Eisernes Kreuz 1939 1.Klasse - Funke & Brüninghaus

Eisenkern geschwärzt, auf der Nadel "L/56" markiert. Zustand 2.
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500,00

Eisernes Kreuz 1939 1.Klasse - Funke & Brüninghaus

Das Eiserne Kreuz 1. Klasse der Ausgabe von 1939 stellt eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Dritten Reiches dar und steht in einer langen Tradition, die bis zu den Befreiungskriegen gegen Napoleon zurückreicht.

Historische Entwicklung: Das Eiserne Kreuz wurde ursprünglich am 10. März 1813 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen gestiftet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es 1939 von Adolf Hitler durch Erlass vom 1. September 1939 – dem Tag des Überfalls auf Polen – erneut gestiftet. Die Neuauflage behielt das klassische Design bei, fügte jedoch ein Hakenkreuz im Zentrum und die Jahreszahl “1939” hinzu.

Das Herstellerzeichen L/56: Die Markierung “L/56” auf der Nadel identifiziert den Hersteller als Funke & Brüninghaus aus Lüdenscheid. Das “L” stand für Lüdenscheid, eine Stadt, die ein bedeutendes Zentrum der Ordensfertigung war. Die Nummer 56 war die spezifische Herstellernummer dieses Unternehmens. Funke & Brüninghaus gehörte zu den zahlreichen Firmen, die während des Zweiten Weltkriegs mit der Produktion von Auszeichnungen beauftragt waren.

Herstellung und Material: Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde typischerweise mit einem geschwärzten Eisenkern gefertigt, der von einem silberfarbenen Rahmen eingefasst war. Die Version der 1. Klasse wurde im Gegensatz zur 2. Klasse direkt an der Uniform getragen, befestigt durch eine Nadel oder eine Schraubscheibe auf der Rückseite. Der Eisenkern wurde durch verschiedene Verfahren geschwärzt, wobei die Qualität je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt variierte.

Verleihungskriterien: Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde für besondere Tapferkeit und Führungsleistungen im Kampf verliehen. Es war eine höhere Stufe als das Eiserne Kreuz 2. Klasse, das zunächst erworben werden musste, bevor man für die 1. Klasse in Betracht gezogen werden konnte. Die Verleihung erfolgte durch vorgesetzte Offiziere nach strengen Kriterien. Während des Krieges wurden etwa 730.000 Exemplare der 1. Klasse verliehen, verglichen mit mehreren Millionen der 2. Klasse.

Trageweise: Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, normalerweise über der Brusttasche. Es wurde direkt angesteckt, ohne Band, was es von der 2. Klasse unterschied, die an einem Band getragen wurde. Die prominente Platzierung machte es zu einer sofort erkennbaren Auszeichnung.

Produktionsvarianten: Im Laufe des Krieges entstanden zahlreiche Varianten des Eisernen Kreuzes 1. Klasse, bedingt durch die Vielzahl der Hersteller und die sich ändernden Produktionsbedingungen. Frühe Stücke zeigten oft bessere Qualität und Detailtreue, während spätere Kriegsproduktionen aufgrund von Materialknappheit und Zeitdruck vereinfacht wurden. Funke & Brüninghaus produzierte über die gesamte Kriegszeit hinweg, wobei die Qualität ihrer Stücke allgemein als gut angesehen wird.

Nachkriegszeit und Sammlerwert: Nach 1945 wurde das Tragen von Orden mit Hakenkreuz in Deutschland verboten. Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 erlaubte das Tragen von Eisernen Kreuzen nur in entnazifizierter Form, bei der das Hakenkreuz durch ein Eichenblatt ersetzt wurde. Originale Stücke sind heute bedeutende militärhistorische Sammlerobjekte. Die Markierung des Herstellers, der Zustand und die Authentizität sind entscheidende Faktoren für den historischen und Sammlerwert.

Historische Bedeutung: Das Eiserne Kreuz 1939 bleibt ein ambivalentes Symbol. Einerseits steht es für die militärische Tradition Preußens und Deutschlands, andererseits ist es untrennbar mit dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Seine Erforschung und Dokumentation dient heute vor allem der historischen Aufarbeitung und dem Verständnis dieser komplexen Periode der deutschen Geschichte.

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