Wehrmacht Heer leichte Sommer-Feldbluse für einen Unteroffizier bzw. Offizier 

grünes Leinentuch, dunkelgrüner Kragen, Knöpfe fehlen, alle Effekten fehlen, Brustadler wurde ursprünglich aufgenäht, Schulterstücke waren zum Schlaufen. Maße: Rückenlänge ca. 68 cm, Schulterbreite: ca. 40 cm, Brustumfang ca. 78 cm, Armlänge Außen: ca. 64 cm. Zustand 2-.
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600,00

Wehrmacht Heer leichte Sommer-Feldbluse für einen Unteroffizier bzw. Offizier 

Die leichte Sommer-Feldbluse der Wehrmacht repräsentiert einen wichtigen Aspekt der deutschen Militäruniformierung während des Zweiten Weltkriegs. Diese speziell für wärmere Klimazonen und Jahreszeiten entwickelte Bekleidung stellte eine praktische Anpassung an die unterschiedlichen Einsatzbedingungen der deutschen Streitkräfte dar.

Die Entwicklung von Sommerfeldanzügen wurde bereits in den späten 1930er Jahren notwendig, als die Wehrmacht ihre Ausrüstung für verschiedene Klimazonen optimierte. Das Heeresverordnungsblatt (HVBl.) regelte die genauen Spezifikationen und Tragevorschriften für diese Uniformteile. Die leichte Feldbluse aus Leinenstoff bot gegenüber der Standardfeldbluse aus Wolle erhebliche Vorteile bei hohen Temperaturen.

Das beschriebene Exemplar aus grünem Leinentuch mit dunkelgrünem Kragen entspricht den typischen Merkmalen dieser Uniformgattung. Die Verwendung von Leinen war nicht nur aus klimatischen Gründen vorteilhaft, sondern auch aufgrund der zunehmenden Rohstoffknappheit während des Krieges eine praktische Notwendigkeit. Der dunkelgrüne Kragenstoff, meist aus Baumwolle oder verstärktem Leinen, bildete einen charakteristischen Kontrast zum helleren Grundstoff der Bluse.

Die Konstruktion mit Schulterstücken zum Schlaufen war Standard bei Wehrmacht-Uniformen und ermöglichte das einfache Anbringen und Wechseln der Rangabzeichen. Diese Schulterstücke, auch Schulterschlaufen genannt, wurden durch die Schulternaht gezogen und mit einem Knopf am Kragenansatz befestigt. Sie trugen die charakteristischen Dienstgradabzeichen in Form von geflochtenen Schnüren, Sternen oder Litzen, die den Rang des Trägers anzeigten.

Der ursprünglich aufgenähte Brustadler, auch Hoheitszeichen genannt, war ein obligatorisches Element jeder Wehrmacht-Uniform. Die Position auf der rechten Brustseite war exakt vorgeschrieben und wurde maschinell oder in Handarbeit aufgenäht. Bei Offizieren war der Adler häufig in höherer Qualität ausgeführt, oft handgestickt mit Aluminiumfaden auf dunkelgrünem Untergrund.

Die Unterscheidung zwischen Unteroffiziers- und Offiziersqualität lag hauptsächlich in der Verarbeitung und den verwendeten Materialien. Offiziersuniformen wurden häufig bei privaten Schneidern nach Maß angefertigt und wiesen eine höhere Stoffqualität sowie feinere Verarbeitung auf. Unteroffiziersuniformen stammten meist aus der Depotfertigung und waren standardisierter.

Die angegebenen Maße – Rückenlänge ca. 68 cm, Schulterbreite ca. 40 cm, Brustumfang ca. 78 cm – entsprechen einer mittleren Größe, die für einen durchschnittlichen Soldaten konzipiert war. Die Ärmelänge von ca. 64 cm zeigt die typische Schnittform der Wehrmacht-Feldbluse.

Der Einsatz solcher Sommerblusen war besonders relevant in den südlichen Kriegsschauplätzen, etwa in Nordafrika, Italien, auf dem Balkan und an der Ostfront während der Sommermonate. Das Afrikakorps unter Generalfeldmarschall Rommel erhielt speziell angepasste tropische Uniformen, wobei leichte Leinenblusen auch in anderen heißen Regionen zum Einsatz kamen.

Das Fehlen der Knöpfe und Effekten ist bei erhaltenen Uniformstücken nicht ungewöhnlich. Nach Kriegsende wurden viele Uniformen ihrer Abzeichen und verwertbaren Teile beraubt, sei es durch die ursprünglichen Träger, die ihre Identität verschleiern wollten, oder durch Sammler und Händler. Die Knöpfe der Wehrmacht trugen häufig das Hoheitszeichen oder waren als einfache feldgraue Metallknöpfe ausgeführt.

Aus konservatorischer und historischer Sicht sind solche Uniformstücke wichtige Sachzeugen der Militärgeschichte. Sie dokumentieren nicht nur die Uniformierungsvorschriften und textile Technologie der Zeit, sondern auch die logistischen Herausforderungen einer globalen Kriegsführung. Die Wehrmacht musste ihre Soldaten für Einsätze vom arktischen Nordnorwegen bis zur nordafrikanischen Wüste ausrüsten, was eine beachtliche Vielfalt an Uniformvarianten erforderlich machte.

Die Erhaltung solcher Objekte dient der historischen Forschung und Bildung. Sie ermöglichen ein besseres Verständnis der materiellen Kultur des Zweiten Weltkriegs und der Lebensbedingungen der Soldaten. Gleichzeitig ist ein sensibler Umgang mit solchen Objekten geboten, da sie Teil einer tragischen Geschichte sind.

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