III. Reich - Geschichte in Bildern - Band 1-3 ( zusammengestellt und gezeichnet von K.A.Mayer )

Stuttgart, Verlag für Volksgesundung, ohne Jahr (1939), Gebundene Ausgabe, Halbleineneinband- Mappe, Großformat-quer, mit Zeichnungen zur deutschen Geschichte, Adel, politische und militärische Anführer, Schlachten etc..
Band 1 : Vorwort, Inhaltsverzeichnis und mit 79 von 80 Blättern ( es fehlt Nr.57 )
Band 2 : Vorsatzblatt und mit 66 von 70 Blättern ( es fehlen Nr. 52, 56, 57, 58 und das Inhaltsverzeichnis )
Band 3 : Vorsatzblatt, Inhaltsverzeichnis und mit 70 von 71 Blättern ( es fehlt Nr. 12 )
Die Mappen und Blätter sind im guten Zustand.
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100,00

III. Reich - Geschichte in Bildern - Band 1-3 ( zusammengestellt und gezeichnet von K.A.Mayer )

"Geschichte in Bildern" von K.A. Mayer stellt ein bemerkenswertes Beispiel für die visuelle Geschichtsdarstellung im Dritten Reich dar. Diese dreibändige Reihe, herausgegeben vom Verlag für Volksgesundung in Stuttgart um 1939, verkörpert die nationalsozialistische Bemühung, deutsche Geschichte durch Bildmaterial zu vermitteln und zu interpretieren.

Die Publikation erschien in einem entscheidenden historischen Moment, kurz vor oder zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Das Jahr 1939 markierte den Wendepunkt von der aggressiven Expansionspolitik des NS-Regimes zur offenen militärischen Konfrontation. In diesem Kontext dienten solche Geschichtswerke nicht nur der Bildung, sondern auch der ideologischen Unterfütterung der nationalsozialistischen Weltanschauung.

Der Verlag für Volksgesundung war typisch für die gleichgeschaltete Verlagslandschaft der NS-Zeit. Der Name selbst – "Volksgesundung" – verweist auf die nationalsozialistische Terminologie, die Begriffe wie "Volk", "Gesundung" und "Erneuerung" in den Mittelpunkt stellte. Verlage dieser Art produzierten Material, das die offizielle Geschichtsauffassung des Regimes verbreitete und eine spezifische Interpretation deutscher Geschichte vermittelte.

Die Mappenform und das querformatige Großformat waren charakteristisch für Bildwerke dieser Epoche. Diese Präsentationsform ermöglichte eine eindrucksvolle Darstellung von Zeichnungen und ermöglichte es, die Blätter einzeln zu betrachten oder auszustellen. Der Halbleineneinband war eine qualitativ hochwertige Verarbeitung, die solchen Werken einen repräsentativen Charakter verlieh.

Die thematische Ausrichtung auf deutsche Geschichte, Adel, politische und militärische Anführer sowie Schlachten entspricht der nationalsozialistischen Geschichtsauffassung, die eine heroische, militärisch geprägte Vergangenheit betonte. Die NS-Propaganda konstruierte eine Geschichtsnarrative, die von großen Führerpersönlichkeiten, militärischen Erfolgen und der vermeintlichen Überlegenheit des deutschen Volkes geprägt war. Solche Bildwerke sollten diese Erzählung visualisieren und einem breiten Publikum zugänglich machen.

K.A. Mayer als Künstler und Zusammensteller dieser Bände fügt sich in die Tradition der NS-Illustratoren ein, die historische Themen im Sinne der Regime-Ideologie darstellten. Die Zeichnungen dienten dazu, historische Ereignisse und Persönlichkeiten in einer Weise zu präsentieren, die den ideologischen Anforderungen entsprach und eine bestimmte Interpretation der Vergangenheit vermittelte.

Die Struktur der drei Bände mit insgesamt über 220 Blättern (ursprünglich 80, 70 und 71 Blätter) zeigt den umfassenden Anspruch dieses Werkes. Jedes Blatt behandelte vermutlich einen spezifischen Aspekt deutscher Geschichte, von mittelalterlichen Herrschern über bedeutende Schlachten bis zu politischen Entwicklungen.

Im Kontext der NS-Bildungspolitik spielten solche visuellen Geschichtsdarstellungen eine wichtige Rolle. Das Regime erkannte früh die Macht von Bildern in der Propaganda und Erziehung. Geschichtsbücher, Bildbände und illustrierte Werke wurden systematisch genutzt, um eine spezifische Sicht auf die deutsche Vergangenheit zu vermitteln, die die Gegenwartspolitik legitimieren sollte.

Die Tatsache, dass die vorliegenden Exemplare unvollständig sind – mit fehlenden Blättern in allen drei Bänden – ist typisch für die Überlieferung solcher Mappenwerke. Die lose Blattform machte sie anfällig für Verluste, und bestimmte Blätter könnten auch bewusst entfernt worden sein, etwa wenn sie besonders problematische Inhalte enthielten oder als Einzelstücke attraktiv erschienen.

Aus heutiger Sicht sind solche Werke wichtige Quellen für die Erforschung der NS-Geschichtspropaganda. Sie zeigen, wie das Regime Geschichte instrumentalisierte und welche Aspekte der Vergangenheit hervorgehoben oder umgedeutet wurden. Für Historiker und Sammler militärischer und politischer Antiquitäten bieten sie Einblick in die Mechanismen ideologischer Geschichtsvermittlung im Dritten Reich.

Die Erhaltung in gutem Zustand trotz des Alters von über 80 Jahren spricht für die Qualität der Materialien und möglicherweise für eine sorgfältige Aufbewahrung über die Jahrzehnte. Solche Dokumente dienen heute als Mahnmale und Forschungsobjekte, die uns helfen, die Propagandamechanismen totalitärer Regime zu verstehen.