Großbritannien Helm Modell 1848 für das Honourable Corps of Gentlemen at Arms

Um 1890. Feuervergoldeter Messinghelm komplett mit allen ebenfalls feuervergoldeten Beschlägen. Die Helmglocke fast vollständig belegt mit fein gearbeiteten Ranken. Vorne das große Emblem mit dem Wappen mit dem Wahlspruch "honi soit qui mal y pense" im Zentrum auf einem fein gearbeitetem versilberten Stern, umgeben von Eichenlaub unter der großen Krone. Die Schuppenkette mit fiederförmigen Schuppen mit Eichenlaubverzierung an großen Löwenköpfen, die Verschlussglieder der Kette als Pranken ausgestaltet. Komplett mit dem weißen Schwanenfederbusch in der Flammentülle. Innen mit weinrotem Leder- und dunkelrotem Seidenfutter, die Schirme mit grünem Leder gefüttert. Nur minimale Trage- und Alterungsspuren. Zustand 2.

Sehr selten! Im Handel kaum je angeboten!

Dieser Helm wurde zur Zeit Queen Victorias von den Honourable Corps of Gentlemen at Arms getragen. Diese waren die den englischen Monarchen am nächsten stehende Garde. Die Einheit wurde 1509 als berittene und mit Speer und Lanze bewaffnete Leibwache von König Heinrich VIII. gegründet. Da sie als Leibwache in der Nähe des Königs waren, zog sie viele junge Adelige an und wurde eine Kaderschmiede. Seit sie letztmals im Englischen Bürgerkrieg im Kampfeinsatz gewesen war, hat die Einheit nur noch zeremonielle Aufgaben, wenngleich sie noch bis ins 19. Jahrhundert Teil der britischen Armee war.



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Der Helm des Honourable Corps of Gentlemen at Arms – Ein Meisterwerk viktorianischer Zeremonialkunst

Unter den seltensten und eindrucksvollsten Objekten britischer Militärgeschichte nimmt der Albert-Pattern-Helm des Honourable Corps of Gentlemen at Arms eine herausragende Stellung ein. Dieses prächtige Exemplar, gefertigt um 1890, verkörpert nicht nur die handwerkliche Meisterschaft der viktorianischen Ära, sondern steht zugleich für eine der ältesten und exklusivsten militärischen Formationen der britischen Krone – die sogenannte “Nearest Guard”, die dem Monarchen am nächsten stehende Leibwache.

Die Geschichte des Corps

Das Honourable Corps of Gentlemen at Arms wurde im Jahr 1509 von König Heinrich VIII. als Troop of Gentlemen gegründet. Ursprünglich war die Einheit als berittene Eskorte konzipiert, bewaffnet mit Speer und Lanze, um den Souverän persönlich zu schützen. Im Jahr 1526 wurde das Corps zu einer abgesessenen Leibwache umgewandelt und mit Streitäxten bewaffnet. Bis zum 17. März 1834 trug die Einheit den Namen The Honourable Band of Gentlemen Pensioners, bevor sie ihre heutige Bezeichnung erhielt.

Der letzte Kampfeinsatz des Corps fand während des Englischen Bürgerkriegs in der Schlacht von Edgehill (1642) statt. Obwohl die Einheit von Anfang an primär zeremoniellen Charakter hatte, blieb sie bis ins 19. Jahrhundert im regulären Dienst. Seitdem erfüllt das Corps ausschließlich zeremonielle Aufgaben und begleitet den Monarchen bei Staatsbesuchen, der Eröffnung des Parlaments, königlichen Gartenpartys, dem Hosenband-Gottesdienst, königlichen Hochzeiten, Krönungen, Aufbahrungen und Staatsbegräbnissen.

Zugangsvoraussetzungen und Zusammensetzung

Die Aufnahme in das Corps unterliegt strengen Kriterien. Anwärter müssen pensionierte Offiziere der britischen Armee sein, die mindestens den Rang eines Majors erreicht haben. Das Beitrittsalter darf 55 Jahre nicht überschreiten – das Durchschnittsalter bei Eintritt beträgt 52 Jahre – und die Mitglieder müssen mit Erreichen des 70. Lebensjahres in den Ruhestand treten. Das moderne Corps besteht aus fünf Offizieren und 24 Gentlemen. Bemerkenswert ist, dass der Captain des Corps seit 1945 stets der Government Chief Whip im House of Lords ist – eine politische Ernennung, die die enge Verflechtung von Tradition und Regierungsgeschäft widerspiegelt.

Seit der Einführung des Victoria Cross im Jahr 1856 waren zwölf Gentlemen at Arms Träger dieser höchsten britischen Tapferkeitsauszeichnung. Zu den bemerkenswerten Mitgliedern des Corps zählen Major Walter Clopton Wingfield, einer der Pioniere des Lawn Tennis, der von 1870 bis 1909 diente, sowie Colonel the Reverend Richard H. Whittington MBE, der 1999 beitrat.

Der Albert-Pattern-Helm

Der vorliegende Helm folgt dem sogenannten Albert Pattern, das von Prinz Albert im Jahr 1842 entwickelt wurde und auf preußischen Kavallerieentwürfen basierte. Dieses Helmmodell wurde zunächst 1843 für die Household Cavalry eingeführt, dann 1847 auf schwere Kavallerieregimenter ausgedehnt und 1848 weiter verfeinert. In seiner Form entspricht er einem Dragonerhelm mit vorderem und hinterem Schirm sowie reicher ornamentaler Verzierung.

Die Helmglocke besteht aus feuervergoldetem Messing (Tombak) und ist nahezu vollständig mit fein gearbeitetem Rankenwerk bedeckt. Die Vorderseite zeigt ein großes Emblem mit dem königlichen Wappen und dem Wahlspruch des Hosenbandordens“Honi soit qui mal y pense” – im Zentrum, angebracht auf einem fein gearbeiteten versilberten Stern, umgeben von Eichenlaub unter einer großen Krone. Die Schuppenkette mit fiedertförmigen, eichenlaubverzierten Schuppen ist an großen Löwenkopf-Rosetten befestigt, wobei die Verschlussglieder als Pranken gestaltet sind. Das Innere ist mit weinrotem Leder und dunkelroter Seide gefüttert, die Schirme mit grünem Leder.

Besonders markant ist der weiße Schwanenfederbusch, der aus sorgfältig zusammengenähten Gänse- und Schwanenfedern besteht und in einer Flammentülle befestigt wird. Die Feder wird über einen Dorn gehalten, der im Inneren des Helms mit einer Schraube gesichert ist. Der Helm mit seinem weißen Federbusch wird bei allen zeremoniellen Anlässen getragen – sogar in der Kirche.

Moderne Fortführung einer alten Tradition

Bis heute werden die Helme des Corps von dem mit einem königlichen Warrant ausgestatteten Unternehmen Thomas Lyte in deren Londoner Gold- und Silberschmiedewerkstätten handgefertigt und gewartet. Im Jahr 2022 wurde mit Baroness Williams erstmals eine Frau als Captain ernannt, die eine Uniform trug – für die Krönung von König Charles III. im Jahr 2023 wurde eigens eine angepasste Uniform entworfen.

Dieser Helm ist ein außergewöhnliches Zeugnis britischer Zeremonialgeschichte und vereint höchste Handwerkskunst mit einer über fünfhundertjährigen Tradition königlicher Leibwache. Für Sammler repräsentiert er ein Objekt von äußerster Seltenheit, da Stücke dieser Art nur sehr selten auf dem Markt erscheinen.

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