Österreich 1. Weltkrieg Stahlhelm M 1917

Um 1918. Olivgrün lackiert, zu etwa 75% erhalten, darunter die ursprüngliche feldbraune Lackierung. Mit 3-teiligem Lederfutter am Stahlring, der Stahlring mit der Größe «66», die Polsterkissen beschädigt, bei einem die Füllung erhalten. Komplett mit Kinnriemen in Lederausführung. Zustand 2-.
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Österreich 1. Weltkrieg Stahlhelm M 1917

Der österreichisch-ungarische Stahlhelm M 1917 stellt einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte des militärischen Kopfschutzes dar. Als die Monarchie im Ersten Weltkrieg mit den verheerenden Realitäten des modernen Grabenkrieges konfrontiert wurde, erwies sich die traditionelle Kopfbedeckung als völlig unzureichend gegen Granatsplitter und Schrapnellgeschosse.

Bis 1916 trugen die Soldaten der k.u.k. Armee noch den Tschako aus Filz oder Leder, der keinerlei Schutz gegen die neuen Waffen bot. Die hohen Verluste durch Kopfverwundungen zwangen die österreichisch-ungarische Militärführung zum Handeln. Nach dem Vorbild des deutschen Stahlhelm M 1916 und des französischen Adrian-Helms begann 1916 die Entwicklung eines eigenen Stahlhelms.

Der endgültige Entwurf, der Stahlhelm M 1917, wurde im Frühjahr 1917 zur Produktion freigegeben. Die Fertigung erfolgte in mehreren Fabriken der Monarchie, hauptsächlich in Krupp-Berndorf und anderen Metallwerken in Böhmen und der Steiermark. Der Helm bestand aus einem einzigen Stück Manganstahl mit einer Wandstärke von etwa 1,1 Millimetern, was einen Kompromiss zwischen Schutz und Tragekomfort darstellte.

Die charakteristische Form des M 1917 unterschied sich deutlich von den deutschen und französischen Modellen. Der Helm wies eine flachere Kalotte auf als das deutsche Modell und besaß einen breiten, nach außen gebogenen Rand, der besonders im Nackenbereich ausgeprägten Schutz bot. Die drei Belüftungslöcher auf jeder Seite waren ein charakteristisches Merkmal und dienten sowohl der Luftzirkulation als auch der Gewichtsreduzierung.

Die Innenausstattung bestand aus einem dreiteiligen Lederfutter, das am inneren Stahlring befestigt war. Dieser Ring war in verschiedenen Größen erhältlich, typischerweise von 52 bis 68, wobei die Größe in die Innenseite des Rings gestempelt wurde. Die Polsterkissen waren mit Rosshaar, Kapok oder anderen verfügbaren Materialien gefüllt und sollten sowohl Komfort als auch zusätzliche Stoßdämpfung bieten. Der Kinnriemen war aus Leder gefertigt und wurde mit Metallschnallen am Helm befestigt.

Die ursprüngliche Lackierung der M 1917-Helme war feldgrau oder feldbraun, abhängig vom Produktionsjahr und der Herstellungsstätte. Diese Farbe sollte Tarnung im Feld bieten. Im Laufe des Krieges wurden viele Helme neu lackiert, oft in olivgrün oder anderen Tarnfarben, je nach Einsatzgebiet und verfügbaren Materialien. Die Lackierung erfolgte häufig durch die Truppen selbst unter Feldbedingungen.

Die Produktion des M 1917 war durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Donaumonarchie geprägt. Materialknappheit und die überlastete Kriegsindustrie führten dazu, dass nie genug Helme für alle Fronteinheiten produziert werden konnten. Schätzungen zufolge wurden zwischen 1917 und 1918 etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Exemplare hergestellt, was bei einer Armee von mehreren Millionen Soldaten völlig unzureichend war.

Die Verteilung erfolgte prioritär an Fronteinheiten, besonders an der Isonzofront gegen Italien und an der russischen Front. Viele Soldaten in rückwärtigen Diensten und neu aufgestellten Einheiten erhielten bis Kriegsende keine Stahlhelme. Dies führte zu einer heterogenen Ausrüstung, bei der alte und neue Kopfbedeckungen nebeneinander im Einsatz waren.

Der M 1917 erwies sich im Kampf als effektiv gegen Splitterverletzungen, obwohl er keine direkten Treffer von Gewehrgeschossen abwehren konnte. Medizinische Berichte aus den Feldlazaretten zeigten einen signifikanten Rückgang der tödlichen Kopfverwundungen in Einheiten, die mit Stahlhelmen ausgerüstet waren.

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie im November 1918 wurden die verbliebenen M 1917-Helme von den Nachfolgestaaten übernommen. Die Erste Republik Österreich, das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, die Tschechoslowakei und andere Nachfolgestaaten verwendeten diese Helme teilweise bis in die 1930er Jahre weiter, oft mit neuen nationalen Abzeichen versehen.

Heute sind originale M 1917-Helme begehrte Sammlerstücke. Der Erhaltungszustand variiert stark, da viele Exemplare durch Kriegseinwirkung, Witterung und nachträgliche Verwendung beschädigt wurden. Helme mit gut erhaltenem Innenfutter und originaler Lackierung sind besonders wertvoll. Die verschiedenen Lackierungsschichten erzählen oft die Geschichte der Verwendung des Helms durch verschiedene Einheiten oder in verschiedenen Kriegsphasen.

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