Wehrmacht Heer Stahlhelm M35 mit 2 Emblemen 

mehrfach lackiert, beide Schilder sind unter der feldgrauen Lackierung zu erkennen, innen ist die Helmglocke seitlich mit "Q62" markiert, und im Nacken mit "969". Komplett mit dem original Futter am Aluminiumring, Kopfgröße ca. 54. Kinnriemen ist nicht mehr vorhanden, Oxidierung am Aluminiumring, Zustand 2-.
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Wehrmacht Heer Stahlhelm M35 mit 2 Emblemen 

Der deutsche Stahlhelm Modell 35 (M35) der Wehrmacht stellt einen der ikonischsten militärischen Ausrüstungsgegenstände des Zweiten Weltkriegs dar. Dieses spezielle Exemplar mit der Herstellermarkierung "Q62" und der Größenangabe "969" verkörpert die typische Produktion deutscher Stahlhelme in der Zeit zwischen 1935 und den frühen 1940er Jahren.

Das Modell 35 wurde 1935 als Nachfolger des legendären M16/18 Helms aus dem Ersten Weltkrieg eingeführt. Die Weiterentwicklung zielte darauf ab, das Gewicht zu reduzieren und die Produktionseffizienz zu steigern, während gleichzeitig der bewährte Schutz beibehalten wurde. Der M35 wog etwa 1,1 bis 1,3 Kilogramm und bot exzellenten ballistischen Schutz gegen Splitter und Geschosse.

Die Herstellermarkierung "Q62" identifiziert die Produktionsstätte. Während des Dritten Reiches verwendete man ein System von Buchstaben-Zahlen-Kombinationen, um Hersteller zu verschlüsseln. Diese Kodierung diente sowohl der Qualitätskontrolle als auch der militärischen Geheimhaltung. Die verschiedenen Werke produzierten Hunderttausende von Helmen, um den enormen Bedarf der Wehrmacht zu decken.

Ein besonderes Merkmal dieses Exemplars ist die Präsenz beider Embleme unter der feldgrauen Lackierung. Der M35 wurde ursprünglich mit zwei Abzeichen ausgeliefert: An der rechten Seite befand sich das Reichsadler-Emblem mit Hakenkreuz, an der linken Seite das Nationalfarbenschild in Schwarz-Weiß-Rot. Diese Praxis wurde 1940 aus praktischen Gründen geändert, da die glänzenden Metallabzeichen im Gefecht zu auffällig waren und die Position der Soldaten verrieten.

Die mehrfache Lackierung dieses Helms erzählt seine eigene Geschichte. Helme wurden im Feld häufig neu lackiert, entweder zur Tarnung, zur Auffrischung oder beim Transfer zwischen verschiedenen Einheiten. Die feldgraue Farbe war die Standardlackierung der Wehrmacht und sollte optimale Tarnung bieten.

Das Innenfutter am Aluminiumring entspricht der Standardkonstruktion des M35. Das Futter bestand typischerweise aus mehreren Lederpolstern, die an einem Aluminiumband befestigt waren. Dieses System ermöglichte eine gewisse Anpassung an verschiedene Kopfgrößen und bot zusätzlichen Komfort sowie Schutz vor Stößen. Die Kopfgröße 54 entspricht einem Kopfumfang von etwa 54 Zentimetern und war eine der gängigsten Größen.

Das Fehlen des Kinnriemens ist bei Helmen dieses Alters nicht ungewöhnlich. Der originale Kinnriemen bestand aus Leder und war anfällig für Verfall über die Jahrzehnte. Die Oxidierung am Aluminiumring ist ebenfalls eine natürliche Alterserscheinung.

Der M35 wurde von allen Teilstreitkräften der Wehrmacht getragen: Heer (Armee), Luftwaffe und Kriegsmarine, wobei sich die Versionen hauptsächlich in den Abzeichen unterschieden. Das Heer verwendete die oben beschriebene Kombination aus Reichsadler und Nationalfarbenschild.

Technisch gesehen wurde der Helm aus einer einzigen Stahlplatte durch ein aufwendiges Pressverfahren hergestellt. Die charakteristische Form mit dem ausladenden Rand bot nicht nur Schutz für den Kopf, sondern auch für Nacken und Ohren. Der leicht nach außen gebogene Rand half zudem, Regenwasser abzuleiten.

Ab 1940 erfolgte eine leichte Modifikation zum M40, bei dem die Lüftungsösen vereinfacht wurden, gefolgt vom M42 ab 1942, der weitere Produktionsvereinfachungen aufwies. Der M35 bleibt jedoch das begehrteste Modell unter Sammlern aufgrund seiner qualitativ hochwertigen Verarbeitung und historischen Bedeutung.

Die Erhaltung solcher historischer Artefakte ist wichtig für das Verständnis der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts. Sie dienen als materielle Zeugen einer dunklen Periode der deutschen Geschichte und erinnern an die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs. Museen und private Sammler tragen gemeinsam die Verantwortung, diese Objekte zu bewahren und in den richtigen historischen Kontext einzuordnen.

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