Germanische SS in den Niederlanden: Einzel Kragenspiegel für Führer der "Landwacht" 

Der Kragenspiegel in der Ausführung für SS-Führer, mit aufgelegter flammender Granate aus Metall, Ausführung in hochkant für den offenen Dienstrock. Deutlich getragen, Zustand 2. 

Die Landwacht Nederland  war eine niederländische paramilitärische Organisation, die am 12. November 1943 gegründet wurde. Kees van Geelkerken, der zweite Mann in der NSB, wurde im November 1943 von Seyss-Inquart zum Generalinspektor der Landwacht ernannt. Der Hauptsitz der Landwacht befand sich in der Villa Bloemheuvel in der Hoofdstraat 23-25 ​​in Driebergen. Obwohl die Landwacht aus Mitgliedern der NSB bestand, war der Leiter der Landwacht nicht der Leiter der NSB (Anton Mussert), sondern der SS-Polizeichef Hanns Albin Rauter. Die Landwacht wurde erstmals im März 1944 auf der Straße gesichtet. Sie diente hauptsächlich zur Bewachung von Gebäuden, zur Überprüfung von Personalausweisen sowie zur Durchführung von Verhaftungen, Durchsuchungen und Besichtigungen. Mitglieder der Landwacht trugen das schwarzen Uniformen der Germanischen SS in den Niederlanden, Kragenspiegel udn Schulterstücke nach deutschem Vorbild sowie Ärmelband.
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Germanische SS in den Niederlanden: Einzel Kragenspiegel für Führer der "Landwacht" 

Der vorliegende Kragenspiegel repräsentiert ein bedeutendes, wenn auch düsteres Kapitel der niederländischen Geschichte während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Als Rangabzeichen eines Führers der Landwacht Nederland verkörpert dieses Objekt die Kollaboration niederländischer Nationalsozialisten mit dem deutschen Besatzungsregime zwischen 1943 und 1945.

Die Landwacht Nederland wurde am 12. November 1943 offiziell gegründet und stellte eine paramilitärische Organisation dar, die eng mit der Nationaal-Socialistische Beweging (NSB) verbunden war. Die NSB war die niederländische faschistische Partei unter Führung von Anton Mussert, die während der Besatzung als einzige zugelassene politische Partei fungierte. Die Gründung der Landwacht erfolgte in einer Phase, in der das deutsche Besatzungsregime seinen Griff auf die Niederlande verstärkte und lokale Kollaborateure systematisch in die Unterdrückungsapparate einband.

Die organisatorische Struktur der Landwacht offenbart die komplexen Machtverhältnisse während der Besatzung. Zum Generalinspektor der Landwacht ernannte der deutsche Reichskommissar Arthur Seyss-Inquart im November 1943 Kees van Geelkerken, der als zweiter Mann der NSB galt. Trotz dieser offiziellen Führungsstruktur unterstand die Landwacht nicht dem NSB-Führer Mussert, sondern dem Höheren SS- und Polizeiführer Hanns Albin Rauter. Diese Befehlsstruktur verdeutlicht, dass die tatsächliche Kontrolle bei den deutschen Besatzungsbehörden lag und die niederländischen Kollaborateure letztlich als Werkzeuge der deutschen Repression dienten.

Der Hauptsitz der Organisation befand sich in der Villa Bloemheuvel in Driebergen, in der Hoofdstraat 23-25. Von dort aus koordinierte die Landwacht ihre Aktivitäten über die gesamten Niederlande hinweg. Die ersten öffentlichen Einsätze der Landwacht wurden im März 1944 dokumentiert, als uniformierte Mitglieder auf den Straßen niederländischer Städte erschienen.

Die Uniform der Landwacht orientierte sich eng an deutschen Vorbildern. Mitglieder trugen die schwarzen Uniformen der Germanischen SS in den Niederlanden, ergänzt durch spezifische Rangabzeichen nach deutschem Muster. Die Kragenspiegel, wie das vorliegende Exemplar, bildeten dabei ein wesentliches Element der Rangkennzeichnung. Für Führer der Organisation waren diese Kragenspiegel mit einer aufgelegten flammenden Granate aus Metall versehen, die in hochkanter Ausführung für den offenen Dienstrock getragen wurde. Zusätzlich trugen die Mitglieder Schulterstücke nach deutschem Vorbild sowie charakteristische Ärmelbänder zur Identifikation.

Die Aufgaben der Landwacht Nederland waren vielfältig und dienten primär der Unterdrückung des niederländischen Widerstands sowie der Durchsetzung deutscher Besatzungspolitik. Zu den Haupttätigkeiten gehörten die Bewachung strategisch wichtiger Gebäude, die Kontrolle von Personalausweisen, die Durchführung von Verhaftungen, Hausdurchsuchungen und Inspektionen. Die Organisation fungierte damit als lokales Exekutivorgan der deutschen Besatzungsmacht und war aktiv an der Verfolgung von Widerstandskämpfern, Juden und anderen als “Feinde” definierten Gruppen beteiligt.

Die Einordnung der Landwacht in die Struktur der Germanischen SS war programmatisch. Das Konzept der “Germanischen SS” entsprach der nationalsozialistischen Ideologie, die von einer vermeintlichen germanischen Völkerfamilie ausging. Niederländer galten in dieser Weltanschauung als “Germanen” und sollten in das SS-System integriert werden. Die Landwacht stellte dabei eine der verschiedenen niederländischen Formationen dar, die in dieses System eingebunden wurden, neben der Waffen-SS-Division Niederlande und anderen Kollaborationseinheiten.

Der vorliegende Kragenspiegel zeigt deutliche Gebrauchsspuren, was auf einen tatsächlichen Tragegebrauch während der Besatzungszeit hindeutet. Solche Originalstücke sind heute wichtige historische Zeugnisse, die die materielle Kultur der Kollaboration dokumentieren. Sie dienen der wissenschaftlichen Erforschung und musealen Aufarbeitung dieser dunklen Periode.

Nach der Befreiung der Niederlande im Mai 1945 wurde die Landwacht aufgelöst. Viele ihrer Mitglieder wurden im Rahmen der Bijzondere Rechtspleging (Sondergerichtsbarkeit) für ihre Kollaborationstätigkeit zur Rechenschaft gezogen. Die juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung der Kollaboration beschäftigte die Niederlande noch jahrzehntelang und prägt bis heute das kollektive Gedächtnis der Nation.

Objekte wie dieser Kragenspiegel erinnern an die Komplexität von Besatzung, Kollaboration und Widerstand. Sie mahnen zur kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und verdeutlichen die Gefahren totalitärer Ideologien und ihrer lokalen Unterstützer.

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