Rußland großer silberner Geschenkkrug des Russischen Infanterie Regiments No. 67 Tarutino - Grossherzog von Oldenburg an das Oldenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 91

Dem Königlich preussischen Oldenburgischen Infanterie Regiment No. 91 - von Ihrem Waffenbrüdern des Kaiserlich Russischen Infanterie Regiments No. 67 Tarutino - Grossherzog von Oldenburg

To the Royal Prussian Oldenburgisch Infantry Regiment. 91 - by your brothers in arms of the Imperial russian Infantry Regiment No. 67 Tarutino - Grand Duke of Oldenburg

1,6 Kg,
Height 21 cm
Diameter top 15 cm
Diameter bottom 18 cm
218265
28.000,00

Rußland großer silberner Geschenkkrug des Russischen Infanterie Regiments No. 67 Tarutino - Grossherzog von Oldenburg an das Oldenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 91

Dieser prächtige silberne Geschenkkrug repräsentiert eine bemerkenswerte Tradition militärischer Kameradschaft zwischen dem Kaiserlich Russischen Infanterie-Regiment Nr. 67 Tarutino und dem Königlich Preußischen Oldenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 91. Solche Geschenke waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ein wesentlicher Bestandteil der militärischen Kultur und symbolisierten die Verbundenheit zwischen befreundeten Einheiten verschiedener Nationen.

Das Russische Infanterie-Regiment Nr. 67 trug den Ehrennamen “Tarutino” zur Erinnerung an die Schlacht bei Tarutino am 18. Oktober 1812, einen bedeutenden Sieg über napoleonische Truppen während des Russlandfeldzugs. Dieser Name verlieh dem Regiment besonderes Prestige innerhalb der Kaiserlich Russischen Armee. Das Regiment stand unter dem Patronat des Großherzogs von Oldenburg, was die dynastischen Verbindungen zwischen den deutschen Fürstenhäusern und dem russischen Zarenhaus widerspiegelte.

Das Oldenburgische Infanterie-Regiment Nr. 91 wurde 1866 als Teil der preußischen Armee nach der Annexion des Königreichs Hannover aufgestellt. Es rekrutierte hauptsächlich aus dem Gebiet des Großherzogtums Oldenburg und war in Oldenburg stationiert. Das Regiment gehörte zur X. Armee-Korps und nahm am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 sowie später am Ersten Weltkrieg teil.

Die Verbindung zwischen beiden Regimentern beruhte auf der Patronage des Hauses Oldenburg. Die oldenburgische Dynastie hatte enge verwandtschaftliche Beziehungen zum russischen Zarenhaus, insbesondere durch die Heirat von Prinzessin Cäcilie von Oldenburg mit dem russischen Thronfolger, dem späteren Großfürsten. Solche dynastischen Verbindungen führten häufig dazu, dass russische Regimenter die Namen deutscher Fürsten trugen und umgekehrt.

Die Tradition des Austauschs von Ehrengeschenken zwischen befreundeten Regimentern war im europäischen Militärwesen des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. Diese Geschenke wurden typischerweise bei bedeutenden Anlässen überreicht: Regimentsjubiläen, Besuchen von Offiziersdelegationen, gemeinsamen Manövern oder zur Feier militärischer Erfolge. Sie dienten der Pflege internationaler militärischer Beziehungen und symbolisierten gegenseitigen Respekt und Waffenbrüderschaft.

Silberne Krüge wie dieser wurden von spezialisierten Goldschmieden und Silberschmieden in St. Petersburg, Moskau oder Berlin angefertigt. Die Inschriften wurden häufig in mehreren Sprachen angebracht, um die internationale Bedeutung des Geschenks zu unterstreichen. Das beträchtliche Gewicht von 1,6 Kilogramm und die Dimensionen dieses Kruges zeugen von seinem Wert und seiner Bedeutung als repräsentatives Objekt.

Die Bezeichnung “Waffenbrüder” in der Inschrift verweist auf die gemeinsame militärische Tradition und die politische Allianz zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem Russischen Kaiserreich, die bis zum Ersten Weltkrieg Bestand hatte. Die deutsch-russischen Beziehungen wurden durch dynastische Verbindungen, gemeinsame konservative Werte und zeitweise militärische Zusammenarbeit geprägt.

Solche Geschenkkrüge wurden in den Offizierskasinos oder Regimentsmuseen ausgestellt und bei feierlichen Anlässen verwendet. Sie waren sichtbare Zeichen der Regimentsehre und der internationalen Verbindungen. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch beider Monarchien 1917/18 wurden viele dieser Objekte zerstreut, was überlebende Exemplare heute zu seltenen historischen Zeugnissen macht.

Dieser Krug dokumentiert nicht nur die militärische Kultur der Vorkriegszeit, sondern auch die dynastischen und diplomatischen Verflechtungen zwischen Deutschland und Russland. Er erinnert an eine Epoche, in der militärische Ehre, dynastische Loyalität und internationale Kameradschaft zentrale Werte des europäischen Offizierskorps waren. Heute sind solche Objekte wichtige Quellen für die Militärgeschichte und die Geschichte der internationalen Beziehungen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.