Preußen gerahmte Uniformtafel von Knötel «Königs-Regiment»

Zustand 2-.
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20,00

Preußen gerahmte Uniformtafel von Knötel «Königs-Regiment»

Die vorliegende gerahmte Uniformtafel aus der berühmten Serie von Richard Knötel zeigt das preußische Königs-Regiment und repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis deutscher Militärgeschichte und kunsthistorischer Dokumentation. Diese Art von Uniformdarstellungen spielte eine wesentliche Rolle bei der Bewahrung und Vermittlung militärischer Traditionen im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Richard Knötel der Ältere (1857-1914) war der bedeutendste deutsche Uniformmaler seiner Zeit. Als Sohn des Malers Carl Knötel und selbst akademisch ausgebildeter Künstler widmete er sein Leben der minutiösen Darstellung preußischer und deutscher Militäruniformen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch außergewöhnliche historische Genauigkeit und künstlerische Qualität aus. Knötel studierte nicht nur zeitgenössische Uniformen, sondern forschte intensiv in Archiven, untersuchte Originalstücke in Sammlungen und konsultierte militärische Vorschriften und Regulierungen.

Das Königs-Regiment bezieht sich auf das Infanterie-Regiment Nr. 1, das älteste und prestigeträchtigste Regiment der preußischen Armee. Gegründet im Jahr 1619 als Leibgarde des brandenburgischen Kurfürsten, trug es den Ehrennamen “Königs-Regiment” seit der Krönung Friedrichs I. zum König in Preußen im Jahr 1701. Das Regiment war in Königsberg stationiert und verkörperte die preußisch-militärischen Traditionen in besonderer Weise.

Die Geschichte des Regiments ist eng mit den bedeutendsten militärischen Ereignissen Preußens verbunden. Es kämpfte in den Schlesischen Kriegen unter Friedrich dem Großen, in den Befreiungskriegen gegen Napoleon 1813-1815, im Deutsch-Dänischen Krieg 1864, im Deutschen Krieg 1866 gegen Österreich und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Im Ersten Weltkrieg kämpfte das Regiment an mehreren Fronten, bevor es mit der Auflösung der preußischen Armee 1919 seine Existenz beendete.

Knötels Uniformtafeln entstanden in einer Zeit wachsenden Interesses an militärhistorischer Dokumentation. Im Deutschen Kaiserreich (1871-1918) erlebte die Militärgeschichte als Wissenschaft eine Blütezeit. Die systematische Erfassung und Darstellung von Uniformen diente nicht nur der historischen Forschung, sondern auch der Traditionspflege und Identitätsstiftung. Knötels Werke wurden in verschiedenen Formaten veröffentlicht, darunter als Einzelblätter, in Mappenwerken und in der mehrbändigen Publikation “Die Uniformen der deutschen Armee”.

Die künstlerische Technik Knötels vereinte wissenschaftliche Präzision mit ästhetischer Darstellung. Seine Tafeln zeigen typischerweise mehrere Figuren in verschiedenen Uniformvarianten – Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in Parade- und Felduniform. Jedes Detail, von den Knöpfen über die Epauletten bis zu den Waffen und Ausrüstungsgegenständen, wurde historisch korrekt wiedergegeben. Die Farbgebung basierte auf genauen Recherchen der offiziellen Uniformvorschriften.

Nach Knötels Tod 1914 setzte sein Sohn Herbert Knötel (1892-1964) das Werk fort und erweiterte es. Die Knötel-Tafeln wurden zu einem Standardwerk für Militärhistoriker, Sammler und Künstler. Bis heute gelten sie als unverzichtbare Quelle für die Erforschung preußischer und deutscher Militäruniformen.

Der Sammlerwert solcher gerahmten Uniformtafeln liegt sowohl in ihrer künstlerischen Qualität als auch in ihrer historischen Bedeutung. Originale Knötel-Tafeln aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sind besonders begehrt. Die Rahmung deutet darauf hin, dass das vorliegende Exemplar als dekoratives und dokumentarisches Objekt geschätzt wurde, möglicherweise in einem Offizierskasino, einer militärischen Bildungseinrichtung oder einer privaten Sammlung.

Die Erhaltungszustandsangabe “2-” weist auf einen guten bis sehr guten Zustand hin mit möglicherweise geringfügigen Altersspuren, was für ein Objekt aus dieser Zeit durchaus zu erwarten ist. Solche Tafeln können durch Lichteinwirkung, Feuchtigkeit oder mechanische Beschädigungen beeinträchtigt werden.

Im weiteren kulturhistorischen Kontext dokumentieren Knötel-Tafeln nicht nur Uniformen, sondern auch die preußische Militärkultur, die das Deutsche Reich bis 1918 maßgeblich prägte. Sie sind Zeugnisse einer Epoche, in der militärische Traditionen und Zeremonien eine zentrale gesellschaftliche Rolle spielten. Heute dienen sie als wichtige Quellen für Museen, historische Darstellungen und die wissenschaftliche Erforschung der Militärgeschichte.