Preussen Eisernes Kreuz 1914 1. Klasse - Carl Dillenius

brünierter Eisenkern leicht gewölbt. Rückseitig mit Gewindestange, Unterlegscheibe aus Zink und Bügelmutter, im oberen Kreuzarm mit Silberfeingehaltspunze 800
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550,00

Preussen Eisernes Kreuz 1914 1. Klasse - Carl Dillenius

Das Eiserne Kreuz 1. Klasse der Ausgabe von 1914 stellt eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Kaiserreichs während des Ersten Weltkriegs dar. Diese Dekoration wurde am 5. August 1914 von Kaiser Wilhelm II. durch Allerhöchste Kabinettsorder erneuert, nachdem sie bereits 1813 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen gestiftet und 1870 erneut aufgelegt worden war.

Das vorliegende Exemplar trägt die charakteristischen Merkmale der Fertigung durch den renommierten Hersteller Carl Dillenius aus Lüdenscheid. Die Firma Dillenius gehörte zu den bedeutenden Produzenten militärischer Auszeichnungen während des Ersten Weltkriegs und zeichnete sich durch handwerkliche Qualität aus.

Technische Merkmale und Konstruktion: Das Kreuz besteht aus einem brünierten Eisenkern, der leicht gewölbt gearbeitet ist. Diese Wölbung war ein charakteristisches Merkmal hochwertiger Ausführungen und verlieh der Auszeichnung eine dreidimensionale Wirkung. Die Verwendung von Eisen als Kernmaterial hatte symbolischen Charakter und verwies auf die preußischen Tugenden von Härte und Beständigkeit. Der dunkle, brünierte Überzug schützte das Eisen vor Korrosion und verlieh ihm sein typisches Erscheinungsbild.

Die Rückseite zeigt die für die 1. Klasse typische Befestigungskonstruktion: Eine Gewindestange mit Unterlegscheibe aus Zink und Bügelmutter ermöglichte das Anschrauben der Auszeichnung direkt an die Uniform. Im Gegensatz zum Eisernen Kreuz 2. Klasse, das am Band getragen wurde, war die 1. Klasse für das Tragen auf der linken Brustseite der Uniform bestimmt.

Besonders bedeutsam ist die Silberfeingehaltspunze 800 im oberen Kreuzarm. Diese Punzierung bescheinigt, dass die silbernen Komponenten der Fassung einen Feingehalt von 800/1000 aufweisen, was den damaligen Standards für militärische Auszeichnungen entsprach. Die Rahmen des Eisernen Kreuzes 1914 waren typischerweise aus versilbertem Messing oder Neusilber gefertigt, wobei hochwertige Exemplare wie das vorliegende mit echtem Silber gearbeitet wurden.

Verleihungspraxis und Bedeutung: Das Eiserne Kreuz 1. Klasse war eine bedeutend seltenere Auszeichnung als die 2. Klasse. Während des Ersten Weltkriegs wurden schätzungsweise etwa 218.000 Exemplare der 1. Klasse verliehen, verglichen mit über 5 Millionen der 2. Klasse. Die Verleihung der 1. Klasse setzte in der Regel den vorherigen Besitz der 2. Klasse voraus und wurde für besondere Tapferkeit oder herausragende militärische Leistungen vergeben.

Die Träger kamen aus allen Waffengattungen und Dienstgraden, von einfachen Soldaten bis zu Offizieren und Generälen. Für Unteroffiziere und Mannschaften stellte die Verleihung eine außerordentliche Ehrung dar, während bei Offizieren höherer Ränge die Auszeichnung häufiger, aber keineswegs selbstverständlich war.

Historischer Kontext: Das Design des Eisernen Kreuzes 1914 folgte weitgehend dem Vorbild von 1813 und 1870. Das Kreuz zeigt auf der Vorderseite die Jahreszahl “1914” im unteren Arm und die Krone mit den Initialen “W” (für Wilhelm) im oberen Arm. Auf der Rückseite befinden sich traditionell die Jahreszahl “1813” im unteren Arm und die Initialen “FW” (für Friedrich Wilhelm) im oberen Arm, als Verweis auf die ursprüngliche Stiftung.

Carl Dillenius als Hersteller: Die Firma aus Lüdenscheid war einer von etwa 24 autorisierten Herstellern des Eisernen Kreuzes während des Ersten Weltkriegs. Lüdenscheid entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der deutschen Metallindustrie und beherbergte zahlreiche Betriebe, die sich auf die Fertigung von Orden und Ehrenzeichen spezialisierten. Die Qualität der Dillenius-Produktion war durchweg hoch, was diese Stücke heute bei Sammlern begehrt macht.

Sammlerwert und Erhaltung: Exemplare mit nachweisbarer Herstellersignatur und Punzierung wie das vorliegende sind von besonderem historischem und sammlerischem Interesse. Die Erhaltung des brünierten Eisenkerns, der Zink-Unterlegscheibe und der Schraubmechanik sind wichtige Faktoren für die Authentizität und den Zustand der Auszeichnung. Originale Stücke aus dem Ersten Weltkrieg sind heute bedeutende Zeugnisse deutscher Militärgeschichte und dokumentieren die materielle Kultur jener Zeit.