Kriegsmarine feldgraue Schirmmütze für Offiziere der Küstenartillerie bzw. Marine-Landeinheiten

um 1943. Feldgraue Schirmmütze in der typischen weichen Form für die Kriegsmarine, feldgraue Gabardine, dunkelgrüne Paspelierung. Mützenadler, Eichenlaubkranz und Kokarde in in Metallfaden handgestickter Auführung auf dunkelgrüner Unterlage. Die Mützenkordel in seewasserfester Ausführung an vergoldeten Marineknöpfen. Innen braunes Schweißleder, helles Futter mit Zelluloidtrapez, mit Trägeretikett "Scheiffele, Oskar". Größe 57. Deutlich getragen, ein paar kleine Mottenschäden, Zustand 2-.
Eine schöne über viele Jahre getragene Schirmmütze.

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€ 2.700,00

Kriegsmarine feldgraue Schirmmütze für Offiziere der Küstenartillerie bzw. Marine-Landeinheiten

Die feldgraue Schirmmütze für Offiziere der Kriegsmarine, insbesondere für Angehörige der Küstenartillerie und Marine-Landeinheiten, stellt ein faszinierendes Beispiel der deutschen Militäruniformierung während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese spezielle Kopfbedeckung verkörpert die Anpassung der traditionellen Marine-Uniformen an die Erfordernisse des Landkrieges.

Die Kriegsmarine erkannte bereits in den frühen Kriegsjahren die Notwendigkeit, ihre Angehörigen, die an Land eingesetzt wurden, mit geeigneter Tarnung auszustatten. Während die klassische dunkelblaue Marine-Uniform auf See ihren Zweck erfüllte, erwies sie sich bei Landeinsätzen als problematisch. Die Lösung bestand in der Einführung feldgrauer Uniformstücke, die den Heeresunformen farblich entsprachen, jedoch die charakteristischen Abzeichen und Rangkennzeichnungen der Marine beibehielten.

Die hier beschriebene Schirmmütze zeigt die typischen Merkmale dieser Übergangsuniform. Die feldgraue Gabardine bot praktische Vorteile: Sie war strapazierfähig, witterungsbeständig und erfüllte Tarnzwecke. Die dunkelgrüne Paspelierung war charakteristisch für Offiziere der Küstenartillerie und Marine-Infanterieeinheiten und unterschied diese von anderen Waffengattungen der Kriegsmarine.

Besonders bemerkenswert sind die handgestickten Abzeichen in Metallfaden-Ausführung. Der Mützenadler mit Eichenlaubkranz und Kokarde auf dunkelgrüner Unterlage entspricht den Vorschriften für Offiziersränge. Diese aufwendige Handarbeit war bei Offiziersmützen üblich und unterschied sich deutlich von den maschinell gefertigten oder gewebten Abzeichen der Mannschafts- und Unteroffiziersränge.

Die seewasserfeste Mützenkordel an vergoldeten Marineknöpfen ist ein weiteres charakteristisches Merkmal. Diese Kordeln wurden aus speziell behandeltem Material gefertigt, das der korrosiven Wirkung von Salzwasser widerstand. Die Verwendung vergoldeter statt versilberter Knöpfe kennzeichnet den Offiziersrang des Trägers.

Das Etikett “Scheiffele, Oskar” verweist auf einen bekannten Mützenmacher der Zeit. Solche Traditionsunternehmen lieferten hochwertige Uniformstücke an Offiziere, die ihre Ausrüstung häufig privat beschafften und auf Qualität Wert legten. Die Größe 57 entspricht einem Kopfumfang von 57 Zentimetern und war eine gängige Größe.

Die Küstenartillerie der Kriegsmarine spielte eine wichtige Rolle in der Verteidigung der besetzten Küstengebiete, insbesondere im Rahmen des Atlantikwalls. Diese Befestigungslinie erstreckte sich von Norwegen bis zur spanischen Grenze und sollte eine alliierte Invasion verhindern. Die Besatzungen der Küstenbatterien benötigten Uniformen, die sowohl ihren Status als Marineangehörige kennzeichneten als auch praktisch für den Landdienst waren.

Marine-Landeinheiten wurden zunehmend wichtig, als die Kriegsmarine Truppen für verschiedene Landoperationen bereitstellte. Dazu gehörten die Marine-Infanterie-Divisionen, Marine-Festungs-Abteilungen und andere Spezialeinsatzverbände. Diese Einheiten kämpften an verschiedenen Fronten, von Norwegen über Frankreich bis zur Ostfront.

Der Zustand der Mütze mit Tragespuren und geringen Mottenschäden deutet auf einen tatsächlichen Feldeinsatz über mehrere Jahre hin. Dies unterstreicht die historische Authentizität des Stücks. Die weiche Form der Mütze war typisch für Kriegsproduktionen und unterschied sich von den steiferen Friedensausführungen mit eingearbeiteten Verstärkungen.

Die Datierung auf etwa 1943 ist plausibel, da in diesem Jahr die Kämpfe an allen Fronten intensiv waren und die Notwendigkeit feldgrauer Marine-Uniformen ihren Höhepunkt erreichte. Die zunehmende Verlegung von Marinepersonal zu Landeinheiten aufgrund der schwindenden Bedeutung der Überwasserflotte führte zu einem erhöhten Bedarf an solchen Uniformstücken.

Sammlerstücke dieser Art sind heute von erheblichem historischem Interesse, da sie die Entwicklung und Anpassung militärischer Ausrüstung unter Kriegsbedingungen dokumentieren. Sie zeigen auch die Bemühungen, traditionelle Waffengattungsidentitäten beizubehalten, während gleichzeitig praktische Anforderungen erfüllt werden mussten. Die Kombination aus Marine-Traditionen und Heeresfarben macht diese Uniformstücke zu einzigartigen Zeugnissen einer besonderen Phase der deutschen Militärgeschichte.