Nahkampfspange in Bronze - Juncker Berlin
Die Nahkampfspange in Bronze gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese besondere Kampfauszeichnung wurde am 25. November 1942 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte Soldaten ehren, die sich im direkten Nahkampf mit dem Feind bewährt hatten.
Die Nahkampfspange wurde in drei Stufen verliehen: Bronze für 15 Nahkampftage, Silber für 30 Nahkampftage und Gold für 50 Nahkampftage. Als Nahkampf galt der unmittelbare Kampf Mann gegen Mann mit Handwaffen, Handgranaten oder blanken Waffen auf Entfernungen unter 200 Metern. Die Verleihung musste vom Kompanieführer beantragt und vom Divisionskommandeur genehmigt werden, wobei strenge Kriterien galten.
Das vorliegende Exemplar wurde von der renommierten Berliner Firma C.F. Juncker hergestellt, wie die Aufschrift “Ausf. C.F. Juncker Berlin” belegt. Die Firma Carl Friedrich Juncker war eine der bedeutendsten Hersteller militärischer Auszeichnungen während des Dritten Reichs. Das Unternehmen, das bereits seit dem 19. Jahrhundert bestand, hatte seinen Sitz in der Berliner Innenstadt und belieferte sowohl die Wehrmacht als auch andere Organisationen mit hochwertigen Orden und Ehrenzeichen.
Besonders interessant ist der zusätzliche Vermerk “Fec. W.E. Peekhaus Berlin” auf diesem Stück. Dies deutet darauf hin, dass die eigentliche Fertigung durch die Firma W.E. Peekhaus erfolgte, während Juncker als Ausführender oder Vertreiber fungierte. Eine solche Konstellation war während des Krieges nicht unüblich, da die Rüstungsindustrie zunehmend auf Zulieferbeziehungen und Fertigungsgemeinschaften angewiesen war. Die Firma Peekhaus war ebenfalls ein etablierter Berliner Betrieb, der in der Herstellung von militärischen Auszeichnungen tätig war.
Die technische Ausführung aus Feinzink mit einem nicht magnetischen Plättchen entspricht einer häufig verwendeten Herstellungsmethode der späteren Kriegsjahre. Während frühe Exemplare oft aus hochwertigen Materialien wie Bronze oder versilbertem Metall gefertigt wurden, zwang die zunehmende Materialknappheit ab 1942/43 die Hersteller, auf Ersatzmaterialien auszuweichen. Feinzink bot den Vorteil, dass es kostengünstig verfügbar war und sich gut bearbeiten ließ, während das nicht magnetische Plättchen im Rücken der Spange deren Befestigung an der Uniform ermöglichte.
Die Nahkampfspange selbst zeigt das typische Design: einen Kranz aus Eichenlaub, in dessen Mitte sich ein Seitengewehr mit aufgepflanztem Bajonett befindet, umgeben von einer Stielhandgranate. Dieses Motiv symbolisierte die Werkzeuge des Nahkampfes und wurde von allen Herstellern in ähnlicher Form umgesetzt. Die Bronze-Version, wie das vorliegende Exemplar, war die am häufigsten verliehene Stufe dieser Auszeichnung.
Die Verleihungszahlen der Nahkampfspange waren im Vergleich zu anderen Auszeichnungen relativ begrenzt. Schätzungen gehen von etwa 17.000 bis 20.000 verliehenen Nahkampfspangen in Bronze aus, deutlich weniger in Silber und Gold. Dies unterstreicht den elitären Charakter dieser Auszeichnung, die nur für außergewöhnliche Kampfleistungen vergeben wurde.
Der korrodierte Zustand des vorliegenden Exemplars ist typisch für Objekte aus Feinzink, das anfälliger für Oxidation ist als edelere Metalle. Dies macht authentische Stücke aus dieser Zeit erkennbar und unterscheidet sie von modernen Reproduktionen. Die Korrosion ist ein stummer Zeuge der Zeit und der Umstände, unter denen diese Auszeichnungen getragen und aufbewahrt wurden.
Aus sammlerhistorischer Perspektive sind Nahkampfspangen mit dokumentierter Herstellermarkierung besonders wertvoll, da sie Einblicke in die komplexe Produktionslandschaft der deutschen Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkriegs geben. Die Kombination der Markierungen Peekhaus und Juncker macht dieses Exemplar zu einem interessanten Studienobjekt für die Erforschung der Fertigungspraktiken jener Zeit.
Heute sind solche Objekte wichtige historische Artefakte, die in Museen und Sammlungen die militärische Auszeichnungskultur des Dritten Reichs dokumentieren und als Lehrmaterial für die historische Forschung dienen.