Kaiserliche Marine Knopf für Offiziere 

vergoldete Ausführung um 1910, 20 mm, leicht getragen, Zustand 2.




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20,00

Kaiserliche Marine Knopf für Offiziere 

Der Kaiserliche Marine Knopf für Offiziere in vergoldeter Ausführung repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Marinegeschichte während der wilhelminischen Ära. Dieser spezielle Knopf mit einem Durchmesser von 20 mm stammt aus der Zeit um 1910 und verkörpert die Pracht und Detailgenauigkeit, die für Uniformteile der kaiserlichen Streitkräfte charakteristisch waren.

Die Kaiserliche Marine, offiziell gegründet 1871 nach der Reichseinigung, erlebte unter Kaiser Wilhelm II. eine beispiellose Expansion. Die sogenannte Flottenrüstung, maßgeblich vorangetrieben durch Großadmiral Alfred von Tirpitz und manifestiert in den Flottengesetzen von 1898 und 1900, zielte darauf ab, Deutschland zur zweitgrößten Seemacht nach Großbritannien zu machen. In diesem Kontext gewannen auch die äußeren Erscheinungsformen der Marine, einschließlich der Uniformierung, erhebliche Bedeutung.

Die Uniformknöpfe der Offiziere unterschieden sich grundlegend von denen der Mannschaften. Während Mannschaftsdienstgrade Knöpfe aus einfachen Materialien trugen, waren Offiziersknöpfe in vergoldeter oder versilberter Ausführung gefertigt. Die Vergoldung erfolgte typischerweise durch Feuervergoldung oder galvanische Verfahren, wobei letztere ab der Jahrhundertwende zunehmend zum Einsatz kamen. Diese Unterscheidung war nicht nur ästhetischer Natur, sondern diente der unmittelbaren visuellen Kennzeichnung des Rangunterschieds.

Das Motiv auf den Offiziersknöpfen der Kaiserlichen Marine zeigte üblicherweise den Reichsadler oder einen Anker mit Krone, umgeben von einem Eichenlaubkranz. Diese Symbolik verband die preußisch-deutsche Tradition mit der maritimen Ausrichtung. Der Durchmesser von 20 mm entspricht den zeitgenössischen Regulierungen für bestimmte Uniformteile und Positionen auf der Uniform. Die Uniformordnung der Kaiserlichen Marine legte präzise fest, welche Knopfgrößen an welchen Stellen der verschiedenen Uniformarten zu verwenden waren.

Um 1910, dem Entstehungszeitraum dieses Exemplars, befand sich die Kaiserliche Marine auf dem Höhepunkt ihrer Friedensstärke. Die Flotte umfasste moderne Dreadnought-Schlachtschiffe, Kreuzer und Torpedoboote. Die Offizierskorps war entsprechend gewachsen und umfasste verschiedene Laufbahnen: Seeoffiziere, Ingenieuroffiziere, Sanitätsoffiziere und weitere Spezialisierungen. Jede dieser Verwendungen hatte ihre spezifischen Uniformvorschriften, wobei die Knöpfe ein verbindendes Element darstellten.

Die Herstellung solcher Uniformknöpfe erfolgte durch spezialisierte Manufakturen, die oft als Hoflieferanten fungierten. Bekannte Produzenten waren beispielsweise die Firmen in Berlin, Hamburg und Kiel. Die Qualitätskontrolle war streng, da die Uniformteile den offiziellen Vorschriften entsprechen mussten. Offiziere beschafften ihre Uniformen und Ausrüstungsgegenstände auf eigene Kosten, was die hochwertige Verarbeitung erklärt.

Der leichte Tragezustand dieses Knopfes deutet auf tatsächliche Verwendung hin. Dies ist historisch wertvoll, da es die authentische Nutzung dokumentiert. Knöpfe wurden an verschiedenen Uniformarten getragen: der Großen Uniform (Galauniform), der Kleinen Uniform (Ausgehuniformen) sowie den verschiedenen Dienstuniformen. Die Anzahl und Position der Knöpfe variierte je nach Uniformart und konnte auch Hinweise auf den spezifischen Rang geben.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Abdankung Kaiser Wilhelms II. im November 1918 endete auch die Ära der Kaiserlichen Marine. Die Reichsmarine der Weimarer Republik führte neue Uniformvorschriften ein, wodurch die kaiserlichen Knöpfe zu historischen Relikten wurden. Viele Offiziere bewahrten ihre alten Uniformteile als Erinnerungsstücke auf, was die Erhaltung solcher Objekte bis heute erklärt.

Sammlertechnisch sind Offiziersknöpfe der Kaiserlichen Marine heute begehrte militärhistorische Objekte. Sie dokumentieren nicht nur die Uniformgeschichte, sondern auch handwerkliche Traditionen und die gesellschaftliche Bedeutung der Marine im Kaiserreich. Der Zustand, die Herstellungstechnik und die Provenienz sind entscheidende Faktoren für die historische und sammlungswürdige Bedeutung solcher Stücke.

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