Reichsmarschall Hermann Göring: großer silberner Geschenkrahmen mit gewidmetem Foto

um 1940. Großer Silberrahmen, oben mit aufgelegtem vergoldetem Hoheitsadler des Reichsmarschalls. Seitlich auf dem rechten Rand gestempelt Meistermarke mit zusätzlich "Zeitner - Berlin" von Görings bevorzugtem Silberschmied Professor Wilhelm Zeitner. Maße 25 x 36 cm. Im Rahmen das großformatige Foto mit Halbportrait Görings als Reichsmarschall der Luftwaffe mit Schirmmütze, in der Hand den Marschallstab, dekoriert mit dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1939, dem Orden "Pour le Mérite" sowie dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 1939. Unten mit eigenhändiger Tintenwidmung "Hermann Göring". In gutem Zustand, rückseitig fehlt der Aufsteller. Im blauen Pappkarton mit geprägtem Luftwaffenadler im Deckel, im Futter die Markierung der Werkstatt H.Zeitner Berlin. Zustand 2. Sehr selten !
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18.500,00

Reichsmarschall Hermann Göring: großer silberner Geschenkrahmen mit gewidmetem Foto

Der vorliegende silberne Geschenkrahmen mit der persönlichen Widmung von Reichsmarschall Hermann Göring repräsentiert eine seltene Kategorie höchster nationalsozialistischer Repräsentationskunst aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Solche Geschenke bildeten einen wesentlichen Teil der Prestigekultur des NS-Regimes und spiegeln die Persönlichkeit eines der mächtigsten Männer des Dritten Reiches wider.

Hermann Göring (1893-1946) war eine der schillerndsten und umstrittensten Figuren des nationalsozialistischen Deutschlands. Als Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und letzter Kommandeur des legendären Jagdgeschwaders Richthofen mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet, stieg er nach der Machtübernahme 1933 zu einer der einflussreichsten Personen im Reich auf. Er bekleidete zahlreiche Ämter, darunter Reichsluftfahrtminister, Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Beauftragter für den Vierjahresplan und Reichsjägermeister. Am 19. Juli 1940 verlieh ihm Adolf Hitler als einzigem den speziell geschaffenen Rang eines Reichsmarschalls, die höchste militärische Rangstellung im Deutschen Reich.

Der Rahmen wurde von Professor Wilhelm Zeitner, einem der renommiertesten Silberschmiede Berlins, angefertigt. Zeitners Werkstatt in Berlin genoss hohes Ansehen und fertigte zahlreiche repräsentative Stücke für die politische und militärische Elite des Dritten Reiches. Die Meistermarke und die Signatur “Zeitner - Berlin” bezeugen die Herkunft aus dieser bedeutenden Werkstatt. Die Wahl eines solch angesehenen Kunsthandwerkers unterstreicht die Bedeutung, die Göring derartigen Geschenken beimaß. Diese dienten nicht nur der persönlichen Bindung zu Gefolgsleuten und Untergebenen, sondern waren auch Ausdruck seines ausgeprägten Hangs zu Luxus und Prunk.

Der aufgelegte vergoldete Hoheitsadler des Reichsmarschalls am oberen Rand des Rahmens ist ein ikonographisches Element von besonderer Bedeutung. Der Reichsadler mit dem Hakenkreuz in den Fängen war das zentrale Symbol der nationalsozialistischen Herrschaft. Die spezielle Ausführung für den Reichsmarschall hob Görings einzigartige Position in der Hierarchie des Regimes hervor. Die Kombination aus Silber und Vergoldung demonstriert den repräsentativen Anspruch solcher Geschenke.

Das im Rahmen befindliche Großformat-Foto zeigt Göring in seiner vollen Pracht als Reichsmarschall der Luftwaffe. Er trägt die Schirmmütze und hält den Marschallstab, das Zeichen seiner höchsten militärischen Würde. Die sichtbaren Auszeichnungen auf dem Foto repräsentieren seine militärische Laufbahn: Das Großkreuz des Eisernen Kreuzes 1939 war eine speziell für Göring geschaffene Auszeichnung, die nur ein einziges Mal verliehen wurde. Der Orden Pour le Mérite, Preußens höchste militärische Tapferkeitsauszeichnung aus dem Ersten Weltkrieg, und das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 1939 komplettieren die Darstellung. Diese Ordenszusammenstellung auf einem offiziellen Porträt war sorgfältig komponiert und sollte Görings militärische Legitimation und historische Kontinuität von der Kaiserzeit zum Nationalsozialismus demonstrieren.

Die eigenhändige Tintenwidmung “Hermann Göring” verleiht dem Objekt seinen besonderen Charakter. Solche persönlich signierten Geschenke wurden an Personen verliehen, die sich besondere Verdienste erworben hatten oder in besonderer Gunst standen. Die Widmung erfolgte typischerweise auf hochwertigem Fotomaterial, das eigens für solche Zwecke in Görings Stab vorgehalten wurde. Die Praxis, signierte Porträts in wertvollen Rahmen zu verschenken, war im monarchischen Europa seit Jahrhunderten üblich und wurde von den NS-Führern als Mittel der Patronage und Loyalitätssicherung übernommen.

Der blaue Pappkarton mit dem geprägten Luftwaffenadler im Deckel und der Markierung der Werkstatt H. Zeitner Berlin im Futter zeigt die Sorgfalt, mit der solche Geschenke präsentiert wurden. Die Verpackung selbst war Teil der Inszenierung und sollte dem Empfänger die Bedeutung des Geschenks vermitteln. Dieser Karton diente sowohl dem Schutz als auch der zeremoniellen Überreichung.

Aus historischer Perspektive sind solche Objekte heute wichtige Zeugnisse der Repräsentationskultur des NS-Regimes. Sie dokumentieren die Mechanismen von Herrschaft, Patronage und Personenkult im Dritten Reich. Während Göring in den ersten Kriegsjahren auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, schwand sein Einfluss nach dem Scheitern der Luftwaffe in der Luftschlacht um England und später über Deutschland. Sein Hang zu Luxus und Prunk, von dem solche Geschenke zeugen, stand in zunehmendem Kontrast zur Realität des Krieges. Nach Kriegsende wurde Göring im Nürnberger Prozess zum Tode verurteilt, entzog sich der Hinrichtung jedoch durch Selbstmord.

Die Seltenheit solcher Objekte ist heute erheblich. Viele wurden am Kriegsende vernichtet, beschlagnahmt oder gingen verloren. Erhaltene Exemplare befinden sich überwiegend in Museen und öffentlichen Sammlungen, wo sie als Studienobjekte zur Geschichte des Nationalsozialismus dienen.