Polizei Degen für Führer .

Etwas angelaufene Klinge mit Herstellerzeichen von "Ernst Pack& Söhne M.B.H. Waffenfabrik, Solingen", vernickeltes Stahlgefäß, der Holzgriff mit intakter Wicklung und eingesetztem Adler, die Scheide mit ca 75% des Originallackes, diese ist beulenfrei, die Beschläge aus vernickeltem Eisen, komplett mit gebundenem Portepee und Gehänge. Getragenes Stück in  guter Erhaltung. Zustand 2-
Gesamtlänge 900 mm.
450451
1.950,00

Polizei Degen für Führer .

Der Polizeidegen für Führer aus der Zeit des Dritten Reiches stellt ein bedeutendes Zeugnis der uniformtechnischen Ausstattung der deutschen Polizei zwischen 1933 und 1945 dar. Diese Blankwaffe diente nicht als Kampfmittel, sondern vielmehr als Rangabzeichen und Symbol der Autorität für Offiziere und höhere Führungskräfte der verschiedenen Polizeieinheiten.

Die Ordnungspolizei, kurz Orpo, wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten durch die Zusammenführung der verschiedenen Länderpolizeien geschaffen. Im Jahr 1936 wurde Heinrich Himmler zum Chef der Deutschen Polizei ernannt, womit die Polizei zunehmend in die Strukturen der SS integriert wurde. Die Uniformierung und Bewaffnung folgte ab diesem Zeitpunkt strengen Vorschriften, die auch das Tragen von Blankwaffen für Offiziere regelten.

Das vorliegende Exemplar wurde von Ernst Pack & Söhne M.B.H. Waffenfabrik aus Solingen hergestellt. Solingen hatte seit Jahrhunderten den Ruf als Zentrum der deutschen Klingenherstellung und beherbergte zahlreiche renommierte Waffenschmieden. Die Firma Ernst Pack & Söhne gehörte zu den etablierten Herstellern, die während der Zeit des Dritten Reiches Aufträge für militärische und polizeiliche Blankwaffen ausführten. Die Kennzeichnung der Klinge mit dem Herstellerzeichen entspricht den damaligen Vorschriften und ermöglicht heute eine eindeutige Zuordnung.

Die Konstruktion des Polizeidegens folgte standardisierten Vorgaben: Eine Gesamtlänge von etwa 900 mm war typisch für diese Offizierswaffen. Das Stahlgefäß wurde vernickelt, um Korrosion zu verhindern und eine ansprechende Optik zu gewährleisten. Der Holzgriff war mit Draht umwickelt, was einen sicheren Halt gewährleistete. Das eingesetzte Adlerembleme am Griff zeigte das Hoheitszeichen und verdeutlichte die staatliche Autorität des Trägers. Der Polizeiadler unterschied sich dabei in seiner Ausführung von anderen staatlichen Adlern und war spezifisch für die Polizei gestaltet.

Die Scheide bestand typischerweise aus Stahlblech mit lackierter Oberfläche. Die schwarze Lackierung sollte die Scheide vor Witterungseinflüssen schützen und fügte sich harmonisch in die Gesamtoptik der Polizeiuniform ein. Die Beschläge aus vernickeltem Eisen dienten der Befestigung des Gehänges und verstärkten die neuralgischen Punkte der Scheide.

Das Portepee war ein wesentlicher Bestandteil der Trageweise. Diese an der Parierstange befestigte Schlaufe diente ursprünglich dazu, die Waffe am Handgelenk zu sichern. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Portepee jedoch zu einem reinen Rangabzeichen. Die Ausführung, Farbe und das Material des Portepees gaben Auskunft über den Rang und die Zugehörigkeit des Trägers. Offiziere trugen andere Portepees als Unteroffiziere, und verschiedene Polizeieinheiten unterschieden sich in den Details.

Das Gehänge ermöglichte das Tragen des Degens am Koppel. Es bestand üblicherweise aus Leder mit Metallbeschlägen und wurde so gestaltet, dass der Degen in der korrekten Position an der linken Seite hing. Die Trageweise war in den Uniformvorschriften genau festgelegt und durfte nur zu bestimmten Anlässen und in Verbindung mit bestimmten Uniformarten erfolgen.

Der Polizeidegen wurde zu zeremoniellen Anlässen, bei Paraden, offiziellen Empfängen und anderen repräsentativen Aufgaben getragen. Im Alltag und im Einsatz führten Polizeioffiziere den Degen nicht mit sich. Er war somit ein reines Symbol der Amtsgewalt und der militärischen Tradition, die auch in der zivilen Polizei gepflegt wurde.

Die Rangstufen, die zum Tragen des Führerdegens berechtigt waren, begannen typischerweise bei den Offizieren. Meister, Wachtmeister und Leutnante der Schutzpolizei sowie entsprechende Ränge der Gendarmerie und anderen Polizeieinheiten trugen diese Waffe als Teil ihrer Galauniform.

Nach 1945 verloren diese Objekte ihre ursprüngliche Funktion und wurden zu Sammlerstücken. Die Beschäftigung mit solchen militärhistorischen Objekten dient heute der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte und dem musealen Erhalt. Sie dokumentieren die Uniformgeschichte, Rangstrukturen und handwerkliche Traditionen einer spezifischen Epoche deutscher Geschichte.

Der Erhaltungszustand solcher Stücke variiert stark. Die beschriebenen Merkmale wie die angelaufene Klinge, die erhaltene Wicklung und der teilweise vorhandene Originallack sind typisch für Stücke, die tatsächlich getragen wurden. Sie zeugen von der authentischen Nutzung und verleihen dem Objekt historischen Zeugniswert.