Signal - Sonderausgabe der " Berliner Illustrierten Zeitung " - Jahrgang 1943 Heft Nr. D/I 12 ( deutsch/italienisch )

komplett mit den Farbseiten, Zustand 2.
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20,00

Signal - Sonderausgabe der " Berliner Illustrierten Zeitung " - Jahrgang 1943 Heft Nr. D/I 12 ( deutsch/italienisch )

Signal war eine der bedeutendsten Propagandazeitschriften des nationalsozialistischen Deutschlands während des Zweiten Weltkriegs. Die Zeitschrift wurde vom Oberkommando der Wehrmacht (OKW) herausgegeben und erschien von April 1940 bis März 1945. Als Sonderausgabe der renommierten Berliner Illustrierten Zeitung richtete sich Signal primär an ein internationales Publikum und wurde in bis zu 30 verschiedenen Sprachen übersetzt.

Das vorliegende Heft Nr. D/I 12 aus dem Jahrgang 1943 repräsentiert eine deutsch-italienische Doppelausgabe, die speziell für die Leserschaft in beiden Achsenmächten konzipiert wurde. Das Jahr 1943 stellte einen entscheidenden Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg dar: Die deutsche Niederlage bei Stalingrad im Februar, die Kapitulation der Achsenmächte in Nordafrika im Mai und die alliierte Landung in Sizilien im Juli markierten den Beginn der militärischen Rückschläge für Deutschland und seine Verbündeten.

Die Aufmachung und Gestaltung von Signal waren für ihre Zeit revolutionär. Die Zeitschrift wurde auf hochwertigem Papier gedruckt und zeichnete sich durch professionelle Fotografie, moderne Layouts und vor allem durch ihre charakteristischen Farbseiten aus. Die erwähnten “Farbseiten” waren ein besonderes Qualitätsmerkmal, da Farbdruck während des Krieges aufgrund von Ressourcenknappheit zunehmend selten wurde. Renommierte Fotografen wie Hanns Hubmann und Hilmar Pabel trugen zur visuellen Qualität bei.

Der Propagandaminister Joseph Goebbels erkannte früh die Bedeutung moderner Medienpropaganda für die Kriegsführung. Signal sollte im Gegensatz zu anderen NS-Publikationen weniger aggressiv wirken und durch ästhetische Qualität und scheinbar objektive Berichterstattung überzeugen. Die Zeitschrift präsentierte ein idealisiertes Bild der Wehrmacht und der “Neuen Ordnung” in Europa, während sie gegnerische Mächte subtil diskreditierte.

Die deutsch-italienische Ausgabe hatte besondere Bedeutung für die Achsenallianz. Nach dem Stahlpakt von 1939 und Italiens Kriegseintritt 1940 waren beide Länder militärisch eng verbunden. Die zweisprachigen Ausgaben sollten die gemeinsame ideologische Ausrichtung unterstreichen und die Kriegsallianz festigen. Allerdings war das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien 1943 zunehmend angespannt, insbesondere nach den militärischen Niederlagen in Nordafrika.

Die Auflagenzahlen von Signal waren beeindruckend: Auf dem Höhepunkt erreichte die Zeitschrift eine Gesamtauflage von etwa 2,5 Millionen Exemplaren über alle Sprachausgaben hinweg. Sie wurde in besetzten Gebieten, neutralen Ländern und Verbündeten-Staaten vertrieben. Die Zeitschrift sollte nicht nur Propagandazwecke erfüllen, sondern auch Devisen einbringen.

Der Zustand 2 in der Objektbeschreibung bezieht sich auf ein Bewertungssystem für historische Druckerzeugnisse, wobei Zustand 1 makellos und Zustand 5 stark beschädigt wäre. Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit nur minimalen Gebrauchsspuren hin, was für ein 80 Jahre altes Kriegsexemplar bemerkenswert ist.

Die Vollständigkeit mit allen Farbseiten ist besonders wertvoll, da viele Exemplare im Laufe der Jahrzehnte einzelne Seiten verloren haben oder die Farbseiten aufgrund ihrer Attraktivität herausgetrennt wurden. Sammler und Historiker legen großen Wert auf vollständige Ausgaben, da nur diese den ursprünglichen redaktionellen Zusammenhang wiedergeben.

Nach dem Krieg wurden Signal-Ausgaben von den Alliierten teilweise beschlagnahmt und vernichtet. Überlebende Exemplare wurden zu wichtigen Quellen für die Erforschung der NS-Propaganda und der visuellen Kultur des Dritten Reiches. Heute sind sie unverzichtbare Dokumente für Militärhistoriker, Medienwissenschaftler und Sammler, die die Propagandamechanismen des Zweiten Weltkriegs studieren.