Die vorliegende Uniform repräsentiert ein außergewöhnliches Ensemble militärischer Auszeichnungen aus dem Zweiten Weltkrieg, das Hauptmann Friedrich Hösl gehörte, einem hochdekorierten Offizier des Grenadier-Regiment 62 der 7. Infanterie-Division. Geboren am 9. Mai 1920 in Füssen am Lech, diente Hösl von Oktober 1939 bis Kriegsende in dieser Einheit und durchlief eine bemerkenswerte militärische Karriere, die ihn vom einfachen Soldaten über Leutnant (1941) und Oberleutnant (1943) bis zum Hauptmann (1944) führte.
Die Feldbluse wurde vom renommierten Münchner Militärschneider Christian Schwarz & Sohn angefertigt und trägt das Datum 11. Juni 1942. Sie folgt den Vorschriften der Wehrmacht für Offiziersuniformen dieser Zeit und zeigt handgestickte Brustadler sowie handgestickte Offizierskragenspiegel, die maschinell angenäht wurden. Die aufgenähten Schulterstücke tragen die Regimentsnummer “62” mit weißen Schlaufen der Waffenfarbe der Infanterie.
Das bemerkenswerteste Element dieser Uniform ist das Deutsche Kreuz in Gold in der Stoffausführung, handgenäht auf der rechten Brustseite. Diese Auszeichnung wurde am 28. September 1941 von Adolf Hitler gestiftet, um die Lücke zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz zu schließen. Die Stoffversion war offiziell ab Juni 1942 verfügbar und ermöglichte ein leichteres Tragen auf Kampfuniformen mit feldgrauem Untergrund für das Heer. Hösl erhielt diese Auszeichnung am 3. November 1943 für wiederholte Tapferkeitshandlungen im Kampf, die das Eiserne Kreuz 1. Klasse überstiegen. Von den geschätzten 24.204 bis 25.964 verliehenen Deutschen Kreuzen in Gold gehörte Hösl zu einem äußerst exklusiven Kreis.
Noch seltener ist die Ehrenblattspange des Heeres, die am Band des Eisernen Kreuzes 2. Klasse im Knopfloch getragen wird. Die metallische Spange wurde erst am 30. Januar 1944 eingeführt, während die Ehrentafel des deutschen Heeres selbst bereits im Juli 1941 geschaffen worden war. Hösl wurde am 7. Januar 1944 in die Ehrentafel aufgenommen und erhielt die Spange am selben Tag. Diese Auszeichnung erforderte den vorherigen Besitz des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse sowie eine Tapferkeitshandlung über die Pflicht hinaus, die kein Ritterkreuz rechtfertigte und für die nicht bereits das Deutsche Kreuz in Gold verliehen worden war. Von allen Wehrmacht- und Waffen-SS-Angehörigen erhielten nur 4.556 diese Auszeichnung.
Die Nahkampfspange in Silber dokumentiert Hösls Teilnahme an mindestens 20 Tagen Nahkampf (für Schwerverwundete, sonst 25 Tage). Diese am 25. November 1942 gestiftete Auszeichnung, hergestellt von W.E. Peekhaus Berlin mit der Herstellerbezeichnung “FLL”, wurde am 20. Dezember 1943 verliehen. Von etwa 18 bis 20 Millionen Wehrmacht- und Waffen-SS-Soldaten erhielten nur ungefähr 9.500 die silberne Stufe.
Weitere Auszeichnungen umfassen das Eiserne Kreuz 1939 1. Klasse (12. Januar 1942), das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber (30. November 1941, Hersteller S.H.u.Co. 41), das Verwundetenabzeichen 1939 in Silber (16. August 1943, Hersteller “100”), das später in Gold (15. Januar 1944) verliehen wurde, sowie die Nahkampfspange in Bronze (ebenfalls 20. Dezember 1943). Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde am 24. Juni 1941 verliehen, die Medaille Winterschlacht im Osten am 1. August 1942.
Das Infanterie-Regiment 62 wurde 1935 gebildet, 1939 mobilisiert und kämpfte in Polen, Frankreich und ab Juni 1941 an der Ostfront, einschließlich der Gshatsk-Stellung im Winter 1941/42 und des Unternehmens Zitadelle bei Kursk im Juli 1943. Am 15. Oktober 1942 wurden alle deutschen Infanterieregimenter in “Grenadier-Regiment” umbenannt, sodass die Einheit fortan Grenadier-Regiment 62 hieß und Teil der 7. Infanterie-Division blieb.
Hösl diente als Kompanieführer und Bataillonsadjutant, erkennbar an der Fangschnur an der rechten Schulter. Im Jahr 1944 wurde ihm das linke Bein amputiert, woraufhin er einer taktischen Ausbilderposition an einer Kriegsschule zugeteilt wurde. Am 28. Juli 1945 wurde er vom US XX Artillery Corps aus der Wehrmacht entlassen.
Zum Ensemble gehört auch ein Offiziersdolch M1935 von F.W. Höller, Solingen, einem 1866 gegründeten und 1883 registrierten Waffenhersteller, der bis 1974 produzierte. Die Uniform beinhaltet einen eingenähten Schlitz zum Tragen des Dolches.
1957 autorisierte die Bundesrepublik Deutschland das Tragen entnazifizierter Ersatzversionen von Auszeichnungen aus dem Zweiten Weltkrieg, bei denen Hakenkreuze durch andere Symbole ersetzt wurden. Die in diesem Ensemble erhaltenen Uniform und Auszeichnungen wurden als Privateigentum bewahrt und mit der Urkunde der Ehrentafel vom 7. Januar 1944, zwei Reproduktionsfotos von Hösl und Fotokopien seines US-Kriegsgefangenen-Fragebogens dokumentiert.