Wehrmacht Heer Stahlhelm M 40 mit Tarnlackierung 

unter der grün braunen Lackierung ist noch die alte weiße Tarnlackierung zu erkennen. Die Helmglocke ist im Nacken mit "11763" und seitlich mit "EF64" gestempelt. Mit Futter am Blechring, Kinnriemen ist nicht mehr vorhanden, Kopfgröße 57. Zustand 2.
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2.800,00

Wehrmacht Heer Stahlhelm M 40 mit Tarnlackierung 

Der Stahlhelm M 40 der Wehrmacht stellt eine bedeutende Entwicklung in der Geschichte des deutschen Militärhelms dar. Als direkte Weiterentwicklung des legendären M 35 wurde er ab 1940 in die Produktion übernommen und bis zum Kriegsende 1945 millionenfach hergestellt.

Das vorliegende Exemplar trägt die Herstellermarkierung EF64, die für das Werk Emaillierwerke AG in Fulda steht. Die Werknummer 11763 im Nackenbereich diente der Produktionskontrolle und Rückverfolgbarkeit innerhalb der Fertigung. Die angegebene Kopfgröße 57 entspricht einem Umfang von 57 Zentimetern und war eine der Standardgrößen, die von 60 bis 68 in Zweierschritten produziert wurden.

Die konstruktiven Vereinfachungen des M 40 gegenüber dem M 35 waren kriegsbedingt notwendig geworden. Der auffälligste Unterschied bestand im Wegfall des separat angenieteten Lüftungsschirms an den seitlichen Lüftungslöchern. Diese wurden beim M 40 direkt aus dem Helmblech gestanzt und nach innen gebogen. Diese Maßnahme reduzierte nicht nur den Materialverbrauch, sondern beschleunigte auch den Fertigungsprozess erheblich. Die Helmglocke selbst wurde aus Molybdän-legiertem Stahl in einem komplexen Tiefziehverfahren hergestellt, das mehrere Arbeitsgänge erforderte.

Besonders bemerkenswert an diesem Helm ist die doppelte Tarnanstrich-Schicht. Die untere, ältere Schicht zeigt einen weißen Winteranstrich, wie er für den Einsatz in verschneiten Gebieten vorgeschrieben war. Darüber befindet sich eine grün-braune Tarnlackierung, die vermutlich später aufgebracht wurde, als der Helm wieder für den Einsatz in gemäßigten Klimazonen vorgesehen war. Diese Praxis der Neuanstrich war während des Krieges üblich und zeigt, dass militärische Ausrüstung wiederverwendet und den jeweiligen Einsatzbedingungen angepasst wurde.

Die Winterfeldzüge, insbesondere der verheerende Russlandfeldzug ab Juni 1941, machten solche Winteranstriche zwingend notwendig. Die deutschen Truppen waren auf die extremen russischen Winterbedingungen schlecht vorbereitet, und improvisierte Tarnung wurde zu einer Überlebensfrage. Feldwebel und Versorgungseinheiten organisierten oft lokale Anstrich-Aktionen mit verfügbaren weißen Farben, von Kalk bis zu speziellen Tarnfarben.

Das Innenfutter des Helms war am Blechring befestigt, einem charakteristischen Merkmal der deutschen Stahlhelme. Dieses System bestand aus acht Segmenten aus Schaffell oder Kunstleder, die mit Aluminiumnieten am inneren Stahlring befestigt waren. Der Ring selbst war an drei Punkten mit Splinten in der Helmglocke verankert. Das fehlende Kinnriemen ist bei erhaltenen Exemplaren häufig, da diese aus Leder bestehenden Teile der Verwitterung und dem Gebrauch am stärksten ausgesetzt waren.

Die Produktion des M 40 erfolgte in zahlreichen Werken im gesamten Deutschen Reich und in besetzten Gebieten. Die Emaillierwerke Fulda gehörten zu den wichtigen Zulieferern der Wehrmacht. Die Fertigung unterlag strengen Heeresnormen und wurde regelmäßig vom Heereswaffenamt überprüft. Trotz der vereinfachten Konstruktion bot der M 40 einen ähnlich hohen Schutz wie sein Vorgänger.

Der charakteristische Helmschnitt mit dem tief gezogenen Nackenschutz und den ausgeprägten Seitenbereichen ging auf Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Der 1916 eingeführte M 16 hatte sich als außerordentlich effektiv gegen Granatsplitter und Schrapnelle erwiesen. Diese Grundform wurde über die Modelle M 35 und M 40 bis zum M 42 beibehalten, wobei nur fertigungstechnische Details vereinfacht wurden.

Die Tarnlackierung folgte verschiedenen Richtlinien, die sich im Laufe des Krieges wandelten. Während anfangs ein glänzendes Feldgrau oder Apfelgrün vorherrschte, gingen die Truppen später zu matteren Farbtönen über. Die Kombination verschiedener Tarnfarben sollte den Helm in unterschiedlichen Geländetypen weniger auffällig machen. Die hier sichtbare grün-braune Lackierung entspricht den üblichen Tarnmustern für Mitteleuropa.

Als historisches Objekt dokumentiert dieser Helm nicht nur die Militärgeschichte, sondern auch die Produktionsgeschichte der deutschen Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkriegs. Die fortschreitende Vereinfachung der Fertigung, die Wiederverwendung und Anpassung von Ausrüstung und die verschiedenen Einsatzbedingungen spiegeln sich in diesem einzelnen Objekt wider.