Waffen-SS Schwarze - Stiefelhose für Mannschaften und Unterführer

Kammerstück, um 1939/40. Fertigung aus schwarzem Tuch, mit Uhrentasche, seitlich 2 Hosentaschen. Innen mit RZM Etikett " Hose ". Die Hosenbeinen zum schnüren. Bundumfang 76 cm, Länge 106 cm.  Starke Mottenspuren, Zustand 3- 
458682
1.500,00

Waffen-SS Schwarze - Stiefelhose für Mannschaften und Unterführer

Die schwarze Stiefelhose der Waffen-SS für Mannschaften und Unterführer stellt ein charakteristisches Kleidungsstück der deutschen Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs dar. Dieses Exemplar, datiert um 1939/40, dokumentiert die frühe Phase der Waffen-SS-Uniformierung und ihre Verbindung zur ursprünglichen schwarzen SS-Uniform.

Die Reichszeugmeisterei (RZM) überwachte die Produktion und Qualitätskontrolle von Uniformteilen für die SS-Organisationen. Das RZM-Etikett mit der Bezeichnung "Hose" weist auf die offizielle Zulassung und kontrollierte Fertigung hin. Die RZM wurde 1929 als zentrale Beschaffungsstelle der NSDAP etabliert und regulierte streng die Herstellung von Uniformen und Ausrüstung.

Die schwarze Uniform hatte für die SS eine besondere symbolische Bedeutung. Seit 1932 trugen SS-Mitglieder die charakteristische schwarze Uniform, die sie von anderen Parteiorganisationen unterschied. Mit der Gründung der bewaffneten SS-Verbände und später der Waffen-SS im Jahr 1940 erfolgte zwar offiziell der Übergang zu feldgrauen Uniformen für den militärischen Einsatz, doch schwarze Uniformteile blieben für bestimmte Anlässe und Funktionen erhalten.

Die technischen Merkmale dieser Stiefelhose entsprechen der funktionalen Gestaltung deutscher Militärbekleidung jener Zeit. Die Uhrentasche war ein praktisches Detail, das sich in vielen Militärhosen der Wehrmacht und Waffen-SS fand. Die zwei seitlichen Hosentaschen boten zusätzlichen Stauraum für persönliche Gegenstände. Der Bundumfang von 76 cm und die Länge von 106 cm deuten auf eine Größe hin, die für durchschnittlich gebaute Soldaten konzipiert war.

Besonders charakteristisch sind die schnürbaren Hosenbeine. Diese Konstruktion ermöglichte es, die Hose eng an die Stiefel anzupassen, was sowohl praktische als auch ästhetische Gründe hatte. Die enge Anpassung verhinderte das Eindringen von Schmutz und Nässe und unterstützte das straffe, militärische Erscheinungsbild, das von der SS-Führung gefordert wurde.

Die Fertigung aus schwarzem Tuch erfolgte nach den damals gültigen Materialnormen. In der Zeit um 1939/40 war die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Textilien noch weitgehend gesichert, was sich in späteren Kriegsjahren dramatisch ändern sollte. Die Textilknappheit führte ab 1942/43 zu Qualitätseinbußen und Ersatzmaterialien.

Der Begriff "Kammerstück" bezeichnet ein Uniformteil, das zur persönlichen Ausrüstung eines Soldaten gehörte und in der Kleiderkammer ausgegeben wurde. Die Kleiderkammerverwaltung dokumentierte die Ausgabe sorgfältig, und die Soldaten waren für die Pflege und Erhaltung ihrer Ausrüstung verantwortlich.

Die zeitliche Einordnung um 1939/40 fällt in eine bedeutsame Phase der Waffen-SS-Geschichte. Nach dem Polenfeldzug 1939 expandierten die bewaffneten SS-Verbände erheblich. Im März 1940 wurde offiziell die Bezeichnung "Waffen-SS" eingeführt. In dieser Periode erfolgten umfangreiche Neurekrutierungen und die Aufstellung zusätzlicher Divisionen.

Die erhaltenen Mottenspuren an diesem Exemplar zeugen von den Herausforderungen der jahrzehntelangen Lagerung organischer Materialien. Wollstoffe waren besonders anfällig für Mottenbefall, was bei historischen Textilien ein häufiges Konservierungsproblem darstellt. Der dokumentierte Erhaltungszustand 3- weist auf erhebliche Beschädigungen hin, was bei Textilien aus dieser Periode nicht ungewöhnlich ist.

Uniformen der Waffen-SS unterlagen während des Krieges mehreren Entwicklungsstufen. Während schwarze Uniformteile in der Frühphase noch gelegentlich getragen wurden, erfolgte zunehmend der Übergang zu feldgrauen und später tarngemusterten Uniformen. Schwarze Stiefelhosen blieben jedoch für Kasernen- und Ausgehdienst teilweise im Gebrauch.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Uniformstücke die materielle Kultur einer militärischen Organisation, die für schwere Kriegsverbrechen verantwortlich war. Die sachliche Untersuchung dieser Objekte dient dem historischen Verständnis, ohne die Taten der Organisation zu verherrlichen oder zu relativieren.