Heer - Portraitpostkarte von Ritterkreuzträger Hauptmann Alfons König

auf Hoffmann-Karte 1560, ungelaufen, Zustand 2-.
330570
20,00

Heer - Portraitpostkarte von Ritterkreuzträger Hauptmann Alfons König

Die vorliegende Portrait-Postkarte zeigt Hauptmann Alfons König, einen Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes, und gehört zur berühmten Serie von Hoffmann-Karten mit der Nummer 1560. Solche Postkarten stellen bedeutende Zeitdokumente dar, die Einblick in die militärische Propaganda und Heldenverehrung während des Zweiten Weltkriegs gewähren.

Die Hoffmann-Postkarten wurden vom Verlag Heinrich Hoffmann in München herausgegeben, der als offizieller Photograph des NS-Regimes eine zentrale Rolle in der Bildpropaganda spielte. Heinrich Hoffmann erhielt 1920 erstmals Zugang zu führenden politischen Kreisen und baute sein Verlagsimperium kontinuierlich aus. Seine Postkartenserien umfassten Tausende von Motiven, darunter zahlreiche Portraits von Ritterkreuzträgern und anderen militärischen Würdenträgern. Diese Karten wurden in Millionenauflagen produziert und dienten sowohl propagandistischen Zwecken als auch der Hebung der Moral an der Heimatfront.

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde am 1. September 1939 von Adolf Hitler als höchste Stufe des Eisernen Kreuzes gestiftet und während des gesamten Krieges an Angehörige aller Wehrmachtsteile für außergewöhnliche Tapferkeit und militärische Führungsleistungen verliehen. Bis Kriegsende erhielten etwa 7.300 Personen diese prestigeträchtige Auszeichnung. Die Verleihung des Ritterkreuzes war mit erheblicher öffentlicher Aufmerksamkeit verbunden, und die Träger wurden oft in Wochenschauen, Zeitungen und eben auf solchen Postkarten porträtiert.

Der militärische Rang eines Hauptmanns entspricht einem Kompaniechef oder Stabsoffizier im unteren Bereich der Offiziershierarchie. In der Wehrmacht des Zweiten Weltkriegs waren Hauptleute typischerweise für die Führung von 100 bis 250 Soldaten verantwortlich und spielten eine entscheidende Rolle in der taktischen Kriegsführung auf Bataillonsebene. Die Tatsache, dass ein Offizier in diesem Rang das Ritterkreuz erhielt, deutet auf außergewöhnliche Leistungen im Kampfeinsatz hin.

Die Porträt-Postkarten von Ritterkreuzträgern folgten einem standardisierten Format: Sie zeigten die Offiziere meist in Uniform mit sichtbaren Auszeichnungen, oft im Dreiviertelprofil oder frontal aufgenommen. Die fotografische Inszenierung betonte militärische Tugenden wie Entschlossenheit, Mut und Führungsstärke. Auf der Rückseite der Karten befanden sich üblicherweise der Name des Dargestellten, sein Rang, seine Einheit und oft auch Details zu den Umständen der Ordensverleihung.

Diese Postkarten erfüllten mehrere Funktionen im NS-Staat: Sie dienten der Propaganda, indem sie militärische Erfolge personalisierten und Helden schufen, mit denen sich die Bevölkerung identifizieren konnte. Sie wurden als Sammelobjekte populär und kursierten sowohl an der Front als auch in der Heimat. Soldaten verschickten solche Karten an ihre Familien, und Sammler legten umfangreiche Alben an. Zudem wurden sie in Schulen verwendet, um patriotische Erziehung zu fördern.

Der Zustand 2- (sehr gut minus) nach philatelistischer Bewertungsskala bedeutet, dass die Karte in ausgezeichnetem Erhaltungszustand vorliegt, möglicherweise mit minimalen Gebrauchsspuren, aber ohne wesentliche Beschädigungen. Die Tatsache, dass die Karte ungelaufen ist – also niemals postalisch verwendet wurde – erhöht ihren sammlerwert erheblich, da keine Stempel, Beschriftungen oder Transportschäden vorhanden sind.

Aus historischer Perspektive sind solche Postkarten heute wichtige Quellen für die Erforschung der militärischen Ikonographie, der Propagandamechanismen und der visuellen Kultur des Dritten Reiches. Sie dokumentieren nicht nur die abgebildeten Personen, sondern auch die Art und Weise, wie militärische Leistung öffentlich dargestellt und instrumentalisiert wurde. Für Militärhistoriker bieten sie Einblicke in Uniformgestaltung, Ordenspraxis und die soziale Konstruktion militärischer Helden.

Die systematische Erfassung und Katalogisierung von Ritterkreuzträgern begann bereits während des Krieges und wurde nach 1945 von verschiedenen Historikern und Sammlern fortgesetzt. Die Hoffmann-Kartennummern dienen heute als Referenzsystem für Sammler und Forscher. Die Karte Nummer 1560 ist Teil dieser umfassenden Serie, die nahezu alle bedeutenden Ritterkreuzträger dokumentierte.

r