Luftwaffe - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Hauptmann Alexander Gläser
Alexander Gläser bekam als Oberleutnant und Staffelkapitän der 4./Stuka-Geschwader 77 am 19.2.1943 das Ritterkreuz und das 811. Eichenlaub am 28.3.1945 verliehen.
Das vorliegende signierte Portraitfoto dokumentiert Hauptmann Alexander Gläser, einen hochdekorierten Sturzkampfbomber-Piloten der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs. Solche signierten Fotografien von Ritterkreuzträgern stellen wichtige zeitgeschichtliche Dokumente dar, die Einblick in die Propaganda- und Ehrungskultur des NS-Regimes sowie in die persönlichen Schicksale der beteiligten Soldaten geben.
Alexander Gläser diente als Staffelkapitän der 4. Staffel des Sturzkampfgeschwaders 77 (StG 77), einer der bekanntesten Stuka-Einheiten der Luftwaffe. Am 19. Februar 1943 wurde ihm als Oberleutnant das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen, eine der höchsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Reiches. Noch bemerkenswerter ist die Verleihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz am 28. März 1945, als er die Nummer 811 dieser seltenen Auszeichnung erhielt. Zu diesem späten Zeitpunkt des Krieges, nur wenige Wochen vor der deutschen Kapitulation, wurden solche Ehrungen nur noch an wenige Soldaten vergeben.
Das Sturzkampfgeschwader 77 war an nahezu allen wichtigen Feldzügen der Wehrmacht beteiligt, von Polen über Frankreich, dem Balkan, der Ostfront bis nach Nordafrika und Italien. Die Junkers Ju 87 "Stuka“, das charakteristische Sturzkampfflugzeug mit den geknickten Tragflächen und der markanten Sirene, wurde zum Symbol der deutschen Blitzkrieg-Taktik. Stuka-Piloten führten präzise Sturzangriffe gegen feindliche Stellungen, Panzer, Schiffe und Infrastruktur durch, wobei sie enormen Gefahren durch Flak und feindliche Jäger ausgesetzt waren.
Signierte Portraitfotos wie das vorliegende waren im Zweiten Weltkrieg weit verbreitet. Sie dienten mehreren Zwecken: Einerseits wurden sie von Soldaten an Familienangehörige, Kameraden oder Vorgesetzte verschenkt. Andererseits spielten sie eine wichtige Rolle in der NS-Propaganda, die Kriegshelden aufbaute und deren Taten zur Steigerung der Moral der Heimatfront nutzte. Ritterkreuzträger wurden besonders hervorgehoben und oft für Propagandazwecke eingesetzt, erschienen in Zeitungen, Wochenschauen und auf Veranstaltungen.
Die Fotografie zeigt Gläser in voller Uniform mit seinem Ordensschmuck, was typisch für solche offiziellen oder halboffiziellen Aufnahmen war. Das Tragen aller Auszeichnungen bei Portraitaufnahmen entsprach den militärischen Gepflogenheiten und sollte den Rang und die Verdienste des Trägers sichtbar machen. Die Tintensignatur bestätigt die Authentizität des Dokuments und macht es zu einem persönlichen Zeugnis.
Das Format von 8,5 x 10,5 cm entspricht einem gängigen Postkartenformat der Zeit, was auf eine mögliche Verwendung als Feldpostkarte oder persönliches Andenken hindeutet. Solche Formate waren praktisch für den Versand und die Aufbewahrung in Fotoalben oder persönlichen Archiven.
Aus militärhistorischer Sicht dokumentieren solche Objekte nicht nur individuelle Karrieren, sondern auch die Organisation und Hierarchie der Wehrmacht, das Auszeichnungswesen des Dritten Reiches und die Rolle der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Die späte Verleihung des Eichenlaubes im März 1945 wirft auch ein Licht auf die verzweifelte militärische Lage Deutschlands in den letzten Kriegswochen, als das Regime weiterhin versuchte, durch Auszeichnungen die Kampfmoral aufrechtzuerhalten.
Heute sind solche signierten Fotografien von historischem Interesse für Sammler, Forscher und Museen. Sie helfen, die Geschichte einzelner Personen zu rekonstruieren und bieten authentische Primärquellen für die Erforschung der Militärgeschichte. Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Fotografie mit geringen Gebrauchsspuren hin, was bei über 80 Jahre alten Dokumenten bemerkenswert ist.
Die Bewahrung solcher Objekte dient der historischen Aufarbeitung und Erinnerung, nicht der Verherrlichung. Sie ermöglichen es nachfolgenden Generationen, die Realität des Krieges, die Propaganda-Mechanismen totalitärer Regime und die individuellen Schicksale der Beteiligten besser zu verstehen.