 17. Brillanten am 17. August 1944. Damit gehörte er zu den höchstdekorierten deutschen Offizieren des Krieges.

Das Kriegsverdienstkreuz (KVK) wurde durch Erlass Adolf Hitlers am 18. Oktober 1939 als Auszeichnung für Verdienste im Kriege gestiftet. Es existierte in zwei Klassen und konnte sowohl mit als auch ohne Schwerter verliehen werden. Die Version ohne Schwerter war für zivile Verdienste vorgesehen, während die Version mit Schwertern für militärische Leistungen bestimmt war, die nicht unmittelbar im Kampf erbracht wurden. Das KVK 2. Klasse wurde an Soldaten und Zivilisten verliehen, die sich durch besondere Leistungen in der Kriegsführung oder Kriegswirtschaft hervorgetan hatten.

Das Armee-Nachrichten-Regiment 511 gehörte zu den Nachrichtentruppen der Wehrmacht, die für die militärische Kommunikation zuständig waren. Diese Einheiten spielten eine entscheidende Rolle in der Kriegsführung, da sie die Verbindungen zwischen den Kommandostellen und den kämpfenden Truppen aufrechterhielten. Im September 1942, zum Zeitpunkt der Urkundenausstellung, befand sich die Wehrmacht in intensiven Operationen an der Ostfront, insbesondere während der Schlacht um Stalingrad.

Model kommandierte zu dieser Zeit die 9. Armee, die im mittleren Abschnitt der Ostfront operierte. Seine Unterschrift auf dieser Verleihungsurkunde dokumentiert seine damalige Befehlsgewalt und seine Rolle bei der Anerkennung der Leistungen von Soldaten seiner Einheiten. Die Tatsache, dass ein Gefreiter des Nachrichtenregiments diese Auszeichnung erhielt, unterstreicht die Bedeutung der Nachrichtentruppen für den militärischen Erfolg.

Die Gestaltung solcher Urkunden folgte standardisierten Richtlinien der Wehrmacht. Sie enthielten typischerweise den Reichsadler, die genaue Bezeichnung der Auszeichnung, den Namen und Rang des Ausgezeichneten, seine Einheit, das Verleihungsdatum sowie die Unterschrift und das Dienstsiegel des verleihenden Offiziers. Die mehrfachen Faltungen des vorliegenden Dokuments sind charakteristisch für Urkunden, die von Soldaten im Feld aufbewahrt wurden, oft im Soldbuch oder in persönlichen Dokumenten.

Aus militärhistorischer Perspektive sind solche Dokumente von mehrfachem Wert: Sie dokumentieren nicht nur individuelle Biographien, sondern auch die Organisationsstruktur, Befehlsketten und das Auszeichnungswesen der Wehrmacht. Die Originalunterschrift eines hochrangigen Offiziers wie Model macht das Dokument besonders bedeutsam, da sie einen direkten Bezug zu einer Schlüsselfigur des Zweiten Weltkriegs herstellt.

Walter Model beging nach der Kapitulation der Heeresgruppe B im Ruhrkessel am 21. April 1945 Suizid. Seine militärische Laufbahn und seine Rolle im NS-Regime bleiben Gegenstand historischer Forschung und Diskussion. Dokumente mit seiner Unterschrift sind heute rare Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte und dienen der wissenschaftlichen Aufarbeitung dieser Zeit.