Preußen Fahnenspitze für Bataillonsfahnen mit dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1870

Die Fahnenspitze aus Messingbronze feuervergoldet, im Zentrum der Lorbeerkranz mit eingenietetem Großkreuz im Silberrahmen, geschwärzter Eisenkern. Museales Stück mit typischen Altersspuren, in wunderschönem unberührten Originalzustand. Im 1. Weltkrieg wurde die Fahne noch im Felde geführt und erhielt eine Beschädigung.

Nach dem Feldzug 1870/71 verlieh der Kaiser allen preußischen Bataillonsfahnen, die "im feindlichem Feuer" standen als Auszeichnung die neuen Fahnenspitzen mit dem Eisernen Kreuz. Das in der Fahnenspitze eingesetzte Kreuz ist identisch mit den im Feldzug verliehenen Großkreuzen zum Eisernen Kreuz 1870. Sehr selten und für jeden EK-Sammler ein begehrenswertes Stück.
Vergleichen Dr. F.Wernitz/V.Simons " Das Eiserne Kreuz 1813 1870 1914 Geschichte und Bedeutung einer Auszeichnung" Seite 156 ff.
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Preußen Fahnenspitze für Bataillonsfahnen mit dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1870

Die preußische Fahnenspitze mit dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1870 repräsentiert ein bedeutendes Kapitel preußischer und deutscher Militärgeschichte. Nach dem erfolgreichen Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, der zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs führte, ordnete Kaiser Wilhelm I. eine besondere Auszeichnung für jene Truppeneinheiten an, die sich im Kampf bewährt hatten.

Diese Fahnenspitzen wurden allen preußischen Bataillonsfahnen verliehen, die “im feindlichen Feuer” gestanden hatten. Die Verleihung war somit an die tatsächliche Teilnahme an Kampfhandlungen gebunden und stellte eine kollektive Anerkennung der militärischen Leistung dar. Die Auszeichnung erfolgte durch Allerhöchste Kabinettsorder und manifestierte sich in der Ersetzung der bisherigen Fahnenspitzen durch die neue, mit dem Eisernen Kreuz versehene Variante.

Die kunstvolle Gestaltung dieser Fahnenspitze zeigt die hohe handwerkliche Qualität preußischer Militaria. Gefertigt aus Messingbronze und feuervergoldet, weist sie im Zentrum einen Lorbeerkranz auf, der das militärische Symbol des Sieges und der Ehre darstellt. In diesen Kranz ist das Großkreuz des Eisernen Kreuzes eingenietet, wobei das Kreuz selbst einen geschwärzten Eisenkern besitzt und von einem Silberrahmen eingefasst wird.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass das in der Fahnenspitze eingesetzte Kreuz identisch mit den im Feldzug 1870/71 verliehenen Großkreuzen zum Eisernen Kreuz ist. Das Großkreuz stellte die höchste Stufe des Eisernen Kreuzes dar und wurde nur an Generäle und höchste militärische Führer verliehen. Die Verwendung dieses prestigeträchtigen Symbols auf den Bataillonsfahnen unterstreicht die Bedeutung, die der Kaiser der Auszeichnung ganzer Einheiten beimaß.

Das Eiserne Kreuz selbst wurde 1813 von König Friedrich Wilhelm III. während der Befreiungskriege gegen Napoleon gestiftet. Es war revolutionär in seiner Konzeption, da es unabhängig vom Stand verliehen wurde und ausschließlich militärische Verdienste honorierte. Nach dem Sieg über Frankreich 1870/71 wurde das Eiserne Kreuz neu gestiftet, nun mit der Jahreszahl 1870 und der Krone sowie den Initialen des Kaisers Wilhelm I. (“W”) auf der Vorderseite.

Die Fahnenspitzen blieben auch nach ihrer Verleihung in Verwendung und begleiteten die Einheiten in weitere Konflikte. Der Umstand, dass diese Fahne noch im Ersten Weltkrieg im Felde geführt wurde, dokumentiert die Kontinuität preußisch-deutscher Militärtradition über einen Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten. Die während des Ersten Weltkriegs erlittene Beschädigung zeugt von der aktiven Verwendung im Kampfeinsatz und verleiht dem Objekt zusätzliche historische Authentizität.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 wurden viele dieser Fahnenspitzen als Teil des kulturellen Erbes bewahrt. Einige gelangten in Museen und Sammlungen, andere verblieben bei Veteranenverbänden oder wurden privat aufbewahrt. Die Seltenheit dieser Objekte erklärt sich durch verschiedene Faktoren: die begrenzte Anzahl der verliehenen Stücke, Verluste während der Weltkriege und die systematische Vernichtung militärischer Symbole in den Nachkriegszeiten.

Für Sammler von Auszeichnungen, insbesondere des Eisernen Kreuzes, stellen solche Fahnenspitzen hochbegehrte Objekte dar. Sie verbinden künstlerisches Handwerk mit bedeutender Militärgeschichte und repräsentieren eine Form der Auszeichnung, die über das individuelle Heldentum hinausgeht und den kollektiven Einsatz ganzer Einheiten würdigt.

Die wissenschaftliche Erforschung dieser Objekte wird durch Standardwerke wie Dr. F. Wernitz und V. Simons' “Das Eiserne Kreuz 1813 1870 1914 - Geschichte und Bedeutung einer Auszeichnung” unterstützt, das auf den Seiten 156 ff. ausführlich auf diese Fahnenspitzen eingeht und sie im Kontext der preußischen Auszeichnungstradition verortet.

Der Erhaltungszustand solcher Objekte ist für ihre historische Aussagekraft von entscheidender Bedeutung. Ein unberührter Originalzustand mit typischen Altersspuren und Gebrauchsspuren aus dem Feldeinsatz dokumentiert die authentische Geschichte des Objekts besser als jede Restaurierung. Diese Patina der Zeit macht jedes Stück zu einem einzigartigen Zeugnis preußischer Militärgeschichte und der dramatischen Ereignisse, die zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs führten.