Luftwaffe Hose für Fallschirmjäger 2. Modell

Kammerstück, um 1943. Fertigung aus feldgrauem Tuch, die Hosentaschen mit Klappen und Druckknöpfen, die Uhrentasche auch mit Klappe und Druckknopf Marke "PRYM", hinten mit 2 Gesäßtaschen mit Klappen und Knöpfen. Das 2. Modell hat seitlich keine Beintaschen mehr. Innen steingraues Futter mit Kammerstempel. Ungetragen, in neuwertigem Zustand - "in mint condition" !
Extrem selten, eine der ganz wenigen Originale . Die Hose wurde wohl auch von den Sturmgeschützeinheiten der Luftwaffe getragen.

Die letzten Jahre war die Fallschirmjägerhose ausgestellt im "Eyewitness Museum" in Beek, Niederlande, welches dieses Jahr geschlossen wurde.
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6.500,00

Luftwaffe Hose für Fallschirmjäger 2. Modell

Die Fallschirmjägerhose der Luftwaffe, 2. Modell, stellt ein bedeutendes Ausrüstungsstück der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese um 1943 gefertigte Hose repräsentiert eine wichtige evolutionäre Entwicklung in der Spezialkleidung für Fallschirmjäger und dokumentiert die kontinuierliche Anpassung militärischer Ausrüstung an die praktischen Erfordernisse des Krieges.

Die deutschen Fallschirmjäger wurden 1936 als Elite-Einheit der Luftwaffe gegründet und erlangten durch spektakuläre Operationen wie die Eroberung des belgischen Forts Eben-Emael im Mai 1940 und die Invasion Kretas im Mai 1941 internationale Bekanntheit. Ihre spezielle Ausrüstung, einschließlich der charakteristischen Bekleidung, war entscheidend für ihre operative Effektivität.

Das erste Modell der Fallschirmjägerhose wurde ab 1937/38 eingeführt und zeichnete sich durch große aufgesetzte Taschen an den Oberschenkeln aus. Diese Beintaschen dienten zur Aufnahme wichtiger Ausrüstungsgegenstände, die beim Absprung unmittelbar verfügbar sein mussten. Nach den Erfahrungen der frühen Kriegsjahre, insbesondere der verlustreichen Operation auf Kreta, wurden jedoch Modifikationen als notwendig erachtet.

Das hier vorliegende 2. Modell, das ab etwa 1942/43 eingeführt wurde, unterscheidet sich vom Vorgängermodell durch das Fehlen der seitlichen Beintaschen. Diese Designänderung war keine willkürliche Entscheidung, sondern resultierte aus praktischen Überlegungen: Die großen Beintaschen konnten sich beim Absprung mit der Ausrüstung verhaken oder beim Landen hinderlich sein. Zudem vereinfachte die Produktion ohne diese zusätzlichen Taschen den Herstellungsprozess in einer Zeit zunehmender Materialknappheit.

Die Fertigung aus feldgrauem Tuch entsprach der Standard-Uniformfarbe der Wehrmacht und Luftwaffe. Die Hosentaschen mit Klappen und Druckknöpfen der Marke "PRYM" – einem renommierten deutschen Hersteller von Kurzwaren und Metallwaren aus Stolberg – belegen die Qualität der Verarbeitung. Besonders bemerkenswert ist die Uhrentasche mit eigener Klappe und Druckknopf, ein Detail, das die Aufmerksamkeit für praktische Bedürfnisse der Soldaten zeigt.

Die rückwärtigen Gesäßtaschen mit Klappen und Knöpfen sowie das steingraue Innenfutter entsprachen den militärischen Spezifikationen der Zeit. Der Kammerstempel im Innenfutter ist ein authentisches Merkmal, das die Ausgabe durch militärische Depots dokumentiert und zur Identifizierung und Verwaltung der Ausrüstung diente.

Interessanterweise wurde diese Hose nicht ausschließlich von Fallschirmjägern getragen. Die Beschreibung erwähnt, dass sie auch von den Sturmgeschützeinheiten der Luftwaffe verwendet wurde. Dies war nicht ungewöhnlich, da verschiedene Elite- und Spezialeinheiten oft Ausrüstungsteile austauschten oder übernahmen, wenn diese sich als praktisch erwiesen. Die Luftwaffen-Felddivisionen, die ab 1942 aufgestellt wurden, übernahmen ebenfalls Teile der Fallschirmjäger-Ausrüstung.

Der ungetragene, neuwertige Zustand dieses Exemplars ist außerordentlich selten und historisch bedeutsam. Die meisten Uniformteile aus dem Zweiten Weltkrieg wurden intensiv genutzt, gingen verloren oder wurden nach Kriegsende zerstört. Ungetragene Stücke mit Kammerstempel sind dokumentierte Zeugnisse der militärischen Logistik und Produktion, die möglicherweise aufgrund der sich verschlechternden Kriegslage nie ausgegeben wurden oder in Depots verblieben.

Die Tatsache, dass diese Hose bis zur Schließung 2024 im "Eyewitness Museum" in Beek, Niederlande, ausgestellt war, unterstreicht ihre historische Bedeutung. Die Niederlande waren 1944/45 Schauplatz intensiver Kämpfe, einschließlich der Operation Market Garden, bei der deutsche Fallschirmjäger und Luftwaffen-Einheiten eine wichtige Rolle spielten. Die Präsenz solcher Objekte in niederländischen Museen trägt zur Bewahrung und Vermittlung dieser komplexen Geschichte bei.

Aus konservatorischer Sicht ist der neuwertige Zustand dieses Stücks von unschätzbarem Wert für das Verständnis der originalen Verarbeitungsqualität, Materialien und Herstellungstechniken. Solche Referenzobjekte sind für Museen, Historiker und Konservatoren essentiell, um getragene oder beschädigte Exemplare richtig bewerten und restaurieren zu können.

Die Seltenheit authentischer Fallschirmjägerhosen des 2. Modells in ungetragenem Zustand kann nicht genug betont werden. In den letzten Jahrzehnten ist der Markt für militärische Antiken leider von Fälschungen überschwemmt worden, was die Bedeutung provenienzierter, musealer Stücke noch erhöht.