Heer - Faksimileunterschrift von Ritterkreuzträger Generalmajor Karl Kriebel
Generalmajor Karl Kriebel - Ritterkreuzträger und historische Persönlichkeit
Das vorliegende Objekt ist ein Portraitfoto in Postkartengröße mit einer Faksimileunterschrift von Generalmajor Karl Kriebel, einem Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes. Solche signierten Portraitfotos stellten während des Zweiten Weltkriegs eine bedeutende Form der militärischen Memorabilia dar und wurden häufig zu Propagandazwecken, zur Hebung der Moral oder als persönliche Erinnerungsstücke verwendet.
Karl Kriebel: Biographischer Hintergrund
Karl Kriebel (1888-1961) war eine bemerkenswerte militärische Persönlichkeit mit einer Karriere, die sich über beide Weltkriege erstreckte. Seine militärische Laufbahn begann bereits im Kaiserreich, wo er im Ersten Weltkrieg diente. Nach dem Krieg spielte Kriebel eine kontroverse Rolle in der Weimarer Republik, insbesondere durch seine Beteiligung am gescheiterten Hitler-Ludendorff-Putsch im November 1923 in München, wofür er zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.
Während des Zweiten Weltkriegs setzte Kriebel seine militärische Karriere fort und erreichte den Rang eines Generalmajors. Er wurde mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, einer der höchsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Reiches, die für außergewöhnliche Tapferkeit oder herausragende militärische Führung verliehen wurde.
Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde am 1. September 1939 durch Adolf Hitler als Nachfolgeauszeichnung des Eisernen Kreuzes aus dem Ersten Weltkrieg gestiftet. Es stellte eine bedeutende Steigerung gegenüber dem Eisernen Kreuz I. Klasse dar und wurde in verschiedenen Stufen verliehen, beginnend mit dem einfachen Ritterkreuz bis hin zu höheren Stufen wie dem Eichenlaub, Schwertern und Brillanten. Während des gesamten Krieges erhielten etwa 7.300 Personen diese Auszeichnung, was ihre Exklusivität unterstreicht.
Faksimileunterschriften und Portraitfotos
Signierte Portraitfotos von Ritterkreuzträgern waren während des Zweiten Weltkriegs weit verbreitet. Diese Fotos dienten mehreren Zwecken: Sie wurden als Propagandamaterial verwendet, um Heldentum und militärische Erfolge zu glorifizieren, als Geschenke an Soldaten und Zivilisten zur Hebung der Moral verteilt, und manchmal persönlich von den Offizieren an Kameraden, Untergebene oder Bewunderer weitergegeben.
Eine Faksimileunterschrift ist eine reproduzierte oder gedruckte Nachbildung einer Originalunterschrift, im Gegensatz zu einer handschriftlichen Signatur. Solche Faksimiles wurden häufig bei der Massenproduktion von Portraitfotos verwendet, da hochrangige Offiziere nicht die Zeit hatten, Hunderte oder Tausende von Fotos persönlich zu signieren. Dies mindert nicht den historischen Wert solcher Objekte, da sie authentische Zeitdokumente der nationalsozialistischen Propaganda und militärischen Bildkultur darstellen.
Historischer und Sammlerwert
Portraitfotos mit Faksimileunterschriften von Ritterkreuzträgern sind heute begehrte Sammlerstücke für Militaria-Sammler und Historiker. Sie bieten Einblicke in die Bildpropaganda des Dritten Reiches und dokumentieren die Personen, die im militärischen Establishment jener Zeit eine Rolle spielten. Der Zustand des Objekts wird mit “2” angegeben, was in der üblichen Bewertungsskala für Militaria einen sehr guten bis guten Erhaltungszustand bedeutet, mit möglicherweise leichten Gebrauchsspuren.
Kritische Betrachtung
Bei der Betrachtung solcher militärhistorischen Objekte ist es wichtig, sie im Kontext ihrer Zeit zu verstehen. Diese Gegenstände sind Zeugnisse einer dunklen Periode der deutschen und europäischen Geschichte. Während sie für die historische Forschung und das Verständnis der Vergangenheit von Bedeutung sind, sollten sie nicht zur Glorifizierung des Nationalsozialismus oder seiner militärischen Aktionen dienen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten trägt dazu bei, die Mechanismen von Propaganda, militärischer Kultur und historischer Erinnerung besser zu verstehen.
Fazit
Das Portraitfoto mit Faksimileunterschrift von Generalmajor Karl Kriebel repräsentiert ein typisches Beispiel militärischer Memorabilia aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Es dokumentiert sowohl die Person Kriebels als Ritterkreuzträger als auch die damalige Praxis der Verbreitung von Offizierportraits. Für Sammler und Historiker bietet es einen Einblick in die militärische Bildkultur der Wehrmacht und die Rolle der Personenkult-Propaganda im nationalsozialistischen Deutschland.