Luftwaffe Kombination für Fallschirmjäger 1. Modell in grün

sogenannter "Knochensack", um 1938. Fertigung aus grün-meliertem Baumwolltuch, Brustadler auf grün-meliertem Grund, maschinell vernäht. Durchgehende verdeckte Knopfleiste mit Druckknöpfen und Glasknöpfen, Druckknöpfe des Herstellers "Prym" an beiden Ärmelenden. Auf der Rückseite noch ohne dem aufgenähten Pistolenholster. Innen olivgrünes Futter, der Kammerstempel nicht mehr sichtbar. Ursprünglich hatte der Knochensack einen Reißverschluss und Hosenbeine zum einsteigen. Diese wurden jedoch bereits während des Krieges offiziell in der Kleiderkammer abgeändert. Getragenes Stück mit eindeutigen Trage und Altersspuren, der Kragen wurde durch eine zickzack Naht verstärkt, um das weitere Aufrauen zu verhindern, Futter an beiden Ärmelenden wurden entfernt, kleine Flickstelle an der Knopfleiste. Armlänge 70 cm, Brustumfang 96 cm, Länge 85 cm, Zustand 3. Der typische Knochensack eines deutschen Fallschirmjägers. Das 1. Modell ist extrem selten !
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Luftwaffe Kombination für Fallschirmjäger 1. Modell in grün

Die deutsche Fallschirmjäger-Kombination des ersten Modells, im Volksmund als Knochensack bezeichnet, repräsentiert ein außergewöhnlich seltenes Stück deutscher Militärgeschichte aus der formativen Phase der Luftlandetruppen. Diese spezielle Überziehkombination wurde am 15. März 1938 offiziell eingeführt und markiert den Beginn der standardisierten Ausrüstung für die junge Fallschirmjägertruppe der Luftwaffe.

Die deutschen Fallschirmjäger wurden offiziell am 29. Januar 1936 unter dem Kommando der Luftwaffe aufgestellt, nachdem deutsche Militärbeobachter 1935 sowjetische Luftlandeübungen studiert hatten. Die Anfangsstärke betrug 600 Freiwillige, doch bis 1940 expandierte die Truppe erheblich und formierte mehrere Regimenter, die schließlich die 7. Luftlandedivision bildeten, später umbenannt in 1. Fallschirmjägerdivision.

Die Entwicklung der spezialisierten Absprungbekleidung fand während der experimentellen Periode von 1936 bis 1938 statt und kulminierte in der Einführung des ersten standardisierten Musters im März 1938. Die Richtlinie des Reichsluftfahrtministeriums vom 15. März 1938, festgehalten in den Besonderen Luftwaffen-Bestimmungen, etablierte die offiziellen Spezifikationen für die Fallschirmjägerausrüstung. Die offizielle Bezeichnung lautete Fallschirmschützenbluse.

Das erste Modell wurde aus grün-meliertem Baumwollstoff gefertigt, einem charakteristischen Gewebe mit grünen Fasern und vereinzelten eingewebten orangefarbenen Fasern, die einen gesprenkelten Effekt erzeugten. Der Knochensack erhielt seinen Spitznamen von den Soldaten selbst, die damit auf das sperrige Erscheinungsbild der Fallschirmjäger in dieser voluminösen Bekleidung anspielten. Das Kleidungsstück war als Einsteig-Overall konzipiert, der bis zur Mitte des Oberschenkels reichte und kurze Hosenbeine aufwies. Es wurde über die normale Luftwaffenuniform und die persönliche Ausrüstung gezogen und diente primär dazu, ein Verfangen der Fallschirmleinen und Ausrüstungsgegenstände während des Absprungs zu verhindern.

Die Ausbildung der Fallschirmjäger fand hauptsächlich an der Fallschirm-Schule 1 in Stendal-Borstel und der Fallschirm-Schule 2 in Wittstock statt, wo die ersten Modelle ausgegeben wurden. Zu den Einheiten, die diese frühe Bekleidung trugen, gehörten das 1. Fallschirmjägerregiment, das 2. Fallschirmjägerregiment und das Fallschirm-Sturm-Regiment. Bekannte Persönlichkeiten, die während dieser Periode in den Fallschirmjägertruppen dienten, waren der Boxer Max Schmeling und der Schauspieler Joachim Fuchsberger.

In der Kampfpraxis erwies sich das Einsteig-Design als unpraktisch. Nach den Erfahrungen aus dem Unternehmen Weserübung (der Invasion Norwegens und Dänemarks im April 1940) und dem Westfeldzug (der Invasion der Beneluxländer im Mai 1940) wurde Ende 1939 bereits ein verbessertes zweites Modell eingeführt. Viele ursprüngliche Knochensäcke des ersten Modells wurden offiziell zurückgerufen und in den militärischen Kleiderkammern modifiziert – der Einsteig-Schritt wurde geöffnet und Druckknöpfe am Saum angebracht, um das Design zu verbessern. Diese werksseitigen Umbauten während des Krieges sind charakteristisch für viele erhaltene Exemplare.

Das deutsche Design beeinflusste nachhaltig die alliierten Luftlandetruppen. Die Briten kopierten das M38-Modell direkt für ihren Denison-Smock, der beim Bruneval-Überfall im Februar 1942 getestet wurde. Auch die Absprungbekleidung der US-Marine-Fallschirmjägerbataillone wurde vom Knochensack inspiriert.

Heute gelten originale, unmodifizierte erste Modelle in grün als extrem selten im Sammlerbereich. Die historische Bedeutung dieser frühen Fallschirmjägerausrüstung und ihre Seltenheit machen sie zu einem der begehrtesten Stücke deutscher Militaria aus dem Zweiten Weltkrieg.

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