Tragbare Spendenmedaille "Königswürde 1924/25"

Bronze getönt, am Band mit Tragenadel, Zustand 2.
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50,00

Tragbare Spendenmedaille "Königswürde 1924/25"

Die tragbare Spendenmedaille "Königswürde 1924/25" stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der deutschen Medaillenkultur der Weimarer Republik dar. Diese aus Bronze gefertigte und getönte Auszeichnung gehört zur Kategorie der Spendenmedaillen, die in der Zwischenkriegszeit eine besondere Rolle im deutschen Vereins- und Erinnerungswesen spielten.

Der zeitliche Bezug 1924/25 fällt in eine Phase relativer Stabilisierung der Weimarer Republik nach den turbulenten Jahren der Hyperinflation. Die Einführung der Rentenmark Ende 1923 hatte die wirtschaftliche Situation beruhigt, und Deutschland befand sich in der Phase der sogenannten "Goldenen Zwanziger". In diesem Kontext erlebte das deutsche Vereinswesen eine Renaissance, und zahlreiche Organisationen gaben Medaillen und Abzeichen aus, um Spenden zu sammeln oder Jubiläen zu begehen.

Die Bezeichnung "Königswürde" deutet auf einen monarchistischen oder traditionellen Hintergrund hin. Nach dem Ende der Monarchie 1918 und der Abdankung Kaiser Wilhelms II. blieben monarchistische Gefühle in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung erhalten. Verschiedene Veteranenvereinigungen, Traditionsverbände und monarchistische Organisationen pflegten das Andenken an die kaiserliche Zeit und die deutschen Fürstenhäuser.

Spendenmedaillen dieser Art wurden typischerweise gegen eine finanzielle Zuwendung ausgegeben. Die Empfänger trugen diese Medaillen an der Tragenadel am Band, was sie als offizielle, wenn auch nicht-staatliche Auszeichnungen kennzeichnete. Im Gegensatz zu staatlichen Orden und Ehrenzeichen waren Spendenmedaillen Ausdruck bürgerschaftlichen Engagements und privater Erinnerungskultur.

Die Bronzetönung war ein typisches Herstellungsmerkmal der 1920er Jahre. Bronze als Material war kostengünstig genug für eine breitere Ausgabe, gleichzeitig aber würdevoll genug, um den Charakter einer Auszeichnung zu unterstreichen. Die Tönung verlieh der Medaille eine einheitliche, oft dunklere Patina, die ihr ein antikes und ehrwürdiges Aussehen verlieh.

Das Jahr 1924 markierte auch wichtige politische Entwicklungen in Deutschland. Der Dawes-Plan regelte die Reparationszahlungen neu, und mit der Wahl Paul von Hindenburgs zum Reichspräsidenten 1925 erhielten konservative und monarchistische Kreise neuen Auftrieb. In diesem Umfeld fanden zahlreiche Gedenkveranstaltungen und Sammlungsaktionen statt.

Die Erhaltung solcher Medaillen mit ihrer originalen Tragenadel und dem Band ist von besonderem sammlerhistorischem Wert. Viele dieser Auszeichnungen wurden über Jahrzehnte getragen und gingen dabei verloren oder wurden beschädigt. Ein Zustand 2 deutet auf eine sehr gute Erhaltung hin, bei der nur minimale Gebrauchsspuren vorhanden sind.

Im Kontext der deutschen Phaleristik – der Ordenskunde – nehmen Spendenmedaillen der Weimarer Republik eine interessante Zwischenstellung ein. Sie dokumentieren die Kontinuität traditioneller Werte und monarchistischer Sympathien in einer republikanischen Staatsform. Gleichzeitig zeigen sie die lebendige Vereinskultur und das bürgerschaftliche Engagement dieser Epoche.

Solche Medaillen wurden oft bei Jahrestagen, Gedenkfeiern oder Veteranentreffen ausgegeben. Die Spenden dienten verschiedenen Zwecken: Unterstützung von Kriegsversehrten, Erhalt von Denkmälern, Förderung monarchistischer Publikationen oder Organisation traditioneller Veranstaltungen. Die Medaillen selbst fungierten als sichtbares Zeichen der Teilnahme und Unterstützung.

Heute sind solche Spendenmedaillen wichtige historische Quellen für das Verständnis der gesellschaftlichen Strömungen der Weimarer Republik. Sie illustrieren die Spannung zwischen republikanischer Gegenwart und monarchistischer Vergangenheit, die diese Epoche prägte und letztlich auch zu ihrer Instabilität beitrug.