Polizei Mützenabzeichen für die Einheitsfeldmütze M 43 für Mannschaften der Polizei-Felddivision

Bevo-gewebte Ausführung auf feldgrau, um 1944, ungetragener Zustand.
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95,00

Polizei Mützenabzeichen für die Einheitsfeldmütze M 43 für Mannschaften der Polizei-Felddivision

Das Polizei-Mützenabzeichen für die Einheitsfeldmütze M 43 stellt ein faszinierendes Beispiel der Uniformkunde der deutschen Polizeiverbände während des Zweiten Weltkrieges dar. Dieses spezielle Abzeichen wurde von Mannschaften der Polizei-Felddivision getragen und verkörpert die zunehmende Militarisierung der Polizeikräfte im nationalsozialistischen Deutschland.

Die Einheitsfeldmütze M 43 wurde im Jahr 1943 als vereinfachte Kopfbedeckung für alle Wehrmachtsteile eingeführt. Sie ersetzte die aufwendigere Schirmmütze M 42 und sollte Material und Produktionskosten sparen. Die Polizei-Felddivisionen übernahmen diese praktische Kopfbedeckung ebenfalls, wobei sie ihre eigenen Hoheitsabzeichen beibehielten.

Das hier beschriebene Abzeichen ist in Bevo-Technik gefertigt, benannt nach der Barmer Bandweberei Ewald Vorsteher, die diese spezielle Webtechnik perfektionierte. Die Bevo-Abzeichen waren zwischen 1935 und 1945 weit verbreitet und zeichneten sich durch ihre Haltbarkeit und präzise Darstellung aus. Die feldgraue Grundfarbe des Abzeichens entspricht der typischen Felduniform-Farbgebung der Wehrmacht und Polizeiverbände.

Die Polizei-Felddivisionen entstanden ab 1939 als militärisch organisierte Polizeieinheiten. Sie unterstanden zunächst dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler, wurden aber operativ der Wehrmacht unterstellt. Insgesamt wurden vier Polizei-Divisionen aufgestellt, nummeriert von 1 bis 4, sowie mehrere Polizei-Regimenter und kleinere Einheiten.

Die erste Polizei-Division wurde im Oktober 1939 aufgestellt und nahm am Frankreichfeldzug 1940 sowie am Ostfeldzug ab 1941 teil. Diese Divisionen rekrutierten sich hauptsächlich aus Angehörigen der Ordnungspolizei und der Schutzpolizei. Die Mannschaften trugen im Wesentlichen Wehrmachtsuniformen, behielten aber charakteristische Polizeiabzeichen bei, um ihre Zugehörigkeit zur Polizei zu kennzeichnen.

Um 1944, dem vermuteten Herstellungszeitpunkt dieses Abzeichens, befanden sich die Polizei-Divisionen in schweren Abwehrkämpfen an der Ostfront. Die dritte und vierte Polizei-Division waren erst 1943 aufgestellt worden. Die zunehmende Kriegsmüdigkeit und der Materialmangel führten zu weiteren Vereinfachungen bei Uniformen und Abzeichen.

Das Mützenabzeichen zeigte typischerweise das Polizeihoheitszeichen, bestehend aus dem deutschen Adler mit Hakenkreuz sowie dem charakteristischen Polizeistern. Die Gestaltung unterschied sich dabei deutlich von den Wehrmachtsabzeichen, um die besondere Stellung der Polizeiverbände zu verdeutlichen. Die Bevo-Ausführung ermöglichte eine detaillierte Darstellung auch bei der massenhaften Produktion.

Der ungetragene Zustand dieses Exemplars ist bemerkenswert, da die meisten Feldausrüstungsgegenstände aus dieser Zeit durch intensive Nutzung oder Kriegseinwirkungen beschädigt wurden. Solche fabrikneuen Stücke verblieben oft in Depots oder bei Herstellern und gelangten nie zur Truppe. Nach Kriegsende 1945 wurden viele dieser Bestände vernichtet oder beschlagnahmt.

Die Verwendung der Einheitsfeldmütze M 43 durch Polizeiverbände unterstreicht die zunehmende Verschmelzung von Polizei- und Militärfunktionen im NS-Staat. Die Polizei-Divisionen waren vollwertige Kampfverbände, die an allen Fronten eingesetzt wurden und schwere Verluste erlitten. Gleichzeitig waren Polizeieinheiten auch an Kriegsverbrechen und Völkermord beteiligt.

Aus sammlerischer und historischer Perspektive dokumentiert dieses Abzeichen die Uniformgeschichte der deutschen Polizeiverbände im Zweiten Weltkrieg. Es zeigt die Standardisierungsbestrebungen der späten Kriegsjahre sowie die handwerkliche Qualität der deutschen Textilproduktion. Die Bevo-Technik wird heute noch bei der Herstellung von Uniformabzeichen verwendet.

Solche Objekte dienen der historischen Forschung als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte. Sie helfen, die Organisation, Ausrüstung und Entwicklung militärischer und paramilitärischer Verbände zu verstehen, ohne die begangenen Verbrechen zu verherrlichen.