Preussen Eisernes Kreuz 1914 1. Klasse - Paul Meybauer, Berlin

Eisenkern leicht gewölbt. Rückseitig mit Wappenpunze und Silberfeingehaltspunze "800". Deutlich getragenes Stück, Zustand 2-.
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€ 450,00

Preussen Eisernes Kreuz 1914 1. Klasse - Paul Meybauer, Berlin

Das Eiserne Kreuz 1. Klasse von 1914 repräsentiert eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Kaiserreichs während des Ersten Weltkriegs. Dieses spezielle Exemplar wurde von Paul Meybauer in Berlin hergestellt, einem der renommiertesten Hersteller militärischer Orden und Ehrenzeichen der Kaiserzeit.

Das Eiserne Kreuz wurde ursprünglich 1813 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen während der Befreiungskriege gegen Napoleon gestiftet. Die Auszeichnung wurde 1870 für den Deutsch-Französischen Krieg und schließlich am 5. August 1914, einen Tag nach dem deutschen Kriegseintritt in den Ersten Weltkrieg, durch Kaiser Wilhelm II. erneut gestiftet. Die Stiftung erfolgte auf Vorschlag des preußischen Kriegsministeriums und knüpfte bewusst an die preußisch-deutsche Militärtradition an.

Das Eiserne Kreuz wurde in zwei Klassen verliehen: der 2. Klasse, die mit einem Band am Knopfloch getragen wurde, und der hier vorliegenden 1. Klasse, die als Ansteckorden direkt auf der linken Brustseite befestigt wurde. Die Verleihung der 1. Klasse setzte zwingend den vorherigen Besitz der 2. Klasse voraus und wurde nur für außergewöhnliche Tapferkeit oder herausragende militärische Leistungen vergeben.

Die Firma Paul Meybauer zählte zu den bedeutendsten Berliner Ordensfabrikanten der wilhelminischen Ära. Das Unternehmen hatte sich einen exzellenten Ruf für die Qualität seiner Produkte erarbeitet und belieferte sowohl den preußischen Hof als auch das Militär. Die charakteristische Wappenpunze auf der Rückseite diente als Herstellermarke und Qualitätssiegel. Die zusätzliche Punze “800” weist auf den Silberfeingehalt der Fassung hin, die den schwarzen Eisenkern umgibt – ein typisches Merkmal hochwertiger Produktionen.

Die technische Ausführung dieser Auszeichnung folgte den offiziellen Vorschriften: Der leicht gewölbte Eisenkern war charakteristisch für die 1. Klasse des Ersten Weltkriegs. Im Gegensatz zur flacheren 2. Klasse verlieh diese Wölbung dem Orden eine plastischere Erscheinung. Die Fassung bestand aus Silber, während der eigentliche Kern aus geschwärztem Eisen gefertigt wurde – eine symbolische Materialwahl, die auf die spartanische preußische Militärtradition verwies.

Während des Ersten Weltkriegs wurden etwa 218.000 Eiserne Kreuze 1. Klasse verliehen – eine im Vergleich zur 2. Klasse (circa 5 Millionen Verleihungen) relativ geringe Zahl, die den besonderen Stellenwert dieser Auszeichnung unterstreicht. Empfänger kamen aus allen militärischen Rängen, von einfachen Soldaten bis zu Generalfeldmarschällen, obwohl höhere Offiziersränge statistisch überrepräsentiert waren.

Die sichtbaren Tragespuren des vorliegenden Stücks sind historisch bedeutsam, da sie auf die tatsächliche Verwendung durch seinen ursprünglichen Träger hinweisen. Die Abnutzung der Silberfassung und mögliche Oxidationsspuren am Eisenkern sind typische Alterungsmerkmale, die die Authentizität unterstreichen. Solche getragenen Exemplare besitzen einen besonderen historischen Wert, da sie stumme Zeugen der Kriegserfahrungen ihrer Träger sind.

Nach 1918 behielt das Eiserne Kreuz seine Bedeutung in der deutschen Militärgeschichte. Die Weimarer Republik verzichtete auf eine Neuauflage, doch 1939 wurde es von Adolf Hitler für den Zweiten Weltkrieg erneut gestiftet – allerdings mit Hakenkreuz im Zentrum. Die Version von 1914 blieb jedoch die “reine” Form dieser preußisch-deutschen Tradition.

Heute sind Eiserne Kreuze 1. Klasse von 1914, insbesondere von renommierten Herstellern wie Paul Meybauer, begehrte Sammlerobjekte. Sie dokumentieren nicht nur die Militärgeschichte des Kaiserreichs, sondern auch die hohe handwerkliche Qualität der damaligen Ordensfertigung. Die Kombination aus historischer Bedeutung, Seltenheit der 1. Klasse und nachweisbarer Herkunft macht solche Stücke zu wichtigen zeitgeschichtlichen Dokumenten des Ersten Weltkriegs.