Kaiserlich Österreichischer Orden der Eisernen Krone 3. Klasse

Es handelt sich hierbei um eine besonders schöne Fertigung um 1880 des Juweliers Friedrich Rothe. Gold, beidseitig fein emailliert. In den Kronenbändern punziert "FR" im Rechteck (in dieser Ausführung nur bis 1885) und "750" Gold Vorratspunze. Nur minimal getragen in perfektem Zustand.
Dazu ein originales genähtes Dreiecksband mit aufgelegten Schwertern (etwas beschädigt).
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3.500,00

Kaiserlich Österreichischer Orden der Eisernen Krone 3. Klasse

Der Kaiserlich Österreichische Orden der Eisernen Krone gehörte zu den bedeutendsten Auszeichnungen der Habsburgermonarchie und spielte eine zentrale Rolle im Ordenssystem des Vielvölkerstaates. Das vorliegende Exemplar der 3. Klasse aus der Werkstatt des renommierten Wiener Juweliers Friedrich Rothe repräsentiert die hohe handwerkliche Kunst der österreichischen Ordensfertigung im späten 19. Jahrhundert.

Der Orden der Eisernen Krone wurde am 1. Januar 1816 von Kaiser Franz I. gestiftet, unmittelbar nach dem Wiener Kongress, der die politische Ordnung Europas nach den Napoleonischen Kriegen neu definierte. Die Stiftung erfolgte in Nachfolge des gleichnamigen, bereits 1805 von Napoleon für das Königreich Italien geschaffenen Ordens. Mit der neuen Stiftung wollte Franz I. einen Verdienstorden schaffen, der sowohl militärische als auch zivile Verdienste würdigen konnte und somit die verschiedenen Völker und Stände der Monarchie vereinen sollte.

Der Orden war in drei Klassen unterteilt: Die 1. Klasse wurde als Bruststern mit Schärpe getragen, die 2. Klasse als Kommandeurkreuz am Halsband, und die hier vorliegende 3. Klasse als kleineres Ritterkreuz am Brustband. Das charakteristische Ordenszeichen zeigt die Eiserne Krone der Langobarden, eine der bedeutendsten Reichsinsignien, die seit dem Mittelalter für die Krönung der Könige von Italien verwendet wurde. Diese historische Krone, die angeblich einen Nagel vom Kreuz Christi enthält, symbolisierte den Anspruch der Habsburger auf die italienischen Territorien.

Das Ordenszeichen besteht aus einem goldenen Kreuz mit breiten Armen, dessen beide Seiten mit feinem Email überzogen sind. Auf der Vorderseite erscheint die grün emaillierte Eiserne Krone auf rotem Grund, umgeben von einem weißen Emailreif mit der lateinischen Inschrift “AVITA ET AUCTA” (Von den Vorfahren ererbt und vermehrt). Die Rückseite zeigt typischerweise den österreichischen Doppeladler mit der Krone auf weißem Grund, ebenfalls von einem Schriftband umgeben.

Die Verleihung der 3. Klasse erfolgte an Offiziere und Beamte für hervorragende Dienste. Bei militärischen Verdiensten wurde das Ordenszeichen mit Kriegsdekoration (gekreuzten Schwertern) verliehen, wie es bei dem vorliegenden Exemplar der Fall ist. Die Schwerter wurden dabei auf dem Dreiecksband oberhalb des Ordenszeichens angebracht. Die Verleihung des Ordens war mit bedeutenden Privilegien verbunden: Träger der 1. und 2. Klasse wurden in den erblichen Ritterstand erhoben, während Empfänger der 3. Klasse den persönlichen Adel erhielten.

Das vorliegende Stück stammt aus der Werkstatt von Friedrich Rothe, einem der führenden Wiener Hofjuweliere des 19. Jahrhunderts. Die Punzierung “FR” im Rechteck, die nur bis 1885 in dieser Form verwendet wurde, ermöglicht eine präzise Datierung des Stücks in die Zeit um 1880. Die zusätzliche Punze “750” bezeichnet den Goldgehalt von 18 Karat, was der Vorratspunze für Goldwaren in der österreichisch-ungarischen Monarchie entsprach. Die Qualität der Emaillierung und die feine Ausführung zeugen von der hohen handwerklichen Meisterschaft der Wiener Ordensmanufakturen, die internationales Renommee genossen.

Die Trageweise am Dreiecksband in den österreichischen Nationalfarben Rot-Weiß-Rot war für die 3. Klasse vorgeschrieben. Das Band wurde an der linken Brustseite getragen, wobei die militärische Kriegsdekoration durch die aufgelegten gekreuzten Schwerter deutlich sichtbar gemacht wurde. Diese Unterscheidung zwischen der zivilen Verleihung und der militärischen Ausführung mit Schwertern war im österreichischen Ordenssystem von großer Bedeutung und wurde streng beachtet.

Der Orden der Eisernen Krone blieb bis zum Ende der Monarchie 1918 eine der begehrtesten Auszeichnungen. Während seines über hundertjährigen Bestehens wurde er an Tausende von Offizieren, Beamten, Künstlern und Wissenschaftlern verliehen. Zu den prominenten Trägern zählten bedeutende Militärs wie Feldmarschall Radetzky und Erzherzog Albrecht, aber auch Zivilisten wie der Komponist Johann Strauss und der Maler Hans Makart.

Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie 1918 verlor der Orden seine offizielle Bedeutung, blieb aber als historisches Zeugnis einer untergegangenen Epoche von großem kulturhistorischem Wert. Heute sind gut erhaltene Exemplare, insbesondere aus den renommierten Werkstätten wie jener von Friedrich Rothe, begehrte Sammlerobjekte, die nicht nur materiellen, sondern vor allem historischen und kulturellen Wert besitzen. Sie repräsentieren die Pracht und die Ordnungsprinzipien einer multiethnischen Großmacht, die Europa über Jahrhunderte prägte.