Weimarer Republik: Geschenk Seitengewehr des Freikorps Petsch
Mit Sicherheit eine der schönsten Ehrenwaffen, die wir seit vielen Jahren anbieten können.
Dieses außergewöhnliche Geschenk-Seitengewehr verkörpert einen entscheidenden Moment in der turbulenten Frühphase der Weimarer Republik, als Deutschland zwischen revolutionärem Chaos und der Suche nach Ordnung schwankte. Die Waffe wurde am 23. Juli 1919 einem scheidenden Kompagnieführer der Kompanie Eickenbrock innerhalb des Freikorps Petsch überreicht, einer jener paramilitärischen Freiwilligenverbände, die in den unmittelbaren Nachkriegsjahren eine umstrittene, aber prägende Rolle spielten.
Das Freikorps Petsch gehörte zur 37. Freiwilligen Infanterie-Division, die im Bereich des Generalkommandos XX. Armeekorps in Allenstein, Ostpreußen, operierte. Diese Division war Teil jener Welle von Freiwilligenverbänden, die nach der deutschen Niederlage im Dezember 1918 entstanden. Bis zum 1. Januar 1919 waren bereits 103 Freikorps-Einheiten formiert worden, die schließlich auf über 65 Korps anwuchsen. Diese Verbände setzten sich hauptsächlich aus ehemaligen Soldaten, arbeitslosen Jugendlichen und anderen Entwurzelten zusammen, angeführt von früheren Offizieren der kaiserlichen Armee.
Im Juli 1919, als diese zeremonielle Waffe überreicht wurde, befand sich Deutschland in einer Phase intensiver politischer Instabilität. Die Freikorps hatten bereits den Spartakusaufstand in Berlin im Januar 1919 niedergeschlagen – ein blutiges Ereignis, das mit der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg endete. Im April und Mai 1919 waren sie an der Zerschlagung der Bayerischen Räterepublik beteiligt. Im Juni 1919, nur einen Monat vor der Überreichung dieses Seitengewehrs, war der Vertrag von Versailles unterzeichnet worden, der Deutschland schwere Beschränkungen auferlegte.
Die Freikorps waren überwiegend nationalistisch und radikal konservativ ausgerichtet und wurden von der neuen republikanischen Regierung eingesetzt, um linksgerichtete Aufstände in Berlin, Bremen, Braunschweig, Hamburg und anderen Städten zu unterdrücken. Präsident Ebert und die Weimarer Regierung standen vor dem Dilemma, diese bewaffneten Verbände zu nutzen, deren politische Ausrichtung und Zuverlässigkeit jedoch zunehmend Besorgnis erregte.
Die 37. Freiwilligen Infanterie-Division, zu der das Freikorps Petsch gehörte, wurde später aufgelöst und zur Bildung der Reichswehr-Brigade 20 verwendet, als Teil der Reorganisation in die provisorische Reichswehr 1919-1920. Diese Umstrukturierung war Teil der Bemühungen, die wildwüchsigen Freiwilligenverbände in reguläre militärische Strukturen zu überführen.
Das Schicksal der Freikorps-Bewegung war jedoch bereits vorgezeichnet. Im März 1920 ordnete Präsident Ebert unter dem Druck der Alliierten nach dem Versailler Vertrag die Auflösung der meisten Freikorps an. Einige Einheiten reagierten mit dem Kapp-Putsch, einem rechtsgerichteten Staatsstreichversuch, der innerhalb weniger Tage scheiterte. In den frühen 1920er Jahren begann die Weimarer Republik systematisch, die Freikorps aufzulösen, nachdem man die Bedrohung erkannt hatte, die sie darstellten. Ihre Funktionen wurden schließlich von regulärer Armee und Polizei übernommen oder später von nationalsozialistischen paramilitärischen Einheiten absorbiert.
Viele ehemalige Freikorps-Mitglieder traten später Nazi-Organisationen bei, einschließlich der SA und SS. Ernst Röhm, der spätere SA-Führer, war selbst Freikorps-Kommandeur. Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass ehemalige Freikorps-Kämpfer nicht häufiger Nazi-Organisationen beitraten als die durchschnittliche deutsche männliche Bevölkerung.
Diese zeremonielle Waffe, gefertigt um 1919 und vom Berliner Lieferanten M. Neumann vertrieben, ist keine standardisierte Militärwaffe, sondern ein individuell in Auftrag gegebenes Präsentationsstück. Die Verwendung hochwertiger Materialien – vernickelte Klinge mit geblüter Ätzung, handgraviertes vergoldetes Messinggriffgefäß mit preußischem Adler und Lorbeerblatt-Dekor, Elfenbeingriffschalen und schwarz lackierte Scheide mit vergoldeten Beschlägen – unterstreicht den zeremoniellen Charakter und die Wertschätzung, die dem scheidenden Kompagnieführer entgegengebracht wurde. Sie dokumentiert die militärische Kameradschaftskultur einer Übergangszeit, in der alte preußisch-militärische Traditionen in die neue republikanische Ordnung hinüberwirkten.