Königreich Preußen Ringkragen für Unteroffiziere im Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 - Medaillon

 um 1900. Neusilbernes Medaillon für die Trophäen des Ringkragen. Getragen, Zustand 2.
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350,00

Königreich Preußen Ringkragen für Unteroffiziere im Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 - Medaillon

Das Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 gehörte zu den prestigeträchtigsten Kavallerie-Einheiten des Königreichs Preußen und des späteren Deutschen Kaiserreichs. Das hier beschriebene neusilberne Medaillon diente als dekoratives Element am Ringkragen, einem charakteristischen Bestandteil der Uniform für Unteroffiziere dieses traditionsreichen Regiments.

Das Regiment wurde im Jahr 1691 gegründet und erhielt seinen Ehrennamen nach Friedrich Wilhelm, dem Großen Kurfürsten von Brandenburg (1620-1688), der als Begründer der preußischen Militärmacht gilt. Als schlesisches Regiment war es in der Provinz Schlesien stationiert, mit dem Regimentsstab traditionell in Breslau. Die Einheit trug die Nummer 1, was ihre herausragende Stellung in der Rangfolge der preußischen Kürassier-Regimenter unterstreicht.

Der Ringkragen war ein metallener Halskragen, der seit dem 18. Jahrhundert zur Uniform der Kürassiere gehörte. Ursprünglich als Schutzwaffe konzipiert, entwickelte er sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend zu einem zeremoniellen und repräsentativen Element. Bei Unteroffizieren war der Ringkragen besonders aufwendig gestaltet und mit verschiedenen Trophäen – dekorativen militärischen Emblemen – verziert.

Das vorliegende Medaillon aus Neusilber (einer Kupfer-Nickel-Zink-Legierung) datiert um 1900, eine Zeit, in der das Deutsche Kaiserreich unter Kaiser Wilhelm II. seinen militärischen Glanz besonders zur Schau stellte. Neusilber war ein beliebtes Material für militärische Ausrüstungsgegenstände, da es silberähnlich glänzte, jedoch wesentlich kostengünstiger und widerstandsfähiger war als echtes Silber.

Die Uniformvorschriften für preußische Kürassier-Regimenter waren in den Allerhöchsten Kabinetts-Ordres und späteren Bekleidungsvorschriften detailliert geregelt. Der Ringkragen für Unteroffiziere unterschied sich von dem der Mannschaften durch reichhaltigere Verzierungen und hochwertigere Materialien. Die Medaillons, die als Trophäen am Kragen angebracht wurden, zeigten typischerweise militärische Symbole wie gekreuzte Säbel, Lanzen, Fahnen oder das königlich-preußische Wappen.

Das Leib-Kürassier-Regiment Nr. 1 trug eine charakteristische Uniform mit weißem Koller (Uniformrock) und metallener Rüstung bestehend aus Kürass (Brust- und Rückenpanzer) und eben jenem Ringkragen. Die Helme waren mit dem preußischen Adler geschmückt. Diese prachtvolle Adjustierung machte die Kürassiere zu den repräsentativsten Vertretern der preußisch-deutschen Kavallerie.

Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) verlor die traditionelle Kürassier-Uniform ihre praktische Bedeutung. Die schwere Kavallerie wurde zunehmend durch moderne Waffentechnik obsolet, und die prächtigen Uniformteile wurden nur noch zu besonderen Anlässen getragen. Das Regiment selbst nahm an zahlreichen Gefechten teil, musste aber wie alle Kavallerie-Einheiten erkennen, dass die Zeit der berittenen Kampfverbände im modernen Krieg zu Ende ging.

Nach dem Ende des Kaiserreichs 1918 und der Auflösung der preußischen Armee wurden solche Uniformteile zu begehrten Erinnerungsstücken. Viele Veteranen behielten ihre Ausrüstungsgegenstände, andere gelangten durch Auflösungen und Verkäufe in private Sammlungen. Der angegebene Zustand 2 (gut erhalten mit Gebrauchsspuren) ist für ein über hundert Jahre altes Militaria-Objekt durchaus typisch und weist auf authentische Tragezeit hin.

Das Medaillon repräsentiert nicht nur ein einzelnes Ausrüstungsstück, sondern verkörpert die gesamte militärische Kultur des preußischen Militärstaats. Die aufwendige Gestaltung selbst kleinster Uniform-Details zeigt die Bedeutung, die der äußeren Erscheinung und dem militärischen Zeremoniell im Kaiserreich beigemessen wurde. Für Sammler militärhistorischer Objekte sind solche Stücke von besonderem Interesse, da sie die handwerkliche Qualität und ästhetische Tradition preußischer Militaria dokumentieren.

Heute befinden sich Objekte des Leib-Kürassier-Regiments Nr. 1 in verschiedenen Museen, darunter das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden und das ehemalige Zeughaus in Berlin. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer untergegangenen militärischen Epoche und ermöglichen es, die Geschichte der preußisch-deutschen Streitkräfte greifbar zu machen.