Wehrmacht Afrikakorps Stiefelhose M 1942 für Mannschaften

Kammerstück, um 1942, Fertigung aus olivem gerippten Baumwolltuch, Webgürtel ist vorhanden. Innen mit Kammerstempel ".. B 41..", Bundumfang 78 cm, Länge 90 cm. Getragen, Zustand 2-
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500,00

Wehrmacht Afrikakorps Stiefelhose M 1942 für Mannschaften

Die Wehrmacht Afrikakorps Stiefelhose M 1942 für Mannschaften repräsentiert ein charakteristisches Kleidungsstück der deutschen Truppen, die zwischen 1941 und 1943 in Nordafrika kämpften. Dieses spezielle Exemplar aus olivfarbenem geripptem Baumwolltuch trägt den Kammerstempel “B 41”, was auf das Jahr 1941 als Herstellungsdatum hindeutet.

Das Deutsche Afrikakorps (DAK) wurde im Februar 1941 unter dem Kommando von Generalleutnant Erwin Rommel aufgestellt und nach Libyen entsandt, um die dort kämpfenden italienischen Streitkräfte zu unterstützen. Die extremen klimatischen Bedingungen Nordafrikas erforderten die Entwicklung spezialisierter Uniformen und Ausrüstungsgegenstände, die sich deutlich von der Standardausrüstung der Wehrmacht unterschieden.

Die tropische Bekleidung der Wehrmacht wurde zunächst in begrenzten Mengen produziert, da niemand mit einem längeren Einsatz in dieser Region gerechnet hatte. Die erste Generation der Tropenuniformen bestand aus leichterem Baumwollstoff in einem olivgrünen oder sandfarbenen Ton. Die Stiefelhose, wie das vorliegende Exemplar, war Teil der Feldbekleidung und wurde über den charakteristischen Schnürstiefeln getragen, die bis zur Mitte der Wade reichten.

Das Modell 1942 stellte eine Weiterentwicklung der ersten Tropenuniformen dar. Die Hose wurde aus robustem, geripptem Baumwolltuch gefertigt, das atmungsaktiv war und dennoch ausreichenden Schutz gegen die abrasive Wirkung des Wüstensandes bot. Der vorhandene Webgürtel war ein integraler Bestandteil der Uniform und diente zur Befestigung der Ausrüstung sowie zur besseren Anpassung der Hose an den Träger.

Der Kammerstempel ist ein wichtiges authentifizierendes Merkmal. Das “B” könnte auf einen spezifischen Heeresbereich oder eine Beschaffungskammer hinweisen, während die Zahl “41” das Jahr der Beschaffung oder Ausgabe bezeichnet. Solche Stempel waren Teil des militärischen Verwaltungssystems und dienten der Inventarisierung und Zuordnung von Ausrüstungsgegenständen.

Die Maße dieses Exemplars – ein Bundumfang von 78 cm und eine Länge von 90 cm – entsprechen einer durchschnittlichen Größe für Mannschaften der damaligen Zeit. Die Stiefelhose war so konzipiert, dass sie in die Stiefel gesteckt werden konnte, was sowohl praktische als auch hygienische Vorteile bot: Sie verhinderte das Eindringen von Sand und bot Schutz vor Insekten und der intensiven Sonneneinstrahlung.

Die Versorgungslage des Afrikakorps war während des gesamten Feldzugs problematisch. Der lange Seeweg über das Mittelmeer, der ständigen Angriffen durch alliierte Luft- und Seestreitkräfte ausgesetzt war, führte zu chronischem Mangel an Nachschub, einschließlich Uniformen und Bekleidung. Dies führte dazu, dass viele Soldaten ihre Uniformteile über längere Zeiträume tragen mussten, was den erhaltenen Zustand vieler Exemplare erklärt.

Die tropische Uniform des Afrikakorps wurde zu einem ikonischen Symbol des Nordafrikafeldzugs. Die charakteristische olivgrüne bis sandgelbe Färbung unterschied sich deutlich von der feldgrauen Standarduniform der Wehrmacht und machte die Angehörigen des DAK auch visuell erkennbar. Neben der praktischen Funktion hatte die Uniform auch eine wichtige Rolle für die Moral und das Korpsgeist der Truppe.

Nach der Schlacht von El Alamein im Oktober/November 1942 und der alliierten Landung in Nordwestafrika (Operation Torch) im November 1942 begann der Rückzug der Achsenmächte. Die endgültige Kapitulation der Heeresgruppe Afrika erfolgte im Mai 1943 in Tunesien, womit der Nordafrikafeldzug endete. Viele Ausrüstungsgegenstände, einschließlich Uniformen, gingen in alliierte Hände über oder wurden von den Soldaten nach ihrer Gefangennahme abgegeben.

Heute sind originale Uniformteile des Afrikakorps begehrte Sammlerstücke, die wichtige materielle Zeugnisse eines bedeutenden Kapitels des Zweiten Weltkriegs darstellen. Sie dokumentieren nicht nur die militärgeschichtliche Entwicklung, sondern auch die textile Fertigung, Logistik und die alltäglichen Lebensbedingungen der Soldaten unter extremen klimatischen Bedingungen. Das vorliegende Exemplar mit seinem erhaltenen Webgürtel und dem authentischen Kammerstempel ist ein wertvolles historisches Dokument dieser Epoche.