Kriegsmarine nichttragbare Siegermedaille der Marinemeisterschaften Kiel - Juni 1935"

um 1939 massive Metallplakette, bronziert und farbig lackiert, seitlich mit 2 Bohrungen zum anbringen am Marinekutter. Durchmesser 85 mm, Zustand 2.

Diese Plaketten waren als Auszeichnung für die Marinekutter bzw. Segelboote gedacht und wurden an Bord montiert.
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250,00

Kriegsmarine nichttragbare Siegermedaille der Marinemeisterschaften Kiel - Juni 1935"

Die Kriegsmarine-Siegermedaille der Marinemeisterschaften Kiel vom Juni 1935 repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der maritimen Sportgeschichte im nationalsozialistischen Deutschland. Diese nicht-tragbare Plakette aus massivem, bronziertem Metall mit farbiger Lackierung dokumentiert die Tradition der Segelwettbewerbe innerhalb der deutschen Kriegsmarine während der Zwischenkriegszeit und der frühen Jahre des Zweiten Weltkriegs.

Die Marinemeisterschaften in Kiel hatten eine lange Tradition, die bis in die Kaiserliche Marine zurückreichte. Nach der Wiederaufrüstung der deutschen Marine in den 1930er Jahren wurden diese Wettkämpfe wiederbelebt und dienten sowohl der körperlichen Ertüchtigung der Mannschaften als auch propagandistischen Zwecken. Die Stadt Kiel als traditioneller Marinestandort und Heimat der Marineschule Mürwik bot die ideale Kulisse für derartige Veranstaltungen.

Im Juni 1935, dem Jahr dieser Meisterschaft, befand sich die Kriegsmarine in einer Phase intensiven Aufbaus. Das deutsch-britische Flottenabkommen vom 18. Juni 1935 erlaubte Deutschland eine Marine von bis zu 35 Prozent der Tonnage der britischen Royal Navy. Dies bedeutete eine erhebliche Expansion der Seestreitkräfte und ging mit einer verstärkten Betonung von Seemannschaft und maritimen Traditionen einher.

Diese spezielle Plakette unterscheidet sich von herkömmlichen Auszeichnungen durch ihre Funktion als nicht-tragbare Siegermedaille. Mit einem Durchmesser von 85 Millimetern und seitlichen Bohrungen zur Befestigung war sie ausdrücklich dafür konzipiert, am Marinekutter oder Segelboot selbst angebracht zu werden. Dies reflektiert eine maritime Tradition, bei der nicht der einzelne Segler, sondern das siegreiche Boot als Ganzes ausgezeichnet wurde – eine Betonung des Mannschaftsgeistes und der kollektiven Leistung, die den militärischen Idealen der Zeit entsprach.

Die Segelausbildung war ein integraler Bestandteil der maritimen Ausbildung in der Kriegsmarine. Segelboote und Kutter wurden nicht nur für Wettkämpfe, sondern auch für die Grundausbildung von Offizieren und Mannschaften eingesetzt. Die praktische Seemannschaft, die beim Segeln erworben wurde, galt als unverzichtbare Grundlage für jeden Marinesoldaten, unabhängig von der zunehmenden Technisierung der modernen Kriegsschiffe.

Die bronzierte Oberfläche und farbige Lackierung dieser Plaketten dienten sowohl ästhetischen als auch praktischen Zwecken. Die Bronzierung verlieh der Auszeichnung einen würdevollen, traditionellen Charakter, während die Lackierung einen gewissen Schutz gegen die rauen maritimen Bedingungen bot. Dennoch waren diese Plaketten aufgrund ihrer Anbringung an Bord den Elementen ausgesetzt, was erklärt, warum gut erhaltene Exemplare heute selten sind.

Die Marinemeisterschaften umfassten verschiedene Disziplinen, darunter Kutterrudern, Segeln und andere seemännische Wettbewerbe. Diese Veranstaltungen förderten nicht nur die körperliche Fitness und seemännischen Fähigkeiten, sondern stärkten auch den Korpsgeist und die Identifikation mit der Kriegsmarine. Sie wurden oft mit erheblichem zeremoniellen Aufwand durchgeführt und von hochrangigen Offizieren besucht.

Der Zeitraum um 1939, aus dem diese Plakette vermutlich stammt, markiert eine Zäsur in der Geschichte der Kriegsmarine. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 veränderte sich der Charakter solcher sportlichen Veranstaltungen grundlegend. Während sie in Friedenszeiten vor allem der Ausbildung und dem Gemeinschaftsgefühl dienten, mussten sie nun den Erfordernissen des Krieges weichen.

Die historische Bedeutung solcher Objekte liegt heute vor allem in ihrem Zeugniswert für die Alltagskultur und Traditionen der Kriegsmarine. Sie dokumentieren Aspekte des militärischen Lebens jenseits der reinen Kampfhandlungen und zeigen, wie Sport und Wettkampf zur Formung militärischer Identität beitrugen. Für Sammler und Historiker bieten sie Einblicke in die materielle Kultur und Auszeichnungspraxis der deutschen Marine während dieser Periode.

Die Erhaltung solcher maritimer Auszeichnungen ist oft problematisch, da sie für den Gebrauch an Bord konzipiert waren und daher den Elementen ausgesetzt waren. Exemplare in gutem Zustand sind daher von besonderem historischem und sammlerischem Wert und dokumentieren ein spezifisches Kapitel der deutschen Marinegeschichte zwischen Tradition und Moderne.