Preußen gerahmte Uniformtafel von Knötel «Brandenburgisches Kürassier-Regiment 1813»

Zustand 2.
454762
20,00

Preußen gerahmte Uniformtafel von Knötel «Brandenburgisches Kürassier-Regiment 1813»

Die vorliegende gerahmte Uniformtafel aus der berühmten Knötel-Serie zeigt das Brandenburgische Kürassier-Regiment im Jahr 1813, einem entscheidenden Jahr in den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Diese Uniformdarstellungen gehören zu den bedeutendsten militärhistorischen Dokumentationen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts und sind heute begehrte Sammlerstücke.

Richard Knötel (1857-1914) war der bedeutendste deutsche Militärmaler und Uniformkundler seiner Zeit. Zusammen mit seinem Vater Carl Knötel und später seinem Sohn Herbert Knötel schuf die Familie ein monumentales Werk zur preußischen und deutschen Militärgeschichte. Die Knötel-Tafeln erschienen ursprünglich in verschiedenen Serien und Publikationen, darunter das mehrbändige Werk “Uniformenkunde”, das zwischen 1890 und 1921 veröffentlicht wurde.

Das Brandenburgische Kürassier-Regiment, später als Kürassier-Regiment Nr. 6 bezeichnet, war eines der traditionsreichsten Kavallerieregimenter der preußischen Armee. Die Kürassiere bildeten die schwere Kavallerie und galten als Elite-Einheiten, die in entscheidenden Schlachten eingesetzt wurden. Im Jahr 1813 spielten sie eine wichtige Rolle in der Völkerschlacht bei Leipzig und anderen bedeutenden Gefechten der Befreiungskriege.

Die Uniform der Kürassiere im Jahr 1813 war charakteristisch: Sie trugen den namensgebenden Kürass, einen Brust- und Rückenpanzer aus Stahl oder Eisen, der vor Säbelhieben und teilweise vor Musketenkugeln schützen sollte. Dazu gehörten ein weißer Rock mit regimentsspezifischen Aufschlägen, weiße Reithosen, hohe Stulpenstiefel und der markante Helm mit Raupe. Die Bewaffnung bestand aus einem Pallasch (einem geraden, schweren Reitschwert) und Pistolen.

Die historische Bedeutung des Jahres 1813 kann nicht überschätzt werden. Nach dem katastrophalen Russlandfeldzug Napoleons 1812 formierte sich eine europäische Koalition gegen Frankreich. Preußen, das 1806 vernichtend geschlagen worden war und Jahre der französischen Besatzung erdulden musste, erhob sich unter König Friedrich Wilhelm III. Nach dem Aufruf “An mein Volk” vom 17. März 1813 strömten Freiwillige zu den Waffen. Die preußischen Kürassier-Regimenter wurden nach den Heeresreformen des Generals von Scharnhorst und Gneisenau reorganisiert und modernisiert.

Die Knötel-Tafeln entstanden in einer Zeit des wachsenden Interesses an Militärgeschichte im deutschen Kaiserreich. Nach der Reichsgründung 1871 entwickelte sich eine ausgeprägte militärhistorische Forschung und Sammlertätigkeit. Die detaillierten und akkuraten Darstellungen Knötels dienten nicht nur als künstlerische Werke, sondern auch als wissenschaftliche Dokumentation. Sie basierten auf intensiven Archivstudien, der Untersuchung erhaltener Uniformteile und zeitgenössischer Quellen.

Solche gerahmten Uniformtafeln wurden häufig in Offizierskasinos, militärischen Einrichtungen und privaten Sammlungen aufgehängt. Sie dienten der Traditionspflege und der Erinnerung an die glorreiche Vergangenheit der jeweiligen Regimenter. Nach dem Ersten und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele dieser Tafeln zerstört oder gingen verloren, was erhaltene Exemplare heute besonders wertvoll macht.

Der angegebene Zustand 2 in der Objektbeschreibung entspricht nach den üblichen Sammlerkategorien einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit möglicherweise geringfügigen Gebrauchsspuren. Dies ist für Objekte, die über hundert Jahre alt sein können, bemerkenswert.

Die Knötel-Tafeln sind heute nicht nur für Militaria-Sammler von Interesse, sondern auch für Uniformforscher, Militärhistoriker und Museen. Sie dokumentieren eine Epoche preußisch-deutscher Geschichte und illustrieren die Entwicklung militärischer Bekleidung und Organisation. Für das Verständnis der Befreiungskriege und der preußischen Militärgeschichte sind sie unverzichtbare Quellen, die künstlerische Qualität mit historischer Genauigkeit verbinden.

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