Heer - Faksimileunterschrift von Ritterkreuzträger Generalmajor Karl Kriebel
Bei diesem Objekt handelt es sich um ein Portraitfoto in Postkartengröße mit einer Faksimileunterschrift von Generalmajor Karl Kriebel, einem Ritterkreuzträger der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs.
Karl Kriebel (1888-1961) war eine bemerkenswerte Persönlichkeit in der deutschen Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts. Seine militärische Laufbahn begann bereits im Ersten Weltkrieg, doch seine besondere historische Bedeutung erlangte er zunächst durch seine Beteiligung am Hitler-Ludendorff-Putsch von 1923 in München. Als Stabschef des paramilitärischen Kampfbundes spielte Kriebel eine zentrale Rolle bei diesem gescheiterten Putschversuch und wurde zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, von denen er nur einen Teil absitzen musste.
Während des Zweiten Weltkriegs diente Kriebel erneut in der Wehrmacht und wurde zum Generalmajor befördert. Die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes, Deutschlands höchster militärischer Auszeichnung für Tapferkeit, erfolgte in Anerkennung seiner militärischen Leistungen. Das Ritterkreuz wurde am 1. September 1939 von Adolf Hitler als Erweiterung des Eisernen Kreuzes gestiftet und konnte für außergewöhnliche Führungsleistungen oder Tapferkeit im Kampf verliehen werden.
Faksimileunterschriften auf Portraitfotos waren während der Zeit des Dritten Reichs ein verbreitetes Phänomen. Diese Fotos wurden oft zu Propagandazwecken produziert und verteilt, dienten aber auch als Sammelobjekte oder als persönliche Erinnerungsstücke für Soldaten und Zivilisten. Die Faksimileunterschrift – eine gedruckte oder vorgedruckte Nachbildung der Originalunterschrift – ermöglichte es, solche Fotos in größerer Stückzahl zu produzieren, ohne dass der abgebildete Offizier jedes einzelne Exemplar persönlich signieren musste.
Das Postkartenformat war für solche Portraitfotos standardisiert und entsprach den üblichen Maßen von etwa 9 x 14 cm oder 10 x 15 cm. Diese Größe machte die Fotos praktisch für Sammelalben, zum Versenden oder zur Aufbewahrung in Brieftaschen. Viele Soldaten und Unterstützer des Regimes sammelten solche Portraitfotos von militärischen Führungspersönlichkeiten, besonders von Trägern hoher Auszeichnungen wie dem Ritterkreuz.
Die Produktion solcher Propagandamaterialien wurde von verschiedenen offiziellen Stellen überwacht und koordiniert. Das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und das Propagandaministerium unter Joseph Goebbels spielten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Bildern militärischer Helden, um die Moral der Bevölkerung und der Truppen zu stärken.
Der Erhaltungszustand 2 deutet nach gängiger sammlerischer Bewertungsskala auf einen sehr guten bis guten Zustand hin, mit möglicherweise leichten Gebrauchsspuren, aber ohne wesentliche Beschädigungen. Dies ist bemerkenswert für ein Objekt, das über 80 Jahre alt ist und die Wirren der Nachkriegszeit überstanden hat.
Nach 1945 unterlagen viele militärische Erinnerungsstücke aus der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland strengen Regelungen. Während das Sammeln solcher historischer Objekte zu wissenschaftlichen oder dokumentarischen Zwecken legal ist, verbietet das deutsche Strafgesetzbuch (§ 86a StGB) die Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, sofern diese nicht eindeutig der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen oder ähnlichen Zwecken dient.
Aus heutiger historischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Zeitdokumente, die Einblicke in die Propagandamaschinerie und die Heldenverehrung des Dritten Reichs geben. Sie werden in Museen, Archiven und privaten Sammlungen aufbewahrt und dienen der wissenschaftlichen Forschung und der historischen Bildung. Die kritische Auseinandersetzung mit solchen Objekten hilft dabei, die Mechanismen totalitärer Propaganda zu verstehen und trägt zur Aufarbeitung dieser dunklen Epoche der deutschen Geschichte bei.