Österreich K.u.K. Monarchie 1. Weltkrieg Feldpilotenabzeichen 2. Modell 1916/17 - Miniatur

27 mm, der Kranz fein emailliert, 2. Modell noch mit nur 1 Krone, mit Wappenschild "K" für Kaiser Karl. 
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€ 350,00

Österreich K.u.K. Monarchie 1. Weltkrieg Feldpilotenabzeichen 2. Modell 1916/17 - Miniatur

Das österreichisch-ungarische Feldpilotenabzeichen stellt eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen der k.u.k. Monarchie während des Ersten Weltkriegs dar. Die hier beschriebene Miniaturversion des zweiten Modells von 1916/17 ist ein bemerkenswertes Beispiel der militärischen Auszeichnungskultur im Habsburgerreich während des späten Kriegsstadiums.

Das Feldpilotenabzeichen wurde am 21. Februar 1913 durch Kaiser Franz Joseph I. gestiftet und war ursprünglich für Militärpiloten gedacht, die ihre fliegerische Ausbildung abgeschlossen hatten. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 gewann diese Auszeichnung erheblich an Bedeutung, da die Luftfahrt sich schnell zu einem entscheidenden militärischen Faktor entwickelte.

Das erste Modell des Abzeichens zeigte den charakteristischen Lorbeerkranz mit zwei Kronen – der österreichischen Kaiserkrone und der ungarischen Stephanskrone – als Symbol der Doppelmonarchie. Nach dem Tod Kaiser Franz Josephs am 21. November 1916 und der Thronbesteigung durch seinen Großneffen Kaiser Karl I. wurde das Abzeichen modifiziert.

Das hier vorliegende zweite Modell ist historisch besonders bedeutsam, da es nur eine Krone aufweist und mit dem Wappenschild “K” für Kaiser Karl versehen ist. Diese Änderung spiegelt die politischen und dynastischen Veränderungen in der Endphase der k.u.k. Monarchie wider. Die Verwendung des Monogramms “K” anstelle des traditionellen “FJ” für Franz Joseph markiert einen klaren Bruch in der Ikonographie der habsburgischen Militärauszeichnungen.

Die Miniaturausführung mit 27 mm Durchmesser war für das Tragen an der Zivilkleidung oder an der Galauniform vorgesehen. Während die reguläre Größe des Abzeichens an der Felduniform getragen wurde, erlaubten Miniaturen den Trägern, ihre Auszeichnung auch bei weniger formellen Anlässen diskret zu präsentieren. Die feine Emaillierung des Kranzes zeugt von der hohen handwerklichen Qualität österreichischer Ordenshersteller wie der Firmen Rothe in Wien oder Schneider in Prag.

Die technische Ausführung dieser Miniatur mit emailliertem Lorbeerkranz demonstriert die Fortsetzung der Wiener Emailliertradition selbst unter den schwierigen Bedingungen des Krieges. Das Emaillierungsverfahren erforderte spezialisierte Handwerker und mehrere Brennvorgänge bei hohen Temperaturen, was die Herstellung aufwendig und kostspielig machte.

Der Lorbeerkranz als klassisches Symbol militärischer Ehre und Tapferkeit hatte in der habsburgischen Tradition eine lange Geschichte. Die Kombination mit der Krone und dem kaiserlichen Monogramm unterstrich die direkte Verbindung zwischen dem Piloten und dem Monarchen als oberstem Kriegsherrn.

Während der Regierungszeit Kaiser Karls I. von 1916 bis 1918 wurden nur relativ wenige Piloten mit diesem Abzeichen ausgezeichnet, da die Ausbildungskapazitäten durch Materialknappheit und die zunehmende militärische Belastung eingeschränkt waren. Dies macht Exemplare des zweiten Modells heute besonders selten und historisch wertvoll.

Die k.u.k. Luftfahrtruppen spielten trotz materieller Unterlegenheit gegenüber den Alliierten eine bemerkenswerte Rolle im Ersten Weltkrieg. Piloten wie Godwin Brumowski, der erfolgreichste österreichisch-ungarische Jagdflieger mit 35 bestätigten Abschüssen, trugen zur Legende der habsburgischen Militärluftfahrt bei.

Das Ende der Doppelmonarchie im November 1918 bedeutete auch das Ende dieser Auszeichnungstradition. Die Nachfolgestaaten – Österreich, Ungarn, Tschechoslowakei und Jugoslawien – entwickelten eigene Systeme militärischer Ehrungen. Dennoch blieben die k.u.k. Fliegerabzeichen als Symbol einer untergegangenen Epoche in Erinnerung.

Heute sind solche Miniaturen wichtige Zeugnisse der österreichisch-ungarischen Militärgeschichte und werden von Sammlern und Museen gleichermaßen geschätzt. Sie dokumentieren nicht nur die technische Entwicklung der Luftfahrt, sondern auch die politischen Umbrüche in den letzten Jahren der Habsburgermonarchie.